Zum Hauptinhalt springen

Neue Schule braucht das Land!

Unsere Forderungen und Visionen für eine Schule der Zukunft

Die Pandemie hat es deutlich gezeigt:                                                                                                                                                                                                                                                         

Unser Schulsystem ist keines für die Zukunft. Der „alte Trott“ hat ausgedient. Wir brauchen neue Wege und einen hoffnungsvollen Ausblick. Jetzt und keinen Tag später brauchen wir die besten Ideen: für eine neue Lernkultur, für eine neue Art zu prüfen, für echte statt simulierter Mitbestimmung – gegen soziale Ungleichheit. Einer der Schüssel für den sozialökologischen Umbau ist Bildung. Das Recht auf Inklusion braucht eine gelebte Praxis für alle. Bildung in einer digitalen Gesellschaft muss neu gedacht und neu gemacht werden.

 

Lernen unter sicheren Bedingungen!                                                                         

Geschlossene Kitas und Schulen haben Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung gebremst. Mentale und soziale Folgen bedrücken sie, arme und benachteiligte Kinder traf und trifft die Pandemie besonders hart.

DIE LINKE fordert:                                                                                                                               

Ein Krisenmanagement, mit dem Lernen unter sicheren Bedingungen möglich ist, orientiert sich an wissenschaftlichen Empfehlungen und Bedingungen vor Ort. In der Pandemie braucht sicheres Lernen mobile Luftfilter, ausreichend Tests für alle, kostenfreie Masken, Impfangebote. Eine Betreuung für Kinder in Not soll jederzeit gesichert sein. Schulen müssen geschützte Räume für Bildung und soziale Begegnungen sein!

 

Mangelwirtschaft beenden!                                                                                                       

Schule muss Lust und Neugier aufs Lernen wecken, Platz bieten für Mitgestaltung und Ausprobieren. Fachleute fürs Lehren sind und bleiben Lehrkräfte. Wir brauchen mehr davon: Junge und Erfahrene, Frauen und Männer, auch Seiten- und Quereinsteiger:innen. Schulsozialarbeiter:innen sind Anwält:innen, Partner:innen und Vermittler:innen für junge Menschen und ihre Familien, nicht nur in der Not. Schulsozialarbeit muss für alle da sein, jederzeit!

Allein mit Kreide und Tafel führt kein Weg ins digitale Zeitalter: Anstatt von Projekt zu Projekt zu taumeln, müssen digitale Geräte, leistungsfähiges Internet, offene Software und IT-Betreuung dauerhaft finanziert werden.

DIE LINKE fordert:                                                                                                                               

Ein Milliardenprogramm für Schulen – und keine Nummer kleiner! Für gut qualifizierte Pädagog:innen, neue und sanierte Schulen, für freie und offene Lehr- und Lernmittel. Zum Lehren und Lernen gehört eine digitale Grundsicherung für alle – öffentlich finanziert!

 

Gemeinsam lernen statt Ausgrenzung und Benachteiligung!                                         

Bildung hängt hierzulande vom Geldbeutel der Familie ab. Immer noch. Das gegliederte Schulsystem ist ein Brandbeschleuniger für soziale Ungleichheit. Wir meinen stattdessen: Nicht Einfalt und Gleichschritt sind Quellen von Bildung, sondern Vielfalt. Lernen am Fließband ist kein Zukunftsmodell. Die Gemeinschaftsschule setzt auf Stärken, statt zu sortieren. Beste Schulabschlüsse, Lernen unter einem Dach – ganztägig, demokratisch und selbstbestimmt – das spornt an und fordert heraus.

DIE LINKE fordert:                                                                                                                               

Wir wollen die Gemeinschaftsschulen und ganztägiges Lernen stärken – das sind die richtigen Alternativen, für alle! Ganz besonders für junge Leute, die wissen, was Benachteiligung bedeutet. Dafür fordert DIE LINKE. eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung

 

Lernen verändern – Kein Zurück in den alten Trott!                                                                 

Wer lernen will, darf Fehler machen. Neue Schule braucht Offenheit und Fehlerkultur, Unterstützung und Kooperation, das Teilen und das Tauschen. Bulimie-Lernen, also Fakten pauken für die nächste Klassenarbeit, „Testeritis“, das ständige Messen und Prüfen von Lernständen, überfüllte Lehrpläne und isoliertes Lernen in „Fächersilos“ – all das demotiviert und überfordert. Nachhilfe können sich nicht alle leisten und sie hält den „alten Trott“ aufrecht: einen Kreislauf aus Druck, Pauken und Testen. Kreativität und Selbstbestimmung werden so ruiniert. Dabei sind Neugier und Interesse die besten Treiber für Lernerfolge: ausprobieren, Fehler machen, neu beginnen, gemeinschaftlich und selbstorganisiert lernen, in kleinen Lerngruppen. So geht Schule der Zukunft! Dabei helfen auch  „Systemsprenger:innen“, Menschen, die andere Qualifikationen mitbringen: Künstler:innen, Handwerker:innen, Sportler:innen, Wissenschaftler:innen, IT-Fachkräfte – Menschen, die Bildung mit neuen Erfahrungen anreichern und junge Leute mit anderen Augen sehen, die Neues ausprobieren.

DIE LINKE fordert:                                                                                                             

Schüler*innen müssen Lehrpläne mitbestimmen. Weniger ist mehr: Prüfungen müssen neu gestaltet werden – gemeinschaftlich und fächerübergreifend. Das verändert auch die Lernkultur. Ganztags lernen kann praktisch werden: im Fahrradladen um die Ecke, in der Bibliothek, der Musikschule, dem Sportverein, mit Naturschutzengagierten im grünen Klassenzimmer!

 

Bildungsgerechtigkeit bundesweit regeln!                                                         

Länderegoismus, ein Wirrwarr von Abschlüssen und Schulformen, ungleiche Bildungschancen, zersplitterte Zuständigkeiten und ein Flickenteppich von Entscheidungen – so kann keine Bildungsgerechtigkeit gelingen. Wir wollen eine Gemeinschaftsaufgabe Bildung – und zwar im Grundgesetz. Bund, Länder, Städte und Gemeinden müssen an einem Strang ziehen: gemeinsam finanzieren, gemeinsam gestalten, gemeinsam entscheiden, zumindest was verbindliche Standards, Regeln und Ausstattung betrifft. Im Rahmen dieser Standards sollen Länder eigene gesetzliche Regelungen treffen. Das vielfältige Leben vor Ort soll auch künftig Einflüsse für Bildung und Anlässe für Entscheidungen geben.

DIE LINKE fordert:                                                                                                                               

Ein Bildungsrahmengesetz mit Regelungskompetenz für den Bund: gleiche Ziele, Rechte und Standards, vergleichbare Abschlüsse und Durchlässigkeit, Sicherung pädagogischer Fachkräfte und bedarfsgerechte Finanzierung nach Sozialindex und Gebührenfreiheit für öffentliche Angebote. Chancengleichheit muss bundesweit geregelt werden!

 

Vor uns liegt kein Sprint, vor uns liegt ein Marathon. Aber wir müssen jetzt damit beginnen: mit Veränderungen für eine neue Schule. Neue Schule braucht das Land!

Hier geht es zum Dokument "Neue Schule braucht das Land!" zum Download

DigitalPakt Schule: Das Geld muss endlich an die Schulen

Am 14. September erhielt ich den aktuellen Bericht des Finanzministeriums zum Sondervermögen "Digitale Infrastruktur", in dem auch über den Stand der Mittelabrufe zum DigitalPakt Schule informiert wird. Die Länder berichten dort einzeln über die Mittelabrufe und erbrachten Eigenmittel und welche Maßnahmen sie im Berichtszeitraum umgesetzt haben. Diese Berichte sind nur schlecht vergleichbar und werfen immer wieder neue Fragen auf. Deutlich wird allerdings: Das Geld fließt einerseits nicht wie gewünscht an die Schulen und es fließt erkennbar zu viel an kommerzielle Plattform-Anbieter. Meine Pressemitteilung dazu:

„Das Bildungsministerium lügt sich weiter in die Tasche, wenn nun das beschleunigte Tempo der Mittelabrufe gelobt wird – bisher ist erst ein Bruchteil der Mittel an den Schulen angekommen. Die Digitalisierung an Schulen bleibt weiter Glückssache – das eine Land kauft schon Roboter, das andere kämpft noch mit der Geräteausstattung und dem WLAN. Es darf nicht sein, dass digitale Bildung so davon abhängig ist, wo die Eltern leben. Diese Ungerechtigkeit muss schnellstmöglich aufgelöst werden“, kommentiert Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, den aktuellen Bericht des Bundministeriums für Finanzen zum Stand des Mittelabrufs aus dem DigitalPakt Schule. Birke Bull-Bischoff weiter:

„Von 6,5 Milliarden sind bis zur Jahresmitte 2021 gerade einmal etwas mehr als 850 Millionen Euro geflossen, das sind 13 Prozent. Die Gelder aus dem DigitalPakt Schule sollten erst einmal dafür eingesetzt werden, dass überall eine stabile Infrastruktur steht und dass alle Schülerinnen und Schüler – auch die armen - sowie Lehrkräfte Geräte und Zugänge zum Netz haben. Stattdessen fließen Gelder jetzt schon regelmäßig in Softwarelizenzen kommerzieller Plattformanbieter, obwohl die Grundlagen der Digitalisierung immer noch nicht geschaffen sind. So ist nach wie vor praktisch keine Administration in Sicht. Gleichzeitig wird aber geradezu klammheimlich ein KI-System an Schulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern getestet, was im Bericht aber nur Sachsen kurz erwähnt. Das zeigt, dass die Prioritäten bei der Digitalisierung zunehmend darauf gelegt werden, die EdTech-Industrie zu versorgen und nicht die Schulen. Der aktuelle Sachstand aller Ausstattungen und Investitionen ist für uns außerdem kaum transparent nachvollziehbar, da jedes Land seinen Bericht anders gestaltet und es nur wenige strukturierte Elemente gibt, die sich vergleichen lassen.

In der nächsten Wahlperiode müssen nicht nur die Finanzierungsprogramme und der Föderalismus unter die Lupe genommen werden, sondern auch der Lobbyismus und die intransparente Datenlage zum Stand der digitalen Ausstattung in den Ländern. Wir wollen ein Bildungsrahmengesetz, das auch bei der Digitalisierung einheitliche Standards festlegt.“

Kurve gekriegt beim Ganztag

Das ist ja nochmal gutgegangen. Ein Scheitern wäre fatal gewesen. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist immens wichtig, er ist ein Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit und ein Lichtblick für viele Familien. Doch müssen wir aus den Fehlern beim Kitaausbau lernen, sonst blüht uns hier ein ähnliches Desaster. 

In den letzten Wochen dieser Wahlperiode haben sich Koalition und Länder auf ein Paket verständigt, und der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter wird sukzessive ab 2026 umgesetzt. Es muss aber auch betont werden, was alles fehlt. Zu vieles ist vom Bund nicht mitgedacht worden, und zu viele Fragen der Umsetzung sind auch in den Ländern noch offen. Wir brauchen dringend eine qualitätsvolle Ausgestaltung für verlässliche Betreuung und bessere Bildungschancen. Dies betrifft besonders die Flächenländer. Es hat sicher niemand ein Interesse daran, dass die örtlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe unterschiedliche Konzepte ausbauen, dass die Länder teilweise überfordert sein werden und wir am Ende sehr unterschiedliche Qualitätsniveaus in der Ganztagsbetreuung haben. Wir brauchen bundesweite verbindliche Qualitätsstandards auch mit Blick auf Personalschlüssel. Mit einer schleppenden Fachkräfteoffensive ist das Fachkräfteproblem ab 2026 nicht mal ansatzweise gelöst. Ohne ausreichend Personal gibt es nun mal keinen Ganztag.

Schulabschlüsse - Bundesregierung verfehlt erneut das Ziel des Dresdner Bildungsgipfels

Die Antwort auf meine Kleine Anfrage zu Schulabschlüssen zeigt: Es gibt immer noch zu viele Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss, es findet fast keine Verbesserung statt. Leider haben immer noch die ostdeutschen Bundesländer mit einem Anteil von 9,1 Prozent das Nachsehen gegenüber den westlichen Ländern mit 6,4 Prozent. Das Ziel des Bildungsgipfels, überall auf 4 Prozent zu senken, bleibt verfehlt. Auf diese wesentliche Frage der Bildungsgerechtigkeit und Bildungschancen in unserem Land hat die Bundesregierung immer noch zu wenig Antworten, weil sie zu wenig weiß – Wir brauchen eine Verknüpfung aller Erkenntnisse aus dem DigitalPakt, der Lehrkräfteversorgung, Klassengrößen und sozial-ökonomischer Daten, um gezielt Bildungsgerechtigkeit steuern zu können. Die Bundesregierung weiß, wie bedeutsam der Schulabschluss für selbstbestimmte und uneingeschränkte Berufswahl ist und ist sich auch darüber bewusst, dass es vielfältige Ursachen für Abgänge ohne Abschluss gibt. Aber wirklich erforscht wird nichts, so kann auch nichts verändert werden. Das Herausreden auf Bildung als Ländersache muss ein Ende haben. Die Menschen, vor allem die Eltern, Kinder und Jugendlichen haben ein Recht darauf zu wissen, wie es mit ihren Bildungschancen weitergehen soll! Bildung muss als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankert werden, es braucht ein Bildungsrahmengesetz für gemeinsame Standards und Rechte, mehr Gemeinschaftsschulen  und bedarfsgerechte Mittelverteilung nach einem Sozialindex! Vor allem aber braucht es mehr Personal, insbesondere an inklusiven Schulen. Die Zeit der Trennung von Bund und Ländern in Bildungsfragen ist abgelaufen!

Kleine Anfrage: Nationale Bildungsplattform droht BER der digitalen Bildung zu werden

Schon im Mai habe ich eine Kleine Anfrage zur Initiative Digitale Bildung des BMBF gestellt und höchst verwirrende Antworten bekommen, was denn nun das Ziel der Nationalen Bildungsplattform und des Digitalen Bildungsraums sein soll (hier nachzulesen) - daher habe ich noch eine Nachfrage formuliert. Das Ergebnis klärt zwar etwas über die Begriffe auf, aber das Vorhaben der Nationalen Bildungsplattform steht eindeutig unter keinen guten Vorzeichen: Die technischen Anforderungen sind so komplex, dass sie kaum wasserdicht in der kurzen Zeit erfüllt werden können – vor allem nicht, wenn man die verschiedenen Interessenslagen der Anbieter berücksichtigt, die in dieser Plattform vernetzt werden sollen. Die Plattform birgt außerdem große Risiken für Datenschutz und Datensicherheit insbesondere für die besonders schützenswerten Daten von Kindern und Jugendlichen. Warum der Bundesdatenschutzbeauftragte nicht schon bei der Konzeption hinzugezogen wird, bleibt bei der Bedeutung des Datenschutzes in dieser Sache vollkommen unklar, IT-Sicherheit wird höchstens als Randthema behandelt. Absehbar ist hingegen, dass die Nutzungsdaten der Lernenden den beteiligten Anbietern sehr nützlich sein werden. Die Prototyp-Entwicklung als Open Source Software könnte hier Vertrauen schaffen, aber diese Chance lässt die Bildungsministerin aus. Insgesamt scheint die Plattform nicht dazu geeignet, digitales Lernen einfacher zu machen, sondern schafft eher neue Probleme. Für ein solch aufgeblähtes Plattform-Theater sollen 630 Millionen Euro fließen – die Nationale Bildungsplattform droht der BER der digitalen Bildung zu werden. Das Handelsblatt hat schon über meine Kleine Anfrage berichtet. 

Schriftliche Frage: Bildungstarife

Flieger, Kristin /LS13
Array

Das BMBF hat keine Lust, zu kommunizieren und sich zu erklären, das zeigt sich immer wieder in den Antworten auf unsere Kleinen Anfragen und Schriftlichen Fragen. Auch keine Lust hat unsere Bildungsministerin, nachhaltige und wirksame digitale Lösungen für Schulen zu schaffen und belässt es lieber bei großen Ankündigungen. Dieses Mal: Der Bildungstarif. Um Schülerinnen und Schülern im Wechsel- oder Distanzunterricht den Zugang zum Internet zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen, hat das BMBF in der Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt Schule "Sofortausstattung" angekündigt, "in Absprache mit den Ländern, mit Mobilfunkanbietern nach Lösungen für Schülerinnen und Schüler suchen, die in ihrer häuslichen Situation nicht auf eine bestehende Netzanbindung zugreifen können
und auch insoweit der Unterstützung bedürfen." Nachdem diverse Fraktionen nach dem Stand der Dinge gefragt haben und netzpolitik.org <http://netzpolitik.org/>  die mit den geplanten Tarifen einhergehenden netzpolitischen Herausforderungen geschildert hat (https://netzpolitik.org/2021/leichtfertiges-versprechen-schwierige-umsetzung/), habe ich nun das Thema noch einmal aufgegriffen mit Fokus auf Sicherstellung der Netzneutralität - klar ist, dass das BMBF keine Auskünfte zu Verhandlungen zwischen den Ländern und den Anbietern geben kann (hierfür braucht es übrigens mal wieder das Kontrollrecht gegenüber der KMK: https://bildungsklick.de/schule/detail/wer-kontrolliert-eigentlich-die-kmk#:~:text=Der%20KMK%20fehlt%20demokratisch%20legitimierte,die%20gemeinsam%20die%20KMK%20bilden.&text=Die%20KMK%20kontrolliert%20sich%20also%20quasi%20selbst), aber auch die Frage, ob die Suche abgeschlossen sei, beantwortet das BMBF - nicht. Statt dessen antwortet sie mit Verweisen auf Verweise, die geradezu kafkaesk ins Nichts führen und vor allem die Antwort auf die konkrete Frage schuldig bleiben: https://dserver.bundestag.de/btd/19/306/1930613.pdf (Frage 188)

Schriftliche Frage: Karliczek planlos bei Plattform-Entwicklungen

" Wir haben das BMBF zu seinen letzten Ideen einer "Initiative Digitale Bildung" befragt und die Antworten stimmen alles
andere als hoffnungsvoll, dass es mit der Digitalisierung nun voran geht (https://dserver.bundestag.de/btd/19/300/1930087.pdf) :

Die Bildungsministerin stolpert höchstens durch die digitale Welt, darüber können auch keine Initiativen oder Online-Veranstaltungen hinwegtäuschen. Das Ministerium ist nicht in der Lage, zu erklären, worin der Unterschied zwischen einer Nationalen Bildungsplattform und dem Digitalen Bildungsraum liegen soll und macht dazu wiederholt widersprüchliche Aussagen. Dafür sollen dann aber 630 Millionen Euro fließen. Aber für mobile Luftfilter fehlt das Geld. Diese Bildungsministerin zeigt mal wieder, dass sie ihren Aufgaben nicht gewachsen ist, weder in der digitalen noch in der analogen Welt.

Bei den Details zu den neuen Projekten zeigt sich, dass aus vergangenen Fehlern nichts gelernt wird: Die Machbarkeit des Vorhabens ist aufgrund fehlender Informationen unklar, IT-Sicherheit sensibler Bildungsdaten ist Nebensache und der Datenschutzbeauftragte wurde auch bislang nicht einbezogen. Berücksichtigt werden aber selbstverständlich wie immer die Bedarfe von Unternehmen, die die Bildungsplattform als Einfallstor für verdeckten Lobbyismus nutzen können. KI-Anwendungen werden nicht ausgeschlossen, die Empfehlungen dazu der Enquete-Kommission sind jedoch ganz offensichtlich in der Schublade verschwunden.  

Das ist kein Einzelfall: Die App "Stadt/Land/Datenfluss" weist auch Planungslücken auf. So  wurde hierbei die Zivilgesellschaft mit Expertise für Ungleichheit, Inklusion und Integration nicht einbezogen, Mehrsprachigkeit ist nicht vorgesehen, die Bekanntmachung wird der Zivilgesellschaft überlassen - so ist Weiterbildung und lebenslanges Lernen nur für einige möglich, aber nicht für alle. Offene Software wurde hierbei zwar für die Entwicklung genutzt, die App selbst ist allerdings nicht quelloffen - mit der abenteuerlichen Begründung, dass sie nicht datenschutzsensibel sei. Open Source ist aber kein Selbstbedienungsladen, sondern eine Voraussetzung für Innovation!

Aus den Antworten ergeben sich noch eine Reihe weiterer Fragen - ich bleibe dran und frage nach."

 

Nachhilfeprogramme gehen an Bedarfen der Schulen vorbei

„Schulen haben dringend ein Zwei-Milliarden-Paket nötig – aber für wirksamere Maßnahmen anstatt für Nachhilfeprogramme. Wo ist denn das Geld für Raumluftfilter? Für zusätzliche Lehrkräfte und Schulsozialarbeit? Für Masken, Schutzkleidung und genügend Tests? Für sichere Schulen ist seit einem Jahr Pandemie angeblich kein Geld da. Stattdessen wird nun mit dem Milliarden-Paket versucht, etwas zu retten, was gar nicht gerettet werden muss“, kritisiert Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, das Corona-Aufholprogramm, das Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey heute vorgestellt haben. Birke Bull-Bischoff weiter:

„Die Schulen sind durchaus in der Lage, bei einzelnen entstandene Lernrückstände wieder aufzuholen, Pädagogik kann das leisten. Darüber hinaus ist genau jetzt die Gelegenheit, zu hinterfragen, wie schnell und wie das überhaupt passieren muss. Erfahrungen und Wissenschaft zeigen, dass das bisherige Lernen im Gleichschritt mit dem einzigen Ziel, Prüfungen zu bestehen, gar nicht nützlich ist. Das Nachhilfeprogramm ignoriert diesen Fortschritt und setzt weiterhin auf alte Konzepte. Ein Bildungssystem, das zukunftsfest sein will, muss sich jedoch auch weiterentwickeln. Dazu gehören die gezieltere Finanzierung der tatsächlichen Bedarfe nach einem Sozialindex, neue Schul-, Lern- und Prüfungskulturen, die für mehr Bildungsgerechtigkeit, Demokratie und Bildungschancen sorgen, mehr ganztägige Gemeinschaftsschulen und entschlackte Lehrpläne. Wir wünschen uns ein Milliarden-Paket für eine neue Schule, für moderne und schöne Schule, und nicht als Konjunkturprogramm für Ed-Tech-Start-Ups.“

Schriftliche Frage: Störerhaftung

Schriftliche Frage Mittagessen in der Schule

Antwortzur Schriftlichen Anfrage: Kein Mittagessen in der Schule

Eltern brauchen jetzt Unterstützung bei Home-Schooling und Home-Office

„Außerdem müssen Bund und Länder dafür sorgen, dass die digitale Ausstattung mit höchster Priorität vorangetrieben wird. Wir begrüßen, dass es einen höheren Druck auf Arbeitgeber gibt, Home-Office zu ermöglich. Dabei darf es allerdings nicht bleiben. Um Eltern zu unterstützen, die nun Home-Schooling und Home-Office vereinbaren müssen, fordern wir eine entsprechende Ausstattung des Home-Office durch die Arbeitgeber und eine vergütete Freistellung, so lang diese Ausstattung nicht erfolgt ist. Arbeitszeiten im Home-Office müssen für Eltern auf bis zu 50 Prozent bei voller Vergütung angepasst werden können. Weiterhin fordern wir die Bundesregierung auf, einen Gesetzesentwurf vorzulegen, um für Eltern zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen, bezahlten Urlaub zu nehmen.

Bereits im November forderte DIE LINKE außerdem in einem Antrag die bedarfsdeckende, niedrigschwellige und bürokratiearme Förderung bei der Anschaffung von FFP2-Masken, CO2-Messgeräten und geeigneten und sicheren mobilen Raumluftfiltersystemen, sowie von Plexiglas-Schutzwänden und Schutzkleidung für Förder- und inklusive Schulen. Weiterhin soll es schnelle, kostenfreie Testverfahren für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte geben. Die Mittel des DigitalPakt Schule müssen aufgestockt und verstetigt werden, um Schulen insbesondere mit quelloffenen, mindestens aber interoperablen datenschutzgeprüften Lehr- und Lernplattformen, OER-Material und Kommunikationssystemen auszustatten. Dazu braucht es einen geräteunabhängigen Bildungstarif mit unbegrenztem Volumen und ohne Beschränkung auf bestimmte Inhalte, um Netzneutralität und Datenschutz zu gewährleisten und Überwachungen zu verhindern. Der Zugang zum Netz muss kurzfristig insbesondere für Schüler aus armen Haushalten sichergestellt sein. Ergänzend fordert die Fraktion einen interdisziplinären Beirat für die Kultusministerkonferenz (KMK) und weitere Forschung zum Infektionsgeschehen an der Schule.“

Link: https://www.linksfraktion.de/presse/pressemitteilungen/detail/eltern-brauchen-jetzt-unterstuetzung-bei-home-schooling-und-home-office/

Zwei Anträge:


a) Januar 2021: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/257/1925799.pdf
b) November 2020: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/244/1924450.pdf

Plenums-Debatten dazu gibts hier:

a) https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7496521#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NDk2NTIx&mod=mediathek
b) https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2020/kw47-de-akt-std-klassenzimmer-807354
 

 

Schriftliche Frage Breitband an Schulen

PDF Breitband an Schulen

Schriftliche Frage OER-Strategie

PDF_OER-Strategie

Digitales Lernen an der Ganztagsschule in Friedrichstadt

Am Nachmittag waren wir zu Gast bei einer "alten" Bekannten. Ines Petermann – Schulleiterin der Gemeinschaftsschule in Wittenberg – mit eigener geplanter Oberstufe – hat uns schon sehr oft ihre Expertise und ihre Erfahrungen aus der Schulpraxis zur Verfügung gestellt und ist immer wieder eine freundliche und kompetente Gesprächspartnerin. Dieses Mal ging es um digitales Lernen. Schüler*innen und Lehrkräfte haben sich auf den Weg gemacht, das Lernen mit digitalen Mitteln voranzubringen. Die Schule selbst arbeitet mit Linux – also mit freier Software. So bleiben sie unabhängig vom Kauf teuerer Lizenzen großer marktbeherrschender Unternehmen. Gelernt und profitiert hat die Schule vor allem von ihrem Besuch in Finnland. Dort ist digitales Lernen schon sehr fortgeschritten. Die finnischen Kolleg*innen unterstützten mit Ideen, mit Material und Ausrüstung. Schüler und Lehrkräfte lernen gemeinsam auf der Moodle-Plattform. Eine Cloud, die ermöglicht, vielfältiges Unterrichtsmaterial dort zu "lagern", jederzeit nutzbar für die Kolleg*innen wie auch die Schüler*innen. Die Schule ist gut gewappnet für den Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht – auch unabhängig von Coronabedingungen. Und die jungen Leute setzten sich sehr frühzeitig kritisch und konstruktiv mit digitalen Medien auseinander. (bbb)

 

Digitalpakt Schule

Allgemein bekannt ist, dass die Mittel aus dem Digitalpakt Schule nur sehr zäh dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. Einmal mehr und gerade während der Coronakrisenzeit, in der der Wechsel von Präsenzunterricht und digital unterstütztem Lernen zu Hause den Lernfortschritt vieler Schüler*innen sichern soll, fehlen die nötigen Mittel und Geräte.
Birke Bull-Bischoff, die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, fragte deshalb Mitte August genauer nach, denn die Länder sind auf der Basis der Verwaltungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern bis zum 15. August 2020 aufgefordert, über den derzeitigen Mittelabfluss im Rahmen des Digitalpaktes Schule zu informieren. Lediglich ca. 5% der Mittel sind nunmehr vertraglich gebunden. Was wiederum heißt, 95% des Geldes liegt brach. In den einzelnen Bundesländern gestaltet sich das unterschiedlich (vgl. Antwort auf die Anfrage). So erscheint der Bildungsföderalismus derzeit eher als Bildungsbremse. In zig Instanzen muss das Geld bewilligt, konzipiert und geplant, müssen offenbar Kompromisse gefunden werden. Eine angemessene Ausstattung mit leistungsfähigem Internet lässt so immer weiter auf sich warten.

 

Und hier ist ein taz-Artikel dazu: https://taz.de/Digitalisierung-der-Schulen/!5710635/

 

„Gut durch die Krise gekommen?“ - DIE LINKE. Fraktion ludt zur Anhörung

Ob wir noch mittendrin sind, oder schon aus dem Gröbsten raus - wir wissen es nicht. Aber alle haben Erfahrungen gemacht mit der Krise und den Konsequenzen daraus. Höchste Zeit also auch für eine linke Oppositionsfraktion, die Karten auf den Tisch zu bringen. Was haben wir aus der Krise gelernt? Auch die Frage der Bildungsgerechtigkeit spielte bei der Anhörung der Fraktion DIE LINKE am vergangenen Donnerstag eine große Rolle. Gemeinsam mit Ullrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband und Norbert Müller, unserem kinder- und jugendpolitischen Sprecher haben wir das Problem von Kindern und Jugendlichen in Schule, und in der Kinder- und Jugendhilfe näher beleuchtet und über Alternativen diskutiert. Das Bildungssystem jedenfalls ist in keinem guten Zustand. Und auch die Krise trifft nicht alle gleichermaßen. DAs haben die letzten Monate einmal mehr offen gelegt. Vor allem die Schwächsten sind betroffen: Kaum eigene digitale Lerngeräte, viel zu kleine Wohnungen ohne Rückzug, Eltern, die von eigenen Sorgen geplagt sind. Einmal mehr fordern wir hier eine digitale Grundsicherung für alle Schüler*innen, finanziert aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Für ca. 3 Mio. Kinder und Jugendliche würde sich so schon mal ein Problem lösen lassen. Viel zu wenig Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen - ein Mangel, der wie kaum ein anderer anschlussfähig ist an das, was Menschen Tag für Tag erleben. Das merkt man bei den Unterschriftensammlungen zum Volksbegehren in Sachsen-Anhalt momentan sehr deutlich. Auch das ist vor allem ein Problem für Schüler*innen, die in besonderer Weise auf Pädagog*innen angewiesen sind. Auch hier ist der Bund gefragt, eine Lehrkräfteoffensive zu starten und Schulsozialarbeit als Regelaufgabe ins SGB VIII zu übernehmen. Der Antrag der LINKEN liegt noch im Ausschuss, eine gute Gelegenheit also, zu zeigen, dass auch die Koalition aus der Krise gelernt hat. Über eine Stunde lange diskutierten wir über neue Lernkulturen, die wir brauchen, über den Druck, dem Schüler*innen ausgesetzt werden, über die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, die in Krisenzeiten einmal mehr unter Druck geriet. Es war ein neues, ein digitales Format, der Krise geschuldet. Dafür aber sehr interessant. Spaß hat es gemacht und viele Leute haben wir erreicht, um der Legende „Gut durch die Krise gekommen…“ klar und unmissverständlich zu widersprechen und die Dinge beim Namen zu nennen.  (bbb)

 

Hier kann man sich die Veranstaltung noch einmal ansehen: https://www.facebook.com/linksfraktion/videos/280313333321807

 

 

SOLIDARITÄT IST DAS GEBOT DER STUNDE!

Das Corona-Virus ist über uns hereingebrochen, ein unsichtbarer Gegner, der von heute auf morgen alles auf den Kopf stellt und unser aller Leben umkrempelt. Mehr denn je ist nun Politik gefragt. Sie muss Bedingungen schaffen, unter denen die Menschen den Kampf gegen das Virus aufnehmen und die sozialen Grundfunktionen aufrechterhalten können. Dabei gilt es, sich solidarisch zu verhalten und die soziale Spaltung unserer Gesellschaft nicht noch zu vertiefen. Als Linke Bildungspolitiker*innen können wir nicht hinnehmen, dass sich infolge der Krise die Ungerechtigkeit im Bildungssystem weiter verschärft. Dem muss unter den jetzigen Ausnahmebedingungen entgegengewirkt werden - materiell, finanziell und personell. 

­ „Den Mangel beenden – unseren Kindern Zukunft geben!“

Volksbegehren für mehr Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt gestartet. Jede Unterschrift zählt! Vielerorts sammeln wir schon fleißig mit unseren Bündnispartnern. Mach mit!
 

Für Sie nachgehakt:

"Es ist schon ein Armutszeugnis, wie wenig Erkenntnisse die Bundesregierung über Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss laut ihrer Antwort hat. Dabei liegen die Probleme klar auf der Hand. Mit Kleckern statt klotzen beim Ausbau individueller Unterstützungssysteme und der Ganztagsschulen kommen wir nicht weiter. Unser Bildungssystem muss schleunigst sozial gerecht aufgestellt werden und nicht durch Herumsortieren Schülerinnen und Schüler, die es schwerer haben, auf der Strecke lassen."
Aber lesen Sie selbst:

Für Sie nachgehakt:

Nachgehakt:

Anlässlich der Halbzeit der Koalition hakten wir nach, wie dem Stand der Umsetzung der Vorhaben der Bundesregierung im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Antwort: In einigen Bereichen tut sich etwas, in einigen gibt es noch nicht einmal einen Plan, etwa für die Ausgestaltung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler*innen. Lesen Sie selbst:

Für Sie nachgehakt:

Teppei Ogawa / ©hanapon1002 - stock.adobe.com

Nachgefragt:

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Verankerung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder in der Grundschule angekündigt. Nach fast der Hälfte der Legislaturperiode haben wir mal nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist und von welchen Bedarfen, etwa zusätzliches Personal etc. die Bundesregierung aussieht.

Antwort der Bundesregierung: Nichts genaues weiß man nicht. "Die finanziellen, rechtlichen und zeitlichen Umsetzungsschritte zur Vorbereitung eines Rechtsanspruchs auf ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote sind Gegenstand von Gesprächen innerhalb der Bundesregierung und mit den Ländern. Bedarfe und Kosten ergeben sich aus den Ergebnissen dieser Gespräche und können daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beziffert werden."

Für Sie nachgehakt:

Wolfgang Kubak, Merseburg / (C) Wolfgang Kubak 2019, entsprechend UrhG

Jakob-Muth-Preisträger

Inklusion fängt im Kopf an. Wertschätzung für Unterschiedlichkeit, beim Lernen, beim Leben, bei allem, was Kindern so wichtig ist. Eine großartige Quelle für Bildung. Bildung kommt nämlich von Vielfalt, nicht von Einfalt. Natürlich braucht es auch Ressourcen: gute Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter*innen, Schulsozialarbeiter, engagierte Eltern.
Aber: Inklusion ist möglich! Inklusion ist ein Menschenrecht!

Bildung macht stark!

#ArmutinDeutschland #Parität #ArmutsberichtUnterwegs mit meinem Enkelmädchen habe ich vorgestern den Hexentanzplatz im Harz neu entdeck: Hoch mit der Seilbahn, unterwegs im Tierpark, zu Gast im Theater bei Hexe Pfefferminz und auf den Spuren des Rätsels im Haus von Hexe Watelinde, die Spaßinsel und der Kletterwald. Viel zu erleben, viel zu bestaunen, viel zu lernen. Nur hat das einen stolzen Preis. Ungefähr 80 Euro müsste eine Alleinerziehende Mama mit ihrem Kind für so einen Tag mindestens bezahlen. Viel zu viele Kinder können sich einen solchen Ausflug nicht leisten. Die Welt bleibt ihnen so verborgen, sie verpassen so einiges. Es ist Bildung die auf der Strecke bleibt. Und das geht gar nicht. Deshalb brauchen wir endlich eine Kindergrundsicherung, die Urlaub und Ausflüge für Eltern bezahlbar machen. Jetzt!

Bildung in digitaler Gesellschaft hat nicht nur mit Geld zu tun

Auch und gerade in digitaler Gesellschaft geht es immer noch um Bildung an sich. Bildung hat viel mit Unabhängigkeit und mit Selbstbestimmung zu tun. Deshalb sind uns die Standards offener Bildung sehr viel wert. Das schließt Barrierefreiheit und die Sensibilität für Geschlechterfragen ein. Das schließt quellcodeoffene Bildungsmaterialien, Open Educational Resources, ein. Das klingt in dem Antrag der FDP ja auch an. Was öffentlich gefördert wird, muss öffentlich zugänglich bleiben. Es geht um eine Kultur des Tauschens und Teilens und eher nicht um eine Kultur des Kaufens, und – nicht zuletzt – geht es um Datenschutz. Was wir nicht brauchen, sind sogenannte Lock-in-Effekte. Das heißt, dass große Internetunternehmen Soft- und Hardware finanzieren und sich so zukünftige Kundinnen und Kunden generieren und, wenn es ganz schlimm kommt, auch noch Einfluss auf die Schulbildung nehmen. Schulen landen auf diese Art und Weise in Abhängigkeit; denn eine Neuanschaffung oder Umorientierung wäre dann eben teurer als die Finanzierung von Updates. Schulen bilden keine Kunden, sondern Schulen bilden junge Menschen.

Gute Räume für gute Bildung!

Da die Abende während der Sitzungswochen endlich sind, hat sich ein morgendliches Format der parlamentarischen Begegnung etabliert: das parlamentarische Frühstück. Gemeinsam mit der GEW diskutierten Bildungspolitiker*innen am vergangenen Dienstag morgens um 7.30 Uhr über den aufgelaufenen Investitionsstau in öffentlichen Schulen der vergangenen Jahre. Seit 2012 stieg der Investitionsbedarf dort von 128 Mrd. Euro auf 159 Mrd. Euro in 2017 – so das Kommunalpanel der KfW. Jede und jeder kennt Geschichten von unhaltbaren Zuständen in Bildungseinrichtungen, von Schultoiletten, die nicht nutzbar sind, von durchgenässten Decken. Räume sind der dritte Pädagoge. Sie haben erheblichen Einfluss darauf, ob Lernen Spaß macht und gelingen kann. #GuteRäumefürguteBildung heißt deshalb die Forderung der GEW, die DIE LINKE nach Kräften unterstützt und deshalb seit langem eine #GemeinschaftsaufgabeBildung fordert. Das Land Sachsen-Anhalt ist leider auch hierbei Schlusslicht, gemessen an den Investitionen pro Schüler*in. (bbb)

Unterwegs in Sachen digitales Lernen

Einige Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgeabschätzung des Deutschen Bundestages sind für vier Tage unterwegs in Estland und Lettland. Beide Länder gelten als Spitzenreiter in Sachen Digitalisierung. Das ist unbestritten so. Der Zugang zu leistungsfähigem Internet ist dort ein soziales Grundrecht. Jede noch so kleine Gemeinde, jedes allein stehende Haus im Wald verfügt darüber. Das ermöglicht viele digitale öffentliche Dienstleistungen. In Estland besitzt jeder Mensch eine ID-Card, auf der die Daten zur Person gespeichert sind. Der Punkt in Sachen Datenschutz ist: Menschen sind Eigentümer ihrer Daten und haben die Regie darüber, wem sie warum zugänglich gemacht werden und wem eben nicht. Transparenz ist eine der Prämissen, die Vertrauen schafft. Hier zumindest. Und dennoch haben die Leute immer auch die Chance, zum Bürgeramt zu gehen. Die meisten tun das jedoch nicht mehr. Und sparen so nicht selten Zeit, Geld und Nerven. Deutschland liegt in dieser Frage leider noch "weit hinter der Kurve".

Bildungspolitiker*innen zu Gast im Baltikum

Birke Bull-Bischoff

Digitalpakt im Schneckentempo

Grundgesetzänderung passiert den Bundesrat

In dieser Woche ist das "Jahrhundertwerk" vollendet worden - so könnte man etwas ironisch sagen. 2016 ist er durch die damalige Bildungsministerin Johanna Wanka angekündigt worden. Im Februar 2019 ist es vollbracht. Und trotzdem: Als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet. 3.5 Mrd. Euro werden es in dieser Wahlperiode möglicherweise noch werden, die den Schulen zugute kommen können. Bis 2025 sind 5 Mrd. Euro insgesamt geplant, davon 720 Mio. für die bildungsbezogene Infrastruktur und 1.68 Mrd. Euro für den Netzausbau. Insgesamt Geteilt durch x (x= Schulen, Berufsschulen, sonderpädagogische Einrichtungen) ist es verdammt wenig. Und das auch noch zeitlich befristet bis zum Jahr 2025. In Sachen Bildung in digitaler Gesellschaft sind wir Entwicklungsland. Kein Wunder, fehlt doch gerade in den ländlichen Regionen ein leistungsfähiger Internetzugang. Für die Bildungspolitik sind nun zentrale Aufgaben, auch die Lehrkräfte fit zu machen. Für gute Bildung insgesamt braucht es andere Lernkulturen: kollaboratives Lernen zum Beispiel. Für inklusive Bildung halten digitale Lernplattformen sehr viele Möglichkeiten bereit, individualisierte Angebote zu machen. Die Entkopplung von Zeit und Raum ermöglicht, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten einzuräumen. Allein die Anwesenheit von Tablets und Smartphones wird es nicht richten. Und im Übrigen: Drei Jahre hat´s gedauert, von der Ankündigung zur Umsetzung. Der Digitalpakt kam im Schneckentempo daher. Vielleicht sollten wir dann mal schon jetzt beginnen, über den #digitalpakt2 zu verhandeln. (bbb)


 

bbb

DigitalPakt Schule – kurz gefasst

Nach langem Gezeter ist er nun beschlossen worden: Der DigitalPakt Schule. Wir haben hier das wichtigste zusammengefasst. 

40.000 Schulen– allgemeinbildende und Berufsschulen – sollen in naher Zukunft eine bessere digitale Ausstattung bekommen. Bundestag und Bundesrat hatten dem Vorschlag des gemeinsamen Vermittlungsausschusses und damit der erforderlichen Grundgesetzänderung am 15. März 2019 zugestimmt. Mit dieser Änderung ist der formale Grundstein für den "Digitalpakt Schule" gelegt. In einem dreiseitigen Papier haben wir die notwendigen Dinge zusammengefasst, "gespickt" mit nützlichen Links.

Frühstücken auswärts: Schulen unterwegs beim digitalen Lernen

Bild: Gerd Altmann pixabay.de

Auswärts zu frühstücken ist keineswegs immer ein vergügungssteuerpflichtiger Vorgang, weil es wirklich sehr früh beginnt, kurz nach 7 Uhr. Auch dann, wenn der dienstliche Vorabend erst 22 Uhr zu Ende war. Aber so genannte Parlamentarische Frühstücke sind meist ein Gewinn. Der Verband der Bildungsmedien e.V. hatte eingeladen. Nicht nur Politiker*innen, sondern vor allem ganz normale Lehrer*innen aus ganz normalen Schulen: Schulen, an denen mehr als 30 Sprachen gesprochen werden, an denen Schüler*innen aus mehr als 30 Kulturen und Religionen lernen – so genannte Brennpunktschulen also. Zunächst malten die Kolleg*innen ein düsteres Bild: nicht genügend und vor allem veraltete Computer, kein leistungsfähiger Internetzugang, zusätzliche Belastung der Lehrkräfte mit Administrationsaufgaben, keine Chance, selbstbestimmt und damit kompetent über Geld und Einkauf zu entscheiden, viel zu wenig Sachverstand in der Verwaltung. Ein frustrierender Beginn des Gesprächs. Zumal zur Ehrlichkeit gehört: Es gibt gute Erfahrungen und Strategien, es gibt Schulen, die sich lange und erfolgreich auf den Weg gemacht haben. Die ausdrückliche Frage nach positiven Erfahrungen legte dann auch eben solche offen. Immer wieder wird auf die Möglichkeiten individualisierter Lernangebote verwiesen, auf eine hohe Motivation von Schüler*innen, mit digitalen Geräten zu lernen, viel Vorwissen mit eigenen Geräten. Aber eben auch Ängste von Lehrkräften, Fehler zu machen und sich in Unsicherheit zu präsentieren. Es braucht also einen langen Atem und Geduld. Aber eben auch Geld und Ressourcen. Einen Digitalpakt 2.0 zum Beispiel. (bbb)

#fridayforfuture – Schulschwänzen oder politische Aktion

Seit Wochen treffen sich freitags Schüler*innen in vielen Städten bundesweit, um darauf aufmerksam zu machen, dass es dramatisch aussieht in Sachen Klimawandel und Klimaschutzpolitik. Zu Recht werfen sie der Politik vor, untätig zu sein, denn die Erreichung der Klimaziele werden vertagt und verschoben. Ein großes Thema also, mit dem sich Schüler*innen zu Wort melden. Die Debatte darum, ob es Schulschwänzen ist, kommt da ziemlich kleinlich daher. Vergangenen Freitag trafen sich in Berlin mehr als 10.000 junge Leute: #babiesforfuture, #parentsforfuture, #grandmasfor future. Und es war erfrischend: viel Fantasie und viel Witz. Die politischen Debatten unter den jungen Menschen waren mit Händen zu greifen. So geht lebensweltorientiertes Lernen mitten im Leben. Was kann es besseres geben. In jedem Fall beginnen junge Menschen, sich für Politik zu interessieren. Möglicherweise fangen sie an, die eigenen Lebensgewohnheiten zu hinterfragen, Fragen zu stellen, sich zu engagieren. Also was will man mehr, wenn man auch der Meinung ist, dass die Zukunft von Natur und Mensch eine existenzielle ist. (bbb)