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Birke Bull-Bischoff

Zu viele können nicht richtig lesen und schreiben

Ungefähr 6.2 Mio Menschen in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben und gelten als funktionale Analphabeten. Sie sind nach der Definition nicht in der Lage, ausreichend Sinn bei dem was sie lesen, zu verstehen. Wie ist das erklärbar, dass so viele Menschen nach mindestens neun Jahren die Schule verlassen, ohne richtig lesen und... Weiterlesen


Jessica Hoppe

Die Genossenschaft übt sich an Facebook

Soziale Medien – wie Facebook, Instagram oder Twitter – sind nicht jedermanns Sache. Auch unter uns gehen die Meinungen weit auseinander. Letztlich wird das jede und jeder für sich entscheiden, ob er oder sie sich beteiligt oder eben nicht. 22 Genoss*innen tummeln sich aus unserem Kreisverband zumindest bei Facebook. Mehr als 350 Genoss*innen sind... Weiterlesen

Die Genossenschaft übt Facebook

Soziale Medien – wie Facebook, Instagram oder Twitter – sind nicht jedermanns Sache. Auch unter uns gehen die Meinungen weit auseinander. Letztlich wird das jede und jeder für sich entscheiden, ob er oder sie sich beteiligt oder eben nicht. 22 Genoss*innen tummeln sich aus unserem Kreisverband zumindest bei Facebook. Mehr als 350 Genoss*innen sind es aus unserem Landesverband. Und sie haben alle ein richtig großes Publikum. Wir zum Beispiel auch im gesamten Burgenlandkreis und darüber hinaus. Tausende Bürger*innen aus der Region sind dort unterwegs: informieren sich, plaudern miteinander oder tauschen Neuigkeiten aus. Man kann das nutzen, muss es aber freilich nicht.  Am vergangenen Donnerstag hatten wir uns vorgenommen, uns über unsere Erfahrungen mit Facebook auszutauschen. Mit dabei waren: Harald Uske, Horst Heller, Frank Weidauer, Katja Bahlmann, Birke Bull-Bischoff, Jan Thyen. Tina Krüger und Jessica Hoppe - die beiden Kolleg*innen aus dem Wahlkreisbüro in Naumburg haben uns großartig unterstützt. Einige von uns sind auf Facebook schon eine ganze Reihe von Jahren, andere wiederum sind ganz neu. Es war gar nicht so einfach, zunächst eine gemeinsame Sprache zu finden, eine Art und Weise, die jeden von uns mitnimmt, bei der sich auch die etwas Erfahreneren nicht langweilen. Das Internet mit einem Beamer an die Wand geworfen, konnten wir beobachten, was passiert, wer sich interessiert für unsere Neuigkeiten. Ganz praktische Erfahrungen konnten wir sammeln. Am Ende hat’s funktioniert. Jessica Hoppe, unsere Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Wahlkreisbüro, hat uns vieles zunächst ganz grundsätzlich erzählt, und dann haben wir probiert. Und wie sagt man so schön: „Probieren geht über Studieren!“. Jeder hatte ganz besondere Strategien, jeder hatte eigene Fragen, die sich beim Probieren zeigten. Jeder konnte vom anderen lernen. Und so wurde es ein lebhaftes Austauschen. Am Ende haben alle dazugelernt: die Erfahreneren und die „Neulinge“ gleichermaßen. Und was ganz wichtig ist: Es hat Spaß gemacht. Also haben wir uns wieder verabredet.

­ ­ ­ Zu viele können nicht richtig lesen und schreiben

Ungefähr 6.2 Mio Menschen in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben und gelten als funktionale Analphabeten. Sie sind nach der Definition nicht in der Lage, ausreichend Sinn bei dem was sie lesen, zu verstehen. Wie ist das erklärbar, dass so viele Menschen nach mindestens neun Jahren die Schule verlassen, ohne richtig lesen und schreiben zu können? Wie kann sich das der Aufmerksamkeit von Lehrkräften entziehen, und das so viele Jahre? Wir wissen noch zu wenig über Motive, über Probleme, über Strategien der Vermeidung. Hier gibt es Forschungsbedarf. Und dennoch: Auch jenseits der Suche nach den Ursachen muss ihnen geholfen werden. Seit 2016 gibt es die AlphaDekade in Deutschland. Zehn Jahre, in denen ein merklicher Fortschritt bei der Bekämpfung von Analphabetismus erreicht werden soll. Insgesamt stehen dafür 180 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung, das sind 18 Mio. im Jahr. Und setzt man es ins Verhältnis zu Betroffenen, dann sind es gerade mal 3 Euro „pro Kopf“ die zur Verfügung stehen. Das sagt viel über die mangelnde Wertschätzung aus, die so genannten gering literalisierten Menschen zuteil wird. Das sagt viel über die Ernsthaftigkeit der Sonntagsreden der Bundesregierung aus. Hinzu kommt, dass kompetente Lehrkräfte für unverschämt wenig Geld den Betroffenen helfen: 15 Euro pro Unterrichtsstunde sind keine Seltenheit sondern Normalität. Ihre Beschäftigungsverhältnisse sind immer wieder in Frage gestellt. Schnell wird klar: Hier herrscht das so genannte Matthäus-Prinzip: „Wer hat, dem wird gegeben.“ Bildung hat nicht immer und schon gar nicht nur mit Geld zu tun, sondern in aller Regel mit Haltung und Professionalität. Aber hier muss die Frage nach den Ressourcen, die zur Verfügung stehen, als erstes gestellt werden. Zum einen nach den finanziellen Möglichkeiten in der Erwachsenenbildung. Zum anderen aber nach der Aus-stattung von Schulen mit Geld und Personal. So lange der grundlegende Mangel daran nicht endlich grundlegend angegangen wird, kommen wir hier keinen Schritt weiter. Es beißt die Maus keinen Faden ab: Wir brauchen deutlich mehr Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen, besser ausgestattete Schulen.(bbb)

Unvergessen: Jugendweihe 2021 unter schwierigen Bedingungen

Sie war im Mai der Coronakrise zum Opfer gefallen – die Jugendweihe 2021. Viele junge Leute waren enttäuscht und hofften auf eine zweite Chance. Ihre Familien hatten vorbereitet und sich gefreut auf eines der wichtigsten Feste in ihrem Leben. Alles musste abgesagt werden, der Lockdown traf auch die Veranstaltungen zur Jugendweihe im Burgenlandkreis und war notwendig geworden, um die Teilnehmer*innen nicht zu gefährden. Nun im Herbst gab und gibt es gewissermaßen einen zweiten Versuch. Und auch der stand immer wieder auf wackligen Füßen. Wie viele Gäste dürfen kommen? Wie sichert man Hygienevorschriften? Wie informiert man die Familien über die sich nahezu täglich veränderte Situation? Immerhin ist auch der Burgenlandkreis mittlerweile Risikogebiet geworden. Für die Organisator*innen um das Team von Karin Schule und dem Landesverband „Interessengemeinschaft Jugendweihe e.V.“ war es eine große Herausforderung. Und die bleibt es wohl auch. Am zurückliegenden Samstag trafen sich junge Frauen und Männer mit ihren Familien im Bürgerhaus Hohenmölsen, um ihre Jugendweihe zu begehen. Man merkte dem Fest schon an, dass vieles improvisiert werden musste. Zu allem Unglück fiel in der ersten Veranstaltung noch der Strom aus – mitten im Gesang. Die Gäste nahmen es mit Humor oder wenigstens Gelassenheit. Die Veranstalter*innen reagierten mit Ruhe und Kreativität. Nach wenigen Minuten war der Strom zurück, es konnte weitergehen. Es sind solche Geschichten, über die man sich dann wohl auch noch in zehn Jahren erzählt. Vielleicht auch über das eine oder andere, das die Festrednerin den jungen Leuten mit auf den Weg gegeben hatte. Es war meine Aufgabe an diesem Tag, die Familien ein wenig festlich einzustimmen auf diesen einzigartigen Moment des symbolischen Schritts in die Erwachsenenwelt. Mir hat es wie immer Spaß gemacht. Denjenigen, die unter schwierigen Bedingungen dafür gesorgt haben, dass das Fest stattfinden konnte, gehört viel Respekt und ein großes Dankeschön! Schön war’s, und vergessen werden wir es wohl alle nicht. (bbb)

Zeitz - eine Stadt mit vielen Seiten


Was ich bisher nicht wusste: In Zeitz finden sich ganze acht kulturhistorisch bedeutsame Bibliotheken, die über die Region hinaus von großer Bedeutung sind: die Lutheriden-Bibliothek, das Archiv und die Bibliothek der Landesschule Pforta, die Mitteldeutsche PHILA Bibliothek Hans Grünewald Zeitz, die Stiftsbibliothek, das Zeitzer Stadtarchiv, die Stadtbibliothek „Martin Luther, die Pfarrbibliothek St. Michael, die Ernst-Ortlepp-Bibliothek im Schloss Moritzburg und das Kunst- und Museumspädagogische Zentrums „Johannes Lebek“.  Chapeau Zeitz! Herzlichen Glückwunsch Zeitz. Und die Stadt selbst möchte in Zukunft noch viel stärker mit diesem Pfund wuchern. Auch den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg ist das offenbar ein Anliegen. Sie machten sich schon im September 2019 auf den Weg, um ein Netzwerk der Bibliotheken zu gründen: die Zeitzer Bibliotheksinitiative. Die Bibliotheken sind ein lebendiges Zeugnis von über 1000jähriger Geschichte der Region, von unschätzbarer kulturhistorischer Bedeutung. So wie mir ging es vielen: Das ist möglicherweise den Zeitzer*innen gar nicht so sehr bewusst. Die Bibliotheken zeigen, wie die Welt einmal war und gibt Auskunft über das Leben, die Geschehnisse und die Erkenntnisse von einst. Am 23. Oktober luden die Stadt und die Vereinigten Domstifter am Abend zur Eröffnungsveranstaltung in das Theater Zeitz im Capitol ein. Unter Coronabedingungen war es ein überschaubarer, aber dennoch interessierter Kreis von Gästen. Auch Genoss*innen aus der Elsteraue gehörten zu den Gästen. Am vergangenen Wochenende dann luden die Bibliotheken die Zeitzer*innen zum Tag der Offenen Tür in alle acht Bibliotheken. Und die Neuigkeit des Abends am Freitag: Zeitz wird im kommenden Jahr die Landesliteraturtage Sachsen-Anhalts ausrichten. Einen Vorgeschmack der Literatur in der Region bekamen wir an diesem Abend von Wolfgang Rüb, der über des Bildungsbürgers Tummelwiesen las. Unterhaltsam. Ihre Schätze sollten sich die Zeitzer*innen nicht entgehen lassen. Bibliotheken sind immer ein Besuch wert, mit einem Käffchen, einer gemütlichen Leseecke und vor allem interessanten Büchern – so wie es sich für moderne Bibliotheken gehört. (bbb)

 

Chancenpartnerschaften ganz praktisch: Mit Bildung im Wald

Die Stiftung Bildung ist mir nicht unbekannt. Wir haben uns gelegentlich in Berlin und im Netz getroffen. Eines ihrer Anliegen ist es, Kinder aus ganz unterschiedlichen Lebenszusammenhängen zueinander zu bringen, um sich gegenseitig kennenzulernen und zu unterstützen. Ein Ideal, das selten gelingt. Oft fehlt die so genannte Win-Win-Situation. Außerdem sind sie schon allein durch unterschiedliche Schulformen getrennt. Es gibt kaum gemeinsame Lernorte. Nunmehr waren die Bundestagsabgeordneten gebeten, sich ein solches Projekt doch mal ganz konkret anzuschauen und dabei zu sein. Gesagt getan. In Mansfeld-Südharz, in Hettstedt, war ich eingeladen vom Jugendclub Leuchte e.V., mit ungefähr 20 Kindern unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Schulformen, einen umfangreichen und bildungsträchtigen Waldspaziergang zu unternehmen. Kinder aus den Förderschulen und den Sekundarschulen der Umgebung waren dabei, gemeinsam mit ihrer Ute - der Sozialpädagogin des Jugendclubs – und zwei jungen Frauen vom Bundesfreiwilligendienst. Wir trafen uns an der Saigerhütte in der Nähe von Hettstedt und marschierten los. Unterwegs habe ich die „dicke Chantal“ kennengelernt (siehe Foto). Ein dicker Baum, bei dem den Kindern so einiges einfiel: Mit einem dicken Seil wurde eine Schaukel konstruiert, jede*r konnte sich ausprobieren, wie hoch er oder sie klettern kann und welche Techniken dabei am besten helfen und warum. Ein Lernfeld im Freien. Zwei Eisenbahnbrücken waren gute Gelegenheiten, um ein bisschen praktische Mathematik zu praktizieren und ein bisschen sportlichen Wettbewerb mit einem Kastanienlauf zu zelebrieren. Wir haben an den Bäumen gelauscht, Kastanienweitwurf getestet und vieles andere mehr. Bildung im Vorbeigehen mit ganz einfachen Mitteln. Die „Ute“ beherrschte ihr pädagogisches Handwerk großartig und ließ uns einiges davon wissen. Eines jedoch hinterlässt mich nicht zum ersten Mal nachdenklich und verärgert: Die Sozialarbeiter*innen, die aus der Jugendpauschale des Landkreises finanziert werden, müssen mit einem geradezu lächerlichen Lohn auskommen. Ich finde, das ist ein Skandal, ein leiser, mit dem man sich schon abgefunden zu haben scheint. Selten wird darüber gesprochen, viele Betroffene nehmen es hin. Auf diese Weise kann man mehr Fachkräfte finanzieren. Klar. Aber zu welchem Preis? Ich finde, das dürfen wir nicht durchgehen lassen. Die Konsequenz aus mangelnden Kommunalfinanzen kann nicht sein, dass gerade solche - so wichtige Arbeit - so schlecht bezahlt wird. (bbb)

Hilfe für Geflüchtete in Not – eine Aktion des Vereins „Integration e.V.“ gemeinsam mit der Naumburger LINKEN

DIE LINKE. Naumburg hatte am vergangenen Dienstag gemeinsam mit dem Verein Integration Naumburg e.V. aufgerufen, Kleidung und Spielzeug zu sammeln, um Geflüchtete auf den griechischen Inseln zu unterstützen. Das Wahlkreisbüro in der Salzstraße sollte der Sammelpunkt werden. Die Naumburger Genoss*innen hatten viele Flugblätter dazu ausgeteilt und waren schon auf diese Weise mit Naumburger*innen ins Gespräch gekommen. Viele fühlten sich angesprochen, in Naumburg, aber auch in der Umgebung. Auch auf Facebook ist geworben worden. Mit Erfolg, wie sich zeigte. Eine ganze Ladung für das vereinseigene Auto war zusammengekommen. Auch viele Mitglieder der Naumburger LINKEN halfen mit. Es war eine erfolgreiche Aktion. Danke an Frank Mayntz, der die Idee hatte und uns mit seinem Equipment unterstützt hat. Danke auch an die Naumburger Genossenschaft, die geholfen hat. Menschlichkeit und Solidarität sind unser Markenzeichen. Mit solchen Aktionen zeigen wir, dass wir das ernst nehmen. (bbb)

Elsterfloßgraben - ein Projekt für den Strukturwandel

Was ein Floßgraben ist und wozu er gebraucht wird? Ehrlich gesagt, bis vor kurzem hatte ich davon keine Ahnung. So ging es auch Frank Thiel, ehemaliger Landtagsabgeordneter der LINKEN aus dem Burgenlandkreis, als er vor zehn Jahren vom damaligen Oberbürgermeister Kmietczyk in Zeitz gebeten worden ist, etwas für den Elsterfloßgraben in und um Zeitz zu tun. Inzwischen ist er ein Experte und bundesweit engagiert im Bundesverband der Flößer*innen. Die Renaturierung des Elsterfloßgrabens soll ein Projekt werden, das im Kontext mit dem Strukturwandel in der Region finanziert werden soll. Die Bewässerung des Floßgrabens wird den Wasserhaushalt der Region verbessern, die Natur wird sich weiter erholen und das hat auch strukturelle Vorteile. Der Rad- und Wandertourismus wird attraktiver, entlang der Elster. Auch für den Hochwasserschutz kann so einiges bewerkstelligt werden. 80 km sollen auf diese Weise wieder hergestellt werden, mit ca. 30 Mio. Euro. Zum Vergleich: für 6 km Straße benötigt man 28 Mio. Euro. Der Förderverein „Elsterfloßgraben e.V. in Zeitz macht seit 2009 dafür die Folklore" - so Frank Thiel. Das heißt, er macht bekannt, er knüpft Kontakte und vernetzt Entscheidungsträger. Um das Projekt zu unterstützen war ich mit meiner Kollegin Petra Sitte vor Ort, gemeinsam mit Frank Jakob, dem Bürgermeister der Gemeinde Wetterzeube - auch sehr engagiert in Sachen Elsterfloßgraben. Viele Ideen gibt es, wie man dann diesen Floßgraben auch in den Gemeinden nutzen kann. Wir jedenfalls waren sehr interessiert und werden dran bleiben, für eine lebens- und liebenswerte Region. (bbb)

Gute Ausbildungsbedingungen - dann klappt’s auch mit dem Fachkräftenachwuchs

 

Einmal jährlich lädt die Handwerkskammer ein, um über aktuelle Probleme in Sachen Ausbildungsmarkt mit Menschen aus der Politik, der Wissenschaft und mit anderen Beteiligten und Interessierten zu diskutieren. Am Mittwoch trafen sich dann ca. 100 Expert*innen im der Berufsschule Magdeburg am Krökentor, um über den Übergang von Schule in den Beruf zu diskutieren. Das Landesinstitut für Schulqualität (LISA) stellte ein vergleichsweise neues Programm vor – die Praxislerntage – um den Unterricht im schulischen Kontext mit vielfältigen Praxiserfahrungen in den Unternehmen Sachsen-Anhalts zu verbinden. Die Schüler*innen dürfen sich dabei von ihren Neigungen und Interessen leiten lassen und sich selbst ein Unternehmen für ihre Praxislerntage wählen. Es ist keine klassische Berufsorientierung, aber einen Einblick in berufliche Praxis ermöglicht das Programm schon. Auch für die Entwicklung von Berufswahlkompetenz - der Kompetenz, zwischen unterschiedlichen Berufsfeldern das Passende für sich selbst zu finden und auszuwählen, ist das eine nützliche Sache. Das Handwerk klagt schon seit einigen Jahren darüber, zu wenig Auszubildende zu bekommen. Es mangele an Interesse bei den potenziellen Bewerber*innen. Dazu gehören jedoch zwei Seiten. Auch das Handwerk selbst muss sich fragen lassen, wie die Ausbildungsbedingungen für die jungen Leute in ihren Unternehmen während der Ausbildung gestaltet sind. Möglichst so, dass Berufe im Handwerk auch attraktiv sind für junge Leute. Dazu gehört die Qualität der Ausbildung ebenso wie Mitbestimmungsrechte und eine angemessene Ausbildungsvergütung. Hier gibt es bekanntermaßen „Luft nach oben“. Deshalb ist die Abbruchquote in diesem Bereich auch besonders hoch. Ein Kreishandwerksmeister schlug deshalb vor, Zulassungsbeschränkungen für das Abitur einzuführen, in der Hoffnung, dass dann mehr Bewerber*innen an die Tür des Handwerks klopfen, um ausgebildet zu werden. Aber: Bildung zu limitieren, für junge Leute zu begrenzen, halte ich in einer Wissensgesellschaft nicht für eine gute Idee. Im Gegenteil: so viel Bildung wie möglich, muss die Devise heißen. Sie ist gewissermaßen ein Rohstoff für junge Leute in einer Wissensgesellschaft. Dafür muss Schule – auch im gegliederten Schulsystem – die besten Voraussetzungen schaffen. Wenn so viel wie möglich junge Leute das Abitur ablegen, ist das für eine Gesellschaft durchaus eine große Ressource. Abiturient*innen können dann auch für eine Ausbildung im Handwerk geworben werden. Warum auch nicht? Aber auch hier gilt: Die Ausbildungsbedingungen müssen stimmen. Dann wird’s auch mit dem Fachkräftenachwuchs. (bbb)

Forum open education - Bildung offen, frei und digital

Es geht um offene Bildung (open education). Das meint was? Freie Software (open educational Ressources) erlaubt einen Blick hinter die digitalen Kulissen, auf offene Quellcodes – die digitale Quelle eines Programms oder einer App. Freie Bildungsmaterialien hat bereits die UNESO im Jahr 2015 definiert: Es sind Bildungsmaterialien, die man frei verwahren, verteilen, verändern, verbreiten, vermischen kann. Lehrkräfte und Schüler*innen erarbeiten und gestalten freie Bildungsmaterialien und stellen sie dann allen anderen frei zur Verfügung auf Bildungsservern. So geht digitale Mündigkeit, denn Schüler*innen lernen so eine souveräne Nutzung und eine kritischen Blick auf Medien zu werfen, sich damit  auseinanderzusetzen. Programmieren wird alsbald zu den Schlüsselkompetenzen gehören. Es geht also nicht darum, die Software großer Unternehmen wie Microsoft und Apple zu verbreiten, so dass junge Leute auf deren Nutzung „getrimmt“ werden. Sondern es geht darum, selbst Bildungsmaterialien zu erstellen und sie anderen zur Verfügung zu stellen, ohne Abhängigkeiten von Lizenzen und kostenpflichtigen Neuerungen (updates). Und es braucht eine neue Lernkultur: kollaboratives Lernen, Lernen im Team und in Kooperation. 

Die Bildungspolitiker*innen der demokratischen Fraktionen im Bundestag waren eingeladen, gemeinsam im Team mit anderen Engagierten Ideen zu entwickeln, wie Chancengleichheit mit digitalen Mitteln gefördert werden kann, wie die Lehramtsausbildung verbessert werden muss, wie man Künstliche Intelligenz fürs Lernen einsetzt, wo Chancen und Risiken sind. Eine Idee für mehr Chancengleichheit war, die Schulbibliotheken zu Medienzentren an Schulen auszubauen. Dazu brauchen sie Profis unterschiedlicher Professionen: Lehrkräfte, Techniker*innen, Administrator*innen und Sozialarbeiter*innen. Dazu brauchen sie aber auch Ressourcen: Geld und Zeit. Noch gibt es sowas wahrscheinlich in zu wenigen Schulen. Der Mangel ist ja in unserer Bildungswirklichkeit ein zentrales Problem. Aber eine schöne und nützliche Vision ist es allemal: Schüler*innen lernen gemeinsam und voneinander, ohne Stigmatisierungen und Ausgrenzung. Es gibt für alle den notwendigen Zugang zu leistungsfähigem Internet und zu eigenen Geräten. So denkt sich Bildung in digitaler Gesellschaft. Die Wirklichkeit an Schulen ist davon noch weit entfernt. Aber es lohnt sich, Schritt für Schritt solche Weg zu gehen. Und vor allem diejenigen zu unterstützen, die sich in diesen Fragen engagieren. So das Bündnis für freie und offene Bildung.

Hier geht’s zur Internetseite mit vielen weiteren Impulsen. (https://buendnis-freie-bildung.de)

Ein Scheck für kleine Feuerwehrmenschen

Seit vielen Jahren spenden die Bundes- und die Landtagsabgeordneten der LINKEN einen Teil ihrer Diäten für gute und sinnvolle Zwecke. Unterstützt werden Projekte in Vereinen, Verbänden, in Schulen und Kitas. Und so haben auch wir im Burgenlandkreis immer mal wieder die Möglichkeit, Vorhaben auch finanziell zu unterstützen. 400 Euro spendeten wir aus dem Fraktionsfond der Bundestagsfraktion an die Kinder- und Jugendfeuerwehr Krössuln bei Teuchern. Die jungen Feuerwehrfrauen und männer wollen damit ein Ausbildungscamp finanzieren. Löschen üben, Insektenhotels bauen. Das gehört dazu – zu einem lebendigen Kinder- und Jugendfeuerwehrleben. Das unterstützen wir gern. (bbb)

Digitales Lernen an der Ganztagsschule in Friedrichstadt

Am Nachmittag waren wir zu Gast bei einer "alten" Bekannten. Ines Petermann – Schulleiterin der Gemeinschaftsschule in Wittenberg – mit eigener geplanter Oberstufe – hat uns schon sehr oft ihre Expertise und ihre Erfahrungen aus der Schulpraxis zur Verfügung gestellt und ist immer wieder eine freundliche und kompetente Gesprächspartnerin. Dieses Mal ging es um digitales Lernen. Schüler*innen und Lehrkräfte haben sich auf den Weg gemacht, das Lernen mit digitalen Mitteln voranzubringen. Die Schule selbst arbeitet mit Linux – also mit freier Software. So bleiben sie unabhängig vom Kauf teuerer Lizenzen großer marktbeherrschender Unternehmen. Gelernt und profitiert hat die Schule vor allem von ihrem Besuch in Finnland. Dort ist digitales Lernen schon sehr fortgeschritten. Die finnischen Kolleg*innen unterstützten mit Ideen, mit Material und Ausrüstung. Schüler und Lehrkräfte lernen gemeinsam auf der Moodle-Plattform. Eine Cloud, die ermöglicht, vielfältiges Unterrichtsmaterial dort zu "lagern", jederzeit nutzbar für die Kolleg*innen wie auch die Schüler*innen. Die Schule ist gut gewappnet für den Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht – auch unabhängig von Coronabedingungen. Und die jungen Leute setzten sich sehr frühzeitig kritisch und konstruktiv mit digitalen Medien auseinander. (bbb)

 

Wiedermal in Wittenberg – meinem Patenwahlkreis

Vier Bundestagsabgeordnete vertreten DIE LINKE. Sachsen-Anhalt in Berlin. Jede*r von uns ist für mehrere Landkreise Ansprechpartner*in. Wittenberg gehört zu meinen "Patenwahlkreisen" als Bundestagsabgeordnete. Auch der Landkreis Mansfeld-Südharz, der Saalekreis gehören dazu. Ich versuche, einmal im Monat, dort vor Ort zu sein und mit Bürgermeistern, mit Vereinen und Verbänden, in Kitas und Schulen mit Praktiker*innen ins Gespräch zu kommen.

 

Glockengießen für Frieden und Demokratie

Die Ratsglocke von Sangerhausen ist 1940 dem Krieg des Hitlerfaschismus zum Opfer gefallen – eingeschmolzen für Waffen und Kriegsmaterial. Der Stadtrat und die Stadtverwaltung höchstselbst hatten die Glocke damals zum „Führergeburtstag“ geopfert. Im Jahr 2019 hat der Stadtrat in Sangerhausen beschlossen, sich dafür einzusetzen, mit einer groß angelegten Spendensammlung eine neue Ratsglocke gießen zu lassen. Eigens dafür hatte sich ein fünfköpfiges Glockenkuratorium gefunden, dass die Aktion organisierte und begleitete. In Sangerhausen stieß das auf große Resonanz. Viele Einwohner*innen der Stadt fühlten sich angesprochen, ebenso die Vereine, die Händler und nicht zuletzt die Sparkasse in der Stadt. Am vergangenen Dienstag – dem Weltfriedenstag – war es dann so weit. Insgesamt 350 Leute waren in den ehemaligen Marstall in der Kylischen Straße gekommen, um den Guss der neuen Ratsglocke live zu erleben. Das Kuratorium wollte damit am Weltfriedenstag auch an das Ende des Krieges 1945 erinnern. Der Guss der Glocke kostet ca. 15.000 Euro. Sie wird ausschließlich aus Spenden finanziert, die Summe ist fast zusammengekommen. Auch der Fraktionsfond der Bundestagsfraktion hat sich daran beteiligt. Da es mein Patenwahlkreis ist, durfte ich diese Spende begleiten und übergeben. Das erste Mal, dass ich einen Glockenguss erleben durfte. Weit über 1000 Grad waren für den Schmelzvorgang notwendig. Unter den Glockengießer*innen befand sich im Übrigen auch eine Glockengießerin. Auch das überraschend und interessant. Bedauerlich war, dass der Oberbürgermeister der Stadt Sangerhausen Sven Strauß (SPD) der Veranstaltung demonstrativ fernblieb. War es doch ein wichtiges Zeichen am Weltfriedenstag. Unstimmigkeiten im Vorfeld führten wohl zu dieser Entscheidung. Schade und nicht wirklich ein Zeichen von politischer Sensibilität und charakterlicher Größe - so könnte man meinen. Herzlichen Dank dagegen auch an die Sangerhäuser LINKE – vor allem Holger Hüttel –, die bzw. Der sich bei diesem Vorhaben sehr engagiert hat. (bbb)

Digitalpakt Schule

Allgemein bekannt ist, dass die Mittel aus dem Digitalpakt Schule nur sehr zäh dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. Einmal mehr und gerade während der Coronakrisenzeit, in der der Wechsel von Präsenzunterricht und digital unterstütztem Lernen zu Hause den Lernfortschritt vieler Schüler*innen sichern soll, fehlen die nötigen Mittel und Geräte.
Birke Bull-Bischoff, die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, fragte deshalb Mitte August genauer nach, denn die Länder sind auf der Basis der Verwaltungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern bis zum 15. August 2020 aufgefordert, über den derzeitigen Mittelabfluss im Rahmen des Digitalpaktes Schule zu informieren. Lediglich ca. 5% der Mittel sind nunmehr vertraglich gebunden. Was wiederum heißt, 95% des Geldes liegt brach. In den einzelnen Bundesländern gestaltet sich das unterschiedlich (vgl. Antwort auf die Anfrage). So erscheint der Bildungsföderalismus derzeit eher als Bildungsbremse. In zig Instanzen muss das Geld bewilligt, konzipiert und geplant, müssen offenbar Kompromisse gefunden werden. Eine angemessene Ausstattung mit leistungsfähigem Internet lässt so immer weiter auf sich warten.

 

Und hier ist ein taz-Artikel dazu: https://taz.de/Digitalisierung-der-Schulen/!5710635/

 

Mit Sport gegen Mobbing

Nun schon zum zweiten Mal fand in Bad Dürrenberg - dieses Mal im Ortsteil Vesta - ein Sportfest für Kinder und Jugendliche statt, organisiert vom Verein Solejugend Bad Dürrenberg e.V. Es geht darum, im wahrsten Sinne des Wortes Kräfte zu sammeln gegen Mobbing, sich selbst in seiner Stärke zu erleben, Verbündete zu finden. Ein guter Grund also, bei der Finanzierung dieses Anliegens zu helfen. Sowohl der Fraktionsfond der Bundestagsfraktion als auch der Solidarfond der Landtagsfraktion haben deshalb mit den Spenden der Abgeordneten diese Veranstaltung unterstützt. Nicht nur deshalb sind wir deshalb am Sonntag vor Ort gewesen. Schönes Wetter, viele Gäste, Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern tummelten sich auf dem Sportplatz in Vesta, einem Ortsteil von Sangerhausen. Auch Künstler*innen waren zu Gast. Viele Angebote gab es, um sich selbst zu erleben, um Kinder stark zu machen, um Armut und Diskriminierung zu thematisieren. Nicht nur das. Auch Hilfsangebote waren vor Ort - so die Profis vom Caritasverband Mobbing Help! Es war ein sehr lehrreicher Nachmittag. Die Spenden der Abgeordneten waren und sind gut angelegt. Also gern wieder. (bbb)

 

 

Klimaschutz braucht für die Akzeptanz vor Ort den Kompromiss

Nach der Sommerpause war am 21. August wieder ein Wahlkreistag im Patenwahlkreis Mansfeld-Südharz angesagt. Dieses Mal war die Verwaltungsgemeinschaft Goldenen Aue unser Ziel, das Gebiet rund um die Gemeinden Berga und Kelbra im Süden von Sangerhausen, rund um den schönen Stausee. 

Es ist schon seit zwei Jahren ein Ärgernis, dass das Wasser des Stausees regelmäßig im Sommer abgelassen wird. Hinzu kommt die großflächige Verdunstung durch die extrem trockenen Sommer. Die Folge ist eine starke Verschlechterung der Wasserqualität durch Ansammlungen von Algen. Das wiederum führt dazu, dass Baden und Wassersport kaum noch möglich ist. Für die Einheimischen und ihre Gäste auf dem anliegenden Campingplatz gerät das zum Desaster. Auf der anderen Seite soll damit Raum für das Rasten der Kraniche geschaffen werden. Auch ein effektiver Hochwasserschutz nach der Schneeschmelze im Harz soll gesichert werden. Auf diese Weise erleben die Menschen vor Ort Klimaschutz eher als Bedrohung, denn als Gewinn. Eine schlechte Perspektive für dessen Akzeptanz. Ein Kompromiss muss also her. Die Landtagsfraktion der LINKEN in Magdeburg hat dieses Problem zum Thema gemacht. Auch der Umweltausschuss des Landtages war bereits vor Ort. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Dabei wären die Akteure vor Ort durchaus bereit. Das Ablassen des Wassers erst Ende August wäre für die Sommersaison in der Region eine Alternative. Man darf gespannt sein, wie sich das Umweltministerium unter grüner Führung dazu verhalten wird. Andererseits darf man auch nicht verschweigen, dass es auch neue Geschäftsmodelle geben muss, die dem Klimawandel Rechnung tragen - auch unter Einbeziehung des Vogelschutzes vor Ort. Was viele Jahre funktioniert hat, wird in Gefahr geraten - so oder so.

 

Nicht immer nur Bildung: Zu Besuch in der AG Balgstädt

Als Bildungspolitikerin auf landwirtschaftlicher Erkundungstour: Zuhören und Verstehen ist angesagt. Das ist eine Herausforderung! So wie auch schon im Juli, beim Besuch der Agrargenossenschaft AGRICOLA in Rehmsdorf. Heute war es ein Familienunternehmen, das der Familie Schmidt in Balgstädt. Mitten in die Ernte waren wir hineingeplatzt. Eigentlich also viel Arbeit für alle Familienmitglieder. Und dann noch Politiker*innen. Dennoch nahmen sie sich Zeit für uns, für uns, die wir neugierig darauf waren, wie es der Landwirtschaft so geht. Vor allem angesichts der eindrucksvollen Demonstrationen der Bauern im Juni diesen Jahres in Berlin. Nach Schätzungen waren es ca. 12.000 Traktoren, die Berlins Straßen lahmlegten, um auf die zunehmenden Probleme der Landwirte aufmerksam zu machen. Das hat zu tun mit exorbitant steigenden Bodenpreisen, über die Empörung über den Bodenkaufs der Aldi-Stiftung war in den Medien zu lesen. Es hat zu tun mit den Konsequenzen aus der Düngemittelverordnung, die Reaktion auf die hohe Nitratbelastung des Bodens ist, in ihrer konkreten Ausführung jedoch vor allem die Unternehmen belastet, die mit Altlasten zu kämpfen haben oder aber deren Messstellen in der Nähe alter Deponien stationiert ist und so große Teile des Bodens gewissermaßen in Mithaftung genommen werden. Ein hoher Anteil des Bodens in Unternehmen gehört zu den so genannten roten Gebieten. Und es ist die Bürokratie, die vielen Landwirten das Leben einfach nur noch schwer macht und jegliche Innovation - wie zum Beispiel ein eigenes Hühnermobil mit idealen Bedingungen für das Tierwohl - nur mit energiefressendem Kampf überhaupt möglich macht. Es ist wichtig, dass auch die Perspektive der Landwirte in die politische Debatte fair und sachlich einfließt. Mit oberflächlichen Erzählungen und Plattheiten ist dem nicht Genüge getan. Aus diesem Grunde ist es auch für Bildungspolitiker*innen unumgänglich, sich eben auf eine solche landwirtschaftliche Erkundungstour zu begeben, um zu verstehen - was nicht zwangsläufig heißt, auch einverstanden zu sein.

 

Berufliche Bildung vor Ort in Köthen

Seit mehr als zwei Jahren arbeitet im Bundestag eine Enquetekommission „Berufliche Bildung in digitalisierter Arbeitswelt“. Expert*innen und Abgeordnete arbeiten miteinander an Handlungsempfehlungen für die duale und die schulische Ausbildung im Zeitalter digitaler Produktionsmittel. Wichtig ist hier, auch die Sicht der Praktiker*innen vor Ort einzuholen. Deshalb sind wir monatlich auch in den Landkreisen unterwegs, in Berufsschulen, in kleinen und mittleren Unternehmen, bei freien Bildungsträgern, um auch deren Perspektive kennenzulernen. Der erste Besuch nach der Sommerpause führte uns nach Köthen. Gemeinsam mit Christina Buchheim, der direkt gewählten Landtagsabgeordneten im Landkreis waren wir auf den Spuren arbeitsmarktpolitischer Träger. Die KöBeG - ein erfahrener Träger für Arbeitsförderung und Bildung in der Stadt und der Umgebung - ermöglicht vielen Menschen mit besonderen Schwierigkeiten bei der Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt eine Perspektive, mit eigener sinnvoller Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Was unter diesen besonderen Bedingungen möglich ist: die Restaurierung einer alten Kirche, eines alten Friedhofgeländes in Baasdorf wäre allein mit den Mitteln der Gemeinde oder der Kirche nicht möglich gewesen. Oder die Sanierung eines Spielplatzes, auch dafür fehlt den Kommunen in aller Regel das Geld. Die Beschäftigten der KöBeg brauchen mehr Zeit und Ruhe für ihre Arbeit, das Ergebnis ist dennoch beeindruckend. Das alles erinnert sehr an die Diskussionen in der PDS Mitte der 90er Jahre zum Modell eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors – damals kurz ÖBS genannt. Nützliche Arbeit zu vernünftigen Arbeitsbedingungen öffentlich finanziert, gerade in Bereichen, die nicht sofort Gewinne abwerfen. Nützliche Arbeit für Menschen mit so genannten Vermittlungshemmnissen. Herzlichen Dank an diejenigen, die sich immer und immer wieder engagieren für solche Möglichkeiten auf dem so genannten zweiten Arbeitsmarkt. Gut, dass es ihn gibt. Nicht nur für die Beschäftigten, sondern ebenso für die Gesellschaft insgesamt. (bbb)

 

Zu Gast bei den Naumburger Domstiftern

Seit mehr als einem Jahr sind wir Welterbe, mit dem Dom in Naumburg. Die Region rund um Naumburg hofft darauf, dass mit dem Titel auch mehr Renommee verbunden ist, dass der Tourismus gestärkt wird.

Der verliehene Titel selbst ist keineswegs mit mehr Geld verbunden. Um die geplanten Vorhaben finanzieren zu können, aber auch, um die Mitarbeiter*innen vernünftig bezahlen zu können, die sich beispielsweise um die öffentliche Wahrnehmung, um die Kunst im Dom kümmern. Hier sind letztlich auch Bund und Land gefragt. Ein guter Anlass also, mal bei den Naumburger Domstiftern vorbeizuschauen. Begleitet wurde ich von Katrin Budde, der Vorsitzenden des Kulturausschusses im Bund. Die öffentlichen Debatten um den Dom sind medial nicht immer glücklich verlaufen. Eine der ganz großen Herausforderungen im Burgenlandkreis ist die Bewältigung des Strukturwandels nach Auslaufen der energetischen Braunkohlegewinnung. Das ist mit sehr viel Geld verbunden. Das ist mit der Sorge verbunden, dass einzelne Regionen abgehängt werden. Die Erfahrung anderer Regionen im Burgenlandkreis Anfang der 1990er Jahre hat erhebliches Misstrauen hinterlassen. Eine Kooperation der Regionen ist dadurch stark belastet, das ist immer wieder zu spüren. Die Begeisterung für das Welterbe ist demnach nicht in allen Teilen des Landkreises gleichmäßig verteilt.

Hier ist es wichtig, dass mit dem Pfund nicht nur in Naumburg und Umgebung „gewuchert“ wird, sondern dass auch in Zeitz, in Weißenfels zu spüren ist, dass der Dom für die gesamte Region ein ein Anziehungspunkt und damit ein Gewinn ist.

Darüber und natürlich auch über eine Finanzierung des Bundes sind wir mit den Domstiftern ins Gespräch gekommen, haben Vereinbarungen getroffen, wie wir in dieser Frage unterstützen können. Und ganz am Rande: Der Dom ist durchaus enkelmädchentauglich. Meine fünfjähriges Enkelmädchen, war interessiert und neugierig. Mindestens das Geländer, das vom Künstler Heinrich Apel geschaffen, seit 2015 im Dom zu bewundern ist, stieß auf ihr Interesse.

 

Die Phönix-Theaterwelt - Kunst auf eigene Kosten

Normalerweise finanziert eine Stadt - zumal in der Größe wie Wittenberg - auch das Angebot an Kultur und Kunst in der Stadt, zumindest zum Teil. Nicht so in Wittenberg. Schon 2008 ist das Wittenberger Theater durch das Land geschlossen worden. Es fanden sich Mutige, die ein Teil des Angebotes erhalten wollten. Sie gründeten einen Träger- und einen Förderverein. Die Phönix Theaterwelt war geboren. Ca. 50 bis 60 mal im Jahr stehen hier Künstler und Ensembles auf der Bühne und bieten den Wittenbergern und ihren Gästen Kultur und Kunst vom Feinsten. DAs stößt auf große Resonanz. Im Übrigen hat auch DIE LINKE die Theaterwelt immer wieder für eigene Veranstaltungen genutzt. Es ist ein ehrwürdiges Haus mit eigener Bühne, einschließlich Drehbühne - und damit einzigartig in der Stadt.

Nun könnte man denken, ja, Kultur und Kunst sind allermeistens Zuschussunternehmen und deshalb beteiligt sich die Gemeinde - in diesem Fall die Stadt Wittenberg - an deren Unterhalt. Weit gefehlt. Die Theaterwelt wird vollständig ehrenamtlich aufrecht erhalten. Das heißt, es finden sich engagierte Leute, junge und alt, die den Einlass absichern, die Karten kontrollieren, die Technik bereitstellen. Auch die Organisation des Spielplanes liegt in der Hand der Vereinsvorsitzenden. Es ist unverständlich. Ist es doch eine kulturelle Bereicherung für die Stadt. Nicht einmal ein Anteil für die Betriebskosten wird bereitgestellt. Die Verhältnisse im Stadtrat Wittenbergs sind leider nicht so, dass hier Abhilfe geschaffen werden könnte. Alte Feindschaften und neue Zerwürfnisse. Nur kann das ausschlaggebend sein für das kulturelle Gesicht der Stadt? Offensichtlich ja. DIE LINKE wird sich erneut dafür einsetzen, dass sich die Stadt zumindest zu einem Teil an der Finanzierung der Theaterwelt beteiligt. Dazu werden wir uns gesondert verabreden, um zu überlegen, wer hier wie unterstützen kann. Zunächst haben wir erstmal einen Spendenscheck übergeben, finanziert aus den Diätenerhöhungen der Abgeordneten. Gut so. Aber damit ist das Problem natürlich nicht gelöst. Hier werden wir uns reinhängen müssen – wie man so schön sagt. (bbb)

 

Landwirtschaft in schwierigen Zeiten: AGRICOLA in Rehmsdorf

Am Mittwoch vormittag waren die Abgeordneten Birke Bull-Bischoff, Katja Bahlmann und Kerstin Eisenreich, die landwirtschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion zu Gast bei AGRICOLA in Rehmsdorf. Zwei junge Geschäftsführer*innen begrüßten uns: Christian Oehler und Stefanie Wetzel. Beide studierte Agrarwissenschaftler*innen, die das Familienunternehmen führen. Und das mit viel Enthusiasmus und Energie in schwierigen Zeiten. Selbstverständlich ist die Krise auch an ihnen nicht spurlos vorbei gegangen. Die sinkenden Milchpreise während des Lockdowns und dem Stop von Exporten bringen sie an den Rand wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Gutes Personal will gut bezahlt werden. Das ist für das Unternehmen wahrlich keine einfache Aufgabe. Hinzu kommen die Spekulationen mit den Bodenpreisen. Ein Thema, das die Landtagsfraktion schon seit Jahren umtreibt. Die Verkaufspraxis der BVVG im Land ist hier alles andere als ein Vorbild. Auch der Absatz der landwirtschaftlichen Produkte ist immer wieder eine Herausforderung. „Geiz ist geil“ macht es den landwirtschaftlichen Unternehmen sehr schwer. Erzeugerpreise sind da in weiter Ferne, so dass die Landwirtschaft im Allgemeinen auf die Unterstützung der Europäischen Union geradezu angewiesen ist. Die Macht der Handelsketten ist groß. Verbraucher*innen sind meist nur in den Umfragen bereit, höhere Preise für Fleisch zu zahlen. Das Unternehmen bildet seit vielen Jahren aus. Und wird das auch künftig tun, trotzdem es mit Schwierigkeiten verbunden ist. Auch hier gibt es die Erfahrung, dass die Azubis nach dem Ende der Ausbildung dann zumeist von den großen Unternehmen der Umgebung abgeworben werden. Die Einkommensmöglichkeiten sind dort halt viel besser. Ein landwirtschaftliches Unternehmen kann da kaum mithalten. Allein das zeigt: Es braucht regionalisierte Wirtschaftskreise, Unternehmen in der Region müssen eine faire Chance haben, ihre Produkte in der Region zu vermarkten, ohne durch Angebote totkonkurriert zu werden von großen Händlern. So werden auch hohe Transportbelastungen vermieden, verbunden mit Kosten und mit Umweltbelastung, die durch die Allgemeinheit getragen werden. Ein ruinöser Wettbewerb stärkt nur die Monopolisten und lässt den kleinen und Kleinstunternehmen vor Ort kaum eine Chance, sich am Markt zu behaupten. Faire Marktwirtschaft sieht anders aus! (bbb)

 

Menschen mit Behinderungen eine Chance auf Erwerbsarbeit geben

Insbesondere für Menschen mit so genannter geistiger Behinderung oder mit seelischen Beeinträchtigungen gibt es die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Die Eingliederungshilfe (Sozialgesetzbuch XII) stellt finanzielle Ressourcen bereit, so dass sie dort die Möglichkeit erhalten, vergleichsweise einfache Arbeitstätigkeiten zu realisieren. Die Aufträge erhalten die Werkstätten oftmals von Unternehmen der Region, die auf diese Weise Teile ihrer Produktion ausgliedern. Träger dieser Unterstützung ist das Land, sind die Länder.

In einer solchen Werkstatt waren wir am Dienstag zu Gast, in der Werkstatt der evangelischen Stadtmission Halle. Mit dabei waren auch unsere beiden Abgeordneten Katja Bahlmann und Birke Bull-Bischoff. Beide Geschäftsführer*innen standen uns Rede und Antwort zu wichtigen Fragen der „Behindertenhilfe“. Auch beide Werktstatträte – vergleichbar mit den Betriebsräten in anderen Unternehmen – waren dabei. Es ging um die Möglichkeiten, den Beschäftigten auch am 1. Arbeitsmarkt eine Chance auf Teilhabe zu ermöglichen. Es gibt sie, die so genannten Außenarbeitsplätze. Aber in aller Regel sind die Unternehmen nicht bereit, die Risiken zu tragen, die mit der Beschäftigung von behinderten Menschen durchaus verbunden sind. Hier bräuchte es sozialpädagogisches Personal in den Unternehmen selbst, das entweder durch die öffentliche Hand finanziert oder aber von den Werkstätten aus den Unternehmen zur Verfügung steht. Ein solches Modell gibt es bereits in Österreich. Immer wieder stellt sich auch die Frage nach dem Mindestlohn für Beschäftigte der Werkstätten. Momentan nützt ein solcher Mindestlohn nicht wirklich den betroffenen Menschen, denn er wird angerechnet auf die Sozialleistungen, die im Rahmen des SGB XII und anderen Sozialgesetzbüchern gezahlt werden. Die Werkstätten selbst sehen sich außerstande, einen Mindestlohn zu erwirtschaften. Im Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird derzeit über eine Studie verhandelt, die Finanzierung der Arbeit der Werkstätten, also das System insgesamt, zu reformieren. Man darf gespannt sein, welche Entwicklung hier entsteht. Das Bundesteilhabegesetz jedenfalls, ist für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf eher ein Rückschritt als ein Fortschritt - so beide Geschäftsführer*innen. Die Stärkung von Selbstbestimmung bringt gerade diese Menschen in fatale Situationen, denen sie nur durch große Unterstützung gewachsen sein können. Und genau die wird beschränkt. In jedem Fall wird DIE LINKE diese Diskussion weiter vorantreiben. Denn auch den Beschäftigten der Werkstätten muss ein Mindestlohn zustehen, so dass das eigene Leben gut finanziert werden kann. Immerhin arbeiten auch sie und haben so ihren Anteil am Bruttosozialprodukt. (bbb)

 

Ein starkes Netzwerk für Migrant*innen in Sachsen-Anhalt

In Halle trafen wir uns am Montag mit drei Vertreter*innen der LAMSA – des Landesnetzwerkes der Migranten*innenorganisationen in Sachsen-Anhalt. Gerade haben sie eine Kampagne gestartet, um auf rassistische Entwicklungen mitten in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Immerhin ist gerade die Polizei im kritischen Blick der Öffentlichkeit. Und anstatt mit den Vorwürfen offen und transparent umzugehen, notwendige Veränderungen und Konsequenzen gemeinsam zu diskutieren, verhindert das Bundesinnenministerium derzeit eine Studie der Polizeihochschule, die rassistischen Tendenzen in der Polizei auf den Grund gehen soll. Zu Recht stößt das auf öffentliche Kritik. Die Debatten um Ausgrenzung und Diskriminierung von Migrant*innen sind schon viele Jahre alt. Die Frage bleibt, weshalb sich so wenig ändert. Genau das war auch das Thema unserer Diskussion am Montag im Linken Laden in Halle. Liegt die Abwehr einer ehrlichen Auseinandersetzung darin begründet, dass der Vorwurf des Rassismus immer auch den Moment der Beschuldigung in sich trägt, der unweigerlich zu Abwehr führt? Dennoch muss ja Rassismus auf gesellschaftliche Ächtung treffen. Ein Dilemma? Wie kann man bereits in der frühkindlichen Bildung und in den Grundschulen etwas dagegen tun? Wie kann man Vorurteile abbauen, wenn doch die Zahl der Migrant*innen überschaubar bleibt, vor allem in den ländlichen Gegenden unseres Landes, also gemeinsame Begegnungen nicht eben wahrscheinlich sind. Komplizierte Fragen, auf die es keine einseitigen und eineindeutigen Antworten zu geben scheint. Die Kampagne der LAMSA soll sie anregen. Leider trifft sie bereits jetzt auch unter Politiker*innen auf wenig Unterstützung, stattdessen auf Abwehr und Kleinreden. Ganz sicher wird durch Schweigen und Beschönigen das Problem eher größer als kleiner. Deshalb spricht sich DIE LINKE für einen offenen und transparenten Diskurs aus. Wir müssen uns mit unseren Rassismen auseinandersetzen, den kleinen und unscheinbaren, wie den großen und skandalösen. (bbb)

 

AUF SOMMERTOUR MIT DER LANDTAGSFRAKTION DIE LINKE

Die Landtags- wie auch die Bundestagsabgeordneten der LINKEN nutzen in jedem Jahr die Sommerpause des Parlaments, um in ihren Wahlkreisen auf Sommertour zu gehen. Das fand in diesem Jahr in einer konzertierten Aktion statt, vom 13. bis zum 17. Juli. Mit dabei waren auch unsere beiden Abgeordneten Birke Bull-Bischoff und Katja Bahlmann. Auch Kerstin Eisenreich, Petra Sitte, Henriette Quade, Hendrik Lange begleiteten die Tour durch den Süden Sachsen-Anhalts. Es sind großartige Gelegenheiten, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen, in andere politische Bereiche „hineinzuschnuppern“ und vieles zu lernen, Neues zu erfahren, über linke Politik zu diskutieren. Die Sommertouren gehören deshalb jedes Jahr zum notwendigen „Werkzeug“ der Abgeordneten, um sich in politische Debatten kenntnisreich einzumischen und die Sicht von Betroffenen, von Experten, Wissenschaftler*innen und eben vielen Engagierten einzuholen und in der Diskussion eine Stimme zu geben. Die Tage waren reichlich gefüllt mit Terminen. Die „ertragreichsten“ und interessantesten wollen wir hier vorstellen.

 

„Gut durch die Krise gekommen?“ - DIE LINKE. Fraktion ludt zur Anhörung

Ob wir noch mittendrin sind, oder schon aus dem Gröbsten raus - wir wissen es nicht. Aber alle haben Erfahrungen gemacht mit der Krise und den Konsequenzen daraus. Höchste Zeit also auch für eine linke Oppositionsfraktion, die Karten auf den Tisch zu bringen. Was haben wir aus der Krise gelernt? Auch die Frage der Bildungsgerechtigkeit spielte bei der Anhörung der Fraktion DIE LINKE am vergangenen Donnerstag eine große Rolle. Gemeinsam mit Ullrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband und Norbert Müller, unserem kinder- und jugendpolitischen Sprecher haben wir das Problem von Kindern und Jugendlichen in Schule, und in der Kinder- und Jugendhilfe näher beleuchtet und über Alternativen diskutiert. Das Bildungssystem jedenfalls ist in keinem guten Zustand. Und auch die Krise trifft nicht alle gleichermaßen. DAs haben die letzten Monate einmal mehr offen gelegt. Vor allem die Schwächsten sind betroffen: Kaum eigene digitale Lerngeräte, viel zu kleine Wohnungen ohne Rückzug, Eltern, die von eigenen Sorgen geplagt sind. Einmal mehr fordern wir hier eine digitale Grundsicherung für alle Schüler*innen, finanziert aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Für ca. 3 Mio. Kinder und Jugendliche würde sich so schon mal ein Problem lösen lassen. Viel zu wenig Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen - ein Mangel, der wie kaum ein anderer anschlussfähig ist an das, was Menschen Tag für Tag erleben. Das merkt man bei den Unterschriftensammlungen zum Volksbegehren in Sachsen-Anhalt momentan sehr deutlich. Auch das ist vor allem ein Problem für Schüler*innen, die in besonderer Weise auf Pädagog*innen angewiesen sind. Auch hier ist der Bund gefragt, eine Lehrkräfteoffensive zu starten und Schulsozialarbeit als Regelaufgabe ins SGB VIII zu übernehmen. Der Antrag der LINKEN liegt noch im Ausschuss, eine gute Gelegenheit also, zu zeigen, dass auch die Koalition aus der Krise gelernt hat. Über eine Stunde lange diskutierten wir über neue Lernkulturen, die wir brauchen, über den Druck, dem Schüler*innen ausgesetzt werden, über die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, die in Krisenzeiten einmal mehr unter Druck geriet. Es war ein neues, ein digitales Format, der Krise geschuldet. Dafür aber sehr interessant. Spaß hat es gemacht und viele Leute haben wir erreicht, um der Legende „Gut durch die Krise gekommen…“ klar und unmissverständlich zu widersprechen und die Dinge beim Namen zu nennen.  (bbb)

 

Hier kann man sich die Veranstaltung noch einmal ansehen: https://www.facebook.com/linksfraktion/videos/280313333321807

 

 

Die Zukunft der Beschäftigten nach dem Kohleausstieg muss gesichert werden! Die Zivilgesellschaft gehört eingebunden in den Prozess des Strukturwandels

Am vergangenen Freitag, 3. Juli 2020, ist der Tag in der Debatte im Bundestag mehrfach als einer bezeichnet worden, der in die Geschichte einginge. Der Kohleausstieg ist nunmehr bis spätestens 2038 beschlossene Sache. Der Bundestag hat das Gesetz zum Kohleausstieg wie auch das Strukturstärkungsgesetz verabschiedet. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Lorenz Gäste Beutin, kritisierte beim Kohleausstieg, dass damit die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden können. Im ursprünglich verhandelten Kompromiss in der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung war der stetige Abbau der Verstromung der Braunkohle verabredet worden Durch die nunmehr verabredetet so genannte Kaskadenabschaltung werden vor allem die belasteten emissionsstarken Kraftwerke erst gegen Ende der Laufzeit abgeschaltet, dadurch werden ca. 140 Mio. Tonnen CO2 zusätzlich ausgestoßen. 

Auch die Entschädigungsleistungen der Bundesrepublik an große Kraftwerkskonzerne wie die LEAG in der Lausitz stoßen auf Kritik vieler Verbände - auch der LINKEN. Sie seien nicht transparent und verschafften den großen Unternehmen Ausgleich für lediglich vermeintlich entgangene Gewinne. Die MIBRAG im Mitteldeutschen Revier kann von diesen Entschädigungsleistungen nunmehr gar nicht profitieren. Die Entschädigungsleistungen sind auf die Kraftwerksnutzung konzentriert sind – es geht um das Ende der Verstromung der Braunkohle - , die MIBRAG besitzt jedoch keine Kraftwerke. Die Kraftwerksbetreiber sind verpflichtet, die Tagebaulandschaften wieder nutzbar zu machen. Auch dafür erhalten sie letztlich Entschädigungsleistungen. Um die Interessen der Beschäftigten der Kohlewirtschaft zu schützen werden mit dem Gesetz zum Kohleausstieg auch die Regelungen für ein Anpassungsgeld vorgelegt.

Mit dem Strukturstärkungsgesetz sollen nun die Weichen für einen Strukturwandel in den betroffenen Regionen gestellt werden. 40 Milliarden Euro werden in den kommenden Jahren für alle Reviere gemeinsam zur Verfügung stehen, um neue Industrie anzusiedeln, um innovativen Ideen auf den Weg zu helfen, um die Verkehrsinfrastruktur zu erneuern und die Regionen zu stärken. DIE LINKE enthielt sich der Stimme. Unsere Kritik war vor allem, dass die Zivilgesellschaft und die Parlamente in den Ländern kaum eingebunden sind in Entscheidungsfindungen. Auch die Landtagsfraktion DIE LINKE stellte einen Antrag im Landesparlament, die Akteur*innen vor Ort wie auch das Landesparlament einzubinden in die Entscheidungsprozesse. In den Beratungen des Bundestags lag auch ein Entschließungsantrag der Fraktion DIE LINKE zur Beratung vor. bbb

Ausbildung in der Krise! - die Auswirkungen der Coronakrise auf den Ausbildungsmarkt

Montags trifft sich einmal im Monat die Enquetekommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ des Deutschen Bundestages, nunmehr schon seit fast zwei Jahren. Auch dieses Gremium kommt um einen Blick auf den Ausbildungsmarkt während und nach der Coronakrise nicht umhin. Im Plenum der Enquetekommission nahmen deshalb am 29. Juni 2020 Vertreter*innen der Kammern, der Wissenschaft, der Berufsschulen, der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände aus ihrer Perspektive zu wichtigen Fragen Stellung: Wie wirkt sich die Krise auf den Ausbildungsmarkt perspektivisch aus? Wie viele Unternehmen werden im kommenden Jahr ausbilden? Wie viele Ausbildungsplätze wird es noch geben? Wer wird davon profitieren? Wer ist besonders gefährdet? Welche kurz- und mittelfristigen Maßnahmen wären jetzt angesagt? A Es ist damit zu rechnen dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im kommenden Herbst unter die Marke von 500.000 fällt. Auch die Zahl der ausbildenden Betriebe wird vermutlich weiter sinken. Haben Schüler*innen mit mittlerem Schulabschluss oder Hochschulreife möglicherweise noch einige Alternativen, so werden vor allem junge Leute mit Hauptschulabschluss oder keinem Schulabschluss in schwieriges Fahrwasser geraten. Aus Sicht der LINKEN müssen hier Anreize geschaffen werden, dass Unternehmen auch in Zukunft ausbilden bzw. ausbilden können. Die Maßnahmen im Konjunkturprogramm der Bundesregierung sind dafür ein Anfang. Prinzipiell muss aber ausbildenden Unternehmen bei der dauerhaften und verlässlichen Finanzierung geholfen werden. Eine solidarische Umlagefinanzierung, wie es DIE LINKE seit vielen Jahren fordert, wäre nunmehr eine richtige Entscheidung. Auch die vorübergehende Öffnung der außenbetrieblichen Ausbildung in frei gemeinnützigen Unternehmen wäre ein notwendiger Schritt. Die Diskussion darüber, wie der Ausbildungsmarkt künftig krisenfester gemacht werden kann, muss im Parlament fortgesetzt werden. Eine erste Gelegenheit wird nach der Sommerpause sein: Dann wird der Berufsbildungsbericht im Plenum des Deutschen Bundestages debattiert. Die Fraktionen legen in diesem Zusammenhang ihre Vorstellungen zur Zukunft der Ausbildung vor. DIE LINKE wird vor allem die Zukunft der schulischen Ausbildung in den Mittelpunkt rücken. Hier gibt es bei der Ausbildung in den Gesundheits- und Pflegeberufen erheblichen Refombedarf. (bbb)

Folgen der Coronakrise für Menschen mit sehr wenig Erfolgserlebnissen

Von Corona sind nicht alle gleichermaßen betroffen. Gerade Familien mit sehr wenig Geld, mit vielen Problemen, die ihr Leben belasten, haben mit den Folgen schwer zu kämpfen. Sie brauchen Hilfe, Wertschätzung und Angebote. Das ermöglicht seit vielen Jahren die DAA - die Deutsche Angestelltenakademie in Sangerhausen. Bereits zum zweiten Mal war ich Gast bei Melitta Simon und ihrem Team. Auch eine Kooperationspartnerin vom Jobcenter war mit dabei. Die Erfahrung ist: Nicht allen gelingt es problemlos, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden, Bewerbungen zu schreiben, Bewerbungsgespräche zu absolvieren und gegebenenfalls Glück zu haben, den Job zu bekommen. Viele problematische Vorgeschichten haben dazu geführt, dass Menschen resignieren, dass sie nicht mehr an sich glauben oder das vielleicht noch nie so richtig getan haben. „Die sozialen Probleme werden immer mehr.“ - so der Eindruck von Melitta Simon. Drogenprobleme und häusliche Gewalt sind oft ständige Begleiter. Melitta Simon ist Sozialarbeiterin und steht den Frauen zur Seite, die Probleme des Alltags anzupacken. So genannte niedrigschwellige Angebote werden durch das SGB II, durch das Jobcenter Mansfeld-Südharz für Langzeiterwerbslose ermöglicht. Und das muss auch so bleiben, da waren sich alle einig. Zu viele bleiben ansonsten auf der Strecke. Ein Jahr haben die Frauen Zeit, sich wieder an einen alltäglichen Rhythmus zu gewöhnen, die Erfahrung zu machen, gebraucht zu werden. Kindergärten aus der Umgebung profitieren von ihrer „Handwerkskunst“. Puppen werden gebastelt, Platzdeckchen gehäkelt – alles das, was man so für kleine Feste braucht. So gewinnen Menschen wieder Vertrauen zu sich selbst und zu denen, die sie begleiten.

Viele Fragen diskutierten wir im Anschluss miteinander: Die Perspektive von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschulen, die Zukunft von Hartz IV, die Frage, welche Kompetenzen digitalen Lernens auch in diesen Maßnahmen der Bildungsträger entwickelt werden müssen. Auch die Arbeitsbedingungen der dort Beschäftigten sind immer noch problematisch. An Maßnahmen gekoppelt, haben die Arbeitsverträge fast immer eine zeitliche Begrenzung. Die Einkommensverhältnisse sind beschämend. Der Dumpingwettbewerb der Bundesagentur für Arbeit bei Bildungsmaßnahmen nach SGB II und III ist schon seit vielen Jahren ein Thema, das DIE LINKE umtreibt. Die Bundesregierung plant in ihrer Weiterbildungsstrategie eine Reform dieser Praxis. Wir jedenfalls werden es einmal mehr zur Sprache bringen. bbb

Digital unterwegs mit dem Calliope mini

Mittlerweile verbindet mich mit der Pestalozzischule in Sangerhausen eine besondere Beziehung. Eigentlich ein Fan des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen in der Regelschule, ist mir eines wichtig: Dieser gemeinsame Unterricht und seine Idee wird Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf schon allein dadurch verwehrt, weil an der Regelschule die notwendigen Lehrkräfte fehlen. So laufen sie Gefahr, unterzugehen, diskriminiert zu werden. Es ist ein Teufelskreis: Ohne ausreichend Personal kein Erfolg, ohne Erfolg kein Enthusiasmus und keine Perspektive. Dennoch wertschätze ich die Arbeit der Kolleg*innen in den Förderschulen sehr. Und auch den Schüler*innen dort müssen beste Bedingungen ermöglicht werden, zu lernen. Immer wieder höre ich in Workshops, Konferenzen, Vorträgen, in der Förderschule bräuchte man kein digitales Lernen, nicht unbedingt einen Computer – sie arbeiten ja letztendlich eher mit der Hand als mit dem Kopf. Weit gefehlt. Der spielerische Zugang zu Algorithmen wird für alle jungen Leute zur Schlüsselkompetenz für die Teilhabe am Leben, für gute Arbeit und gute Löhne. Also brauchen selbstverständlich auch diese Kinder Bildung in digitaler Gesellschaft.

Deshalb habe ich mir dazu etwas ausgedacht: Es gibt in Berlin eine kleine gemeinnützige Firma, die Minicomputer herstellt: Calliope mini. Damit kann man auf spielerische Weise programmieren lernen. Kinder lernen so gewissermaßen, wie ein Computer so „tickt“, wie man ihm sagt, was er zu tun hat. In Sachsen-Anhalt sind es schon einige Hände voll guter Schulen, die mit den kleinen Calliope minis lernen. Mit Unterstützung von Ralf Krause, einem erfahrenen Medienpädagogen, der im Auftrag der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Lehrkräfte schult, haben wir uns deshalb am vergangenen Freitag in Sangerhausen für einen ersten Startschuss verabredet: Schulleiter Thomas Kalz, zwei Kolleg*innen, die Lust drauf haben, sich da „hineinzufuchsen“, Ralf Krause und ich selbst. Zunächst erzählten wir den Schüler*innen selbst von unserem Vorhaben. Schließlich wollten wir sie ja neugierig machen. Dann gab es ein Gruppenselfie, denn wir wollen uns ja auch noch in ein paar Jahren an diesen Tag erinnern. Dann begann das eigentliche Vorhaben: ein erstes Probieren mit dem Calliope mini. Man bekam schon ein erstes Gefühl, wie das so funktioniert mit den Algorithmen: Komplexe Prozesse in kleinste Schritte zerlegen. Fehler sind inbegriffen. Nunmehr haben wir uns zu einer richtigen Fortbildung für den August verabredet. Ich freue mich drauf. Aber vor allem freue ich mich sehr, dass alle so großartig mitziehen und gespannt sind auf das, was da kommt. Ich hoffe, der Funke ist übergesprungen. (bbb)

 

 

Grillen im Tierpark Bad Kösen

Nach langer Zeit mal wieder von Angesicht zu Angesicht: DIE LINKE. Naumburg und Bad Kösen hatten eingeladen zum gemeinsamen Grillen. Viel gab es zu erzählen, immerhin hatten auch wir uns viele Wochen nur per sms oder per Mail verständigt. Der eine hatte die Coronazeit gut, die andere weniger gut überstanden. Großartig war, dass mehr als 20 unserer Genoss*innen dabei waren. Die Würstchen der Naumburger Gemeinderatsfraktion waren lecker, die Steaks ebenso. Brot und Salate gab es reichlich. Auch politisch gab es einiges zu diskutieren. Während der Coronakrise geriet auch der Bad Kösener Tierpark in schwieriges Fahrwasser. Die Einnahmen waren komplett eingebrochen. Deshalb hatten sich auch die Genoss*innen aus Naumburg und Bad Kösen sehr stark engagiert, um dem Bad Kösener Tierpark finanziell unter die Arme zu greifen. Also wurde schnell gespendet und Patenschaften für die Tiere übernommen. Insgesamt kamen aus Naumburg und Bad Kösen von den Bürger*innen der Region ca. 15.000 Euro zusammen. Nunmehr geht es wieder ein bisschen bergauf und es gibt Licht am Ende des Tunnels. Mindestens das war auch ein Anlass für die Naumburger LINKE sich im Tierpark zu treffen. Für Marno Scherling, den Chef des Tierparks der zugleich Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Naumburger Gemeinderat ist war es eine willkommene Möglichkeit, Danke zu sagen. Auch Jan Thyen, unser Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat hat dafür gesorgt, dass es uns allen an diesem nachmittag gut ging. Für diejenigen, die lange nicht im Tierpark waren, erzählte Marno vieles aus seinem immer wieder beeindruckenden Wissensschatz - über die Tiere und deren Geschichten. So wurde er denn auch gefragt, wo er denn seine Expertise herhabe. Es sind Erfahrungen, es ist Gelesenes, Gehörtes. Es ist der Austausch zwischen den Tierparkdirektoren in Sachsen-Anhalt - alles das ließ ihn in den zurückliegenden Jahren gewissermaßen zum Tierexperten werden.

Es war ein sehr schöner Auftakt - auch zurück ins Parteileben. Nach der Sommerpause wird es viel zu tun geben, denn die Landtagswahl und dann auch die Bundestagswahl 2021 müssen gut vorbereitet werden, der Wahlkampf lässt grüßen. (bbb)

SOLIDARITÄT IST DAS GEBOT DER STUNDE!

Das Corona-Virus ist über uns hereingebrochen, ein unsichtbarer Gegner, der von heute auf morgen alles auf den Kopf stellt und unser aller Leben umkrempelt. Mehr denn je ist nun Politik gefragt. Sie muss Bedingungen schaffen, unter denen die Menschen den Kampf gegen das Virus aufnehmen und die sozialen Grundfunktionen aufrechterhalten können. Dabei gilt es, sich solidarisch zu verhalten und die soziale Spaltung unserer Gesellschaft nicht noch zu vertiefen. Als Linke Bildungspolitiker*innen können wir nicht hinnehmen, dass sich infolge der Krise die Ungerechtigkeit im Bildungssystem weiter verschärft. Dem muss unter den jetzigen Ausnahmebedingungen entgegengewirkt werden - materiell, finanziell und personell. 

­ „Den Mangel beenden – unseren Kindern Zukunft geben!“

Volksbegehren für mehr Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt gestartet. Jede Unterschrift zählt! Vielerorts sammeln wir schon fleißig mit unseren Bündnispartnern. Mach mit!
 

Berufsbildungsqualitätsgesetz ausbauen

Die Linksfraktion will die Qualität und die Rahmenbedingungen der dualen Ausbildung verbessern. Dazu gehören u. a.:
- das Recht auf Teilzeitausbildung,
- eine echte Mindestausbildungsvergütung,
- der verbindliche Durchstieg von zwei- in dreijährige Berufe,
sowei Standards zur Qualitätssicherung der Ausbildung und klare Regelungen für die dualen Studiengänge.

GEW Herbstakademie:

Nationale Weiterbildungsstrategie ist erst der Anfang, die Arbeit fängt ja jetzt erst an! Wir brauchen eine Weiterbildungskultur und die politische Motivation, die alle in den Blick nimmt und nicht nur auf die Verwertbarkeit am Arbeitsmarkt gerichtet ist. Endlich Stärkung und Absicherung der Beschäftigten in der Weiterbildung, mehr Bildungsberatung, Mut zur Umsetzung von Konzepten zur Bildungszeit, Rechtsanspruch auf Weiterbildung ...!

"Das BBiG und die Ausbildung von morgen“

Es hat Spaß gemacht. Munter und entschlossen, die jungen Gewerkschafter*innen! Und jetzt nicht zufrieden geben. Wir brauchen ein Berufsausbildungsqualitätsgesetz! Und wir brauchen euch!

Shell Jugendstudie 2019

©deagreez - stock.adobe.com
Birke Bull-Bischoff

Digitalpakt im Schneckentempo

Grundgesetzänderung passiert den Bundesrat

In dieser Woche ist das "Jahrhundertwerk" vollendet worden - so könnte man etwas ironisch sagen. 2016 ist er durch die damalige Bildungsministerin Johanna Wanka angekündigt worden. Im Februar 2019 ist es vollbracht. Und trotzdem: Als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet. 3.5 Mrd. Euro werden es in dieser Wahlperiode möglicherweise noch werden, die den Schulen zugute kommen können. Bis 2025 sind 5 Mrd. Euro insgesamt geplant, davon 720 Mio. für die bildungsbezogene Infrastruktur und 1.68 Mrd. Euro für den Netzausbau. Insgesamt Geteilt durch x (x= Schulen, Berufsschulen, sonderpädagogische Einrichtungen) ist es verdammt wenig. Und das auch noch zeitlich befristet bis zum Jahr 2025. In Sachen Bildung in digitaler Gesellschaft sind wir Entwicklungsland. Kein Wunder, fehlt doch gerade in den ländlichen Regionen ein leistungsfähiger Internetzugang. Für die Bildungspolitik sind nun zentrale Aufgaben, auch die Lehrkräfte fit zu machen. Für gute Bildung insgesamt braucht es andere Lernkulturen: kollaboratives Lernen zum Beispiel. Für inklusive Bildung halten digitale Lernplattformen sehr viele Möglichkeiten bereit, individualisierte Angebote zu machen. Die Entkopplung von Zeit und Raum ermöglicht, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten einzuräumen. Allein die Anwesenheit von Tablets und Smartphones wird es nicht richten. Und im Übrigen: Drei Jahre hat´s gedauert, von der Ankündigung zur Umsetzung. Der Digitalpakt kam im Schneckentempo daher. Vielleicht sollten wir dann mal schon jetzt beginnen, über den #digitalpakt2 zu verhandeln. (bbb)


 


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