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OECD: Bildung braucht gerechte Finanzierung

OECD by Nick Youngson, CC BY-SA 3.0, Quelle: https://www.thebluediamondgallery.com/financial03/o/oecd.html

„Ein krisenfestes Bildungssystem braucht eine ausreichende, gerechte Bildungsfinanzierung. Investitionen in mehr Personal, genügend Räume, stabile und leistungsfähige Zugänge zum Netz und zu digitalen Geräten – dafür brauchen wir dringend mehr finanzielle Mittel und einen Abbau von bürokratischen Hürden. Das Geld muss schnell dort ankommen, wo es so dringend gebraucht wird“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag Dr. Birke Bull-Bischoff zu den jüngsten Ergebnissen des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick 2021“. Bull-Bischoff weiter:

„Deutschland gibt laut Bericht bezogen auf sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) weniger Geld für Bildungseinrichtungen aus als die OECD-Länder im Durchschnitt. Die öffentlichen Bildungsausgaben bleiben bei 4,3 Prozent des BIP, während der OECD-Durchschnitt bei 5,2 Prozent liegt. Corona und Flutkatastrophe haben mehr als deutlich gezeigt, dass unser Bildungssystem krisenfest werden muss. Doch dafür brauchen wir dringend mehr Investitionen in die Bildung. Zudem brauchen wir ein Update des Bildungsföderalismus hin zu einem kooperativen Föderalismus mit gleichen Rahmenbedingungen für alle zur Herstellung von Chancengleichheit durch mehr und gute Lehrkräfte und kleinere Lerngruppen. Dafür brauchen wir endlich ein bundesweites Bildungsrahmengesetz und die Verankerung einer Gemeinschaftsaufgabe Bildung im Grundgesetz. Die Bevölkerung hat vom jahrelangen Zuständigkeitsgerangel und dem KMK-Flickenteppich die Nase voll.“

Schriftliche Frage: Karliczek planlos bei Plattform-Entwicklungen

" Wir haben das BMBF zu seinen letzten Ideen einer "Initiative Digitale Bildung" befragt und die Antworten stimmen alles
andere als hoffnungsvoll, dass es mit der Digitalisierung nun voran geht (https://dserver.bundestag.de/btd/19/300/1930087.pdf) :

Die Bildungsministerin stolpert höchstens durch die digitale Welt, darüber können auch keine Initiativen oder Online-Veranstaltungen hinwegtäuschen. Das Ministerium ist nicht in der Lage, zu erklären, worin der Unterschied zwischen einer Nationalen Bildungsplattform und dem Digitalen Bildungsraum liegen soll und macht dazu wiederholt widersprüchliche Aussagen. Dafür sollen dann aber 630 Millionen Euro fließen. Aber für mobile Luftfilter fehlt das Geld. Diese Bildungsministerin zeigt mal wieder, dass sie ihren Aufgaben nicht gewachsen ist, weder in der digitalen noch in der analogen Welt.

Bei den Details zu den neuen Projekten zeigt sich, dass aus vergangenen Fehlern nichts gelernt wird: Die Machbarkeit des Vorhabens ist aufgrund fehlender Informationen unklar, IT-Sicherheit sensibler Bildungsdaten ist Nebensache und der Datenschutzbeauftragte wurde auch bislang nicht einbezogen. Berücksichtigt werden aber selbstverständlich wie immer die Bedarfe von Unternehmen, die die Bildungsplattform als Einfallstor für verdeckten Lobbyismus nutzen können. KI-Anwendungen werden nicht ausgeschlossen, die Empfehlungen dazu der Enquete-Kommission sind jedoch ganz offensichtlich in der Schublade verschwunden.  

Das ist kein Einzelfall: Die App "Stadt/Land/Datenfluss" weist auch Planungslücken auf. So  wurde hierbei die Zivilgesellschaft mit Expertise für Ungleichheit, Inklusion und Integration nicht einbezogen, Mehrsprachigkeit ist nicht vorgesehen, die Bekanntmachung wird der Zivilgesellschaft überlassen - so ist Weiterbildung und lebenslanges Lernen nur für einige möglich, aber nicht für alle. Offene Software wurde hierbei zwar für die Entwicklung genutzt, die App selbst ist allerdings nicht quelloffen - mit der abenteuerlichen Begründung, dass sie nicht datenschutzsensibel sei. Open Source ist aber kein Selbstbedienungsladen, sondern eine Voraussetzung für Innovation!

Aus den Antworten ergeben sich noch eine Reihe weiterer Fragen - ich bleibe dran und frage nach."

 

Schriftliche Frage zur App BMBF

Schriftliche Frage: Störerhaftung

Schriftliche Frage OER-Strategie

PDF_OER-Strategie

­ ­ ­ Zu viele können nicht richtig lesen und schreiben

Ungefähr 6.2 Mio Menschen in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben und gelten als funktionale Analphabeten. Sie sind nach der Definition nicht in der Lage, ausreichend Sinn bei dem was sie lesen, zu verstehen. Wie ist das erklärbar, dass so viele Menschen nach mindestens neun Jahren die Schule verlassen, ohne richtig lesen und schreiben zu können? Wie kann sich das der Aufmerksamkeit von Lehrkräften entziehen, und das so viele Jahre? Wir wissen noch zu wenig über Motive, über Probleme, über Strategien der Vermeidung. Hier gibt es Forschungsbedarf. Und dennoch: Auch jenseits der Suche nach den Ursachen muss ihnen geholfen werden. Seit 2016 gibt es die AlphaDekade in Deutschland. Zehn Jahre, in denen ein merklicher Fortschritt bei der Bekämpfung von Analphabetismus erreicht werden soll. Insgesamt stehen dafür 180 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung, das sind 18 Mio. im Jahr. Und setzt man es ins Verhältnis zu Betroffenen, dann sind es gerade mal 3 Euro „pro Kopf“ die zur Verfügung stehen. Das sagt viel über die mangelnde Wertschätzung aus, die so genannten gering literalisierten Menschen zuteil wird. Das sagt viel über die Ernsthaftigkeit der Sonntagsreden der Bundesregierung aus. Hinzu kommt, dass kompetente Lehrkräfte für unverschämt wenig Geld den Betroffenen helfen: 15 Euro pro Unterrichtsstunde sind keine Seltenheit sondern Normalität. Ihre Beschäftigungsverhältnisse sind immer wieder in Frage gestellt. Schnell wird klar: Hier herrscht das so genannte Matthäus-Prinzip: „Wer hat, dem wird gegeben.“ Bildung hat nicht immer und schon gar nicht nur mit Geld zu tun, sondern in aller Regel mit Haltung und Professionalität. Aber hier muss die Frage nach den Ressourcen, die zur Verfügung stehen, als erstes gestellt werden. Zum einen nach den finanziellen Möglichkeiten in der Erwachsenenbildung. Zum anderen aber nach der Aus-stattung von Schulen mit Geld und Personal. So lange der grundlegende Mangel daran nicht endlich grundlegend angegangen wird, kommen wir hier keinen Schritt weiter. Es beißt die Maus keinen Faden ab: Wir brauchen deutlich mehr Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen, besser ausgestattete Schulen.(bbb)

Gute Ausbildungsbedingungen - dann klappt’s auch mit dem Fachkräftenachwuchs

 

Einmal jährlich lädt die Handwerkskammer ein, um über aktuelle Probleme in Sachen Ausbildungsmarkt mit Menschen aus der Politik, der Wissenschaft und mit anderen Beteiligten und Interessierten zu diskutieren. Am Mittwoch trafen sich dann ca. 100 Expert*innen im der Berufsschule Magdeburg am Krökentor, um über den Übergang von Schule in den Beruf zu diskutieren. Das Landesinstitut für Schulqualität (LISA) stellte ein vergleichsweise neues Programm vor – die Praxislerntage – um den Unterricht im schulischen Kontext mit vielfältigen Praxiserfahrungen in den Unternehmen Sachsen-Anhalts zu verbinden. Die Schüler*innen dürfen sich dabei von ihren Neigungen und Interessen leiten lassen und sich selbst ein Unternehmen für ihre Praxislerntage wählen. Es ist keine klassische Berufsorientierung, aber einen Einblick in berufliche Praxis ermöglicht das Programm schon. Auch für die Entwicklung von Berufswahlkompetenz - der Kompetenz, zwischen unterschiedlichen Berufsfeldern das Passende für sich selbst zu finden und auszuwählen, ist das eine nützliche Sache. Das Handwerk klagt schon seit einigen Jahren darüber, zu wenig Auszubildende zu bekommen. Es mangele an Interesse bei den potenziellen Bewerber*innen. Dazu gehören jedoch zwei Seiten. Auch das Handwerk selbst muss sich fragen lassen, wie die Ausbildungsbedingungen für die jungen Leute in ihren Unternehmen während der Ausbildung gestaltet sind. Möglichst so, dass Berufe im Handwerk auch attraktiv sind für junge Leute. Dazu gehört die Qualität der Ausbildung ebenso wie Mitbestimmungsrechte und eine angemessene Ausbildungsvergütung. Hier gibt es bekanntermaßen „Luft nach oben“. Deshalb ist die Abbruchquote in diesem Bereich auch besonders hoch. Ein Kreishandwerksmeister schlug deshalb vor, Zulassungsbeschränkungen für das Abitur einzuführen, in der Hoffnung, dass dann mehr Bewerber*innen an die Tür des Handwerks klopfen, um ausgebildet zu werden. Aber: Bildung zu limitieren, für junge Leute zu begrenzen, halte ich in einer Wissensgesellschaft nicht für eine gute Idee. Im Gegenteil: so viel Bildung wie möglich, muss die Devise heißen. Sie ist gewissermaßen ein Rohstoff für junge Leute in einer Wissensgesellschaft. Dafür muss Schule – auch im gegliederten Schulsystem – die besten Voraussetzungen schaffen. Wenn so viel wie möglich junge Leute das Abitur ablegen, ist das für eine Gesellschaft durchaus eine große Ressource. Abiturient*innen können dann auch für eine Ausbildung im Handwerk geworben werden. Warum auch nicht? Aber auch hier gilt: Die Ausbildungsbedingungen müssen stimmen. Dann wird’s auch mit dem Fachkräftenachwuchs. (bbb)

Forum open education - Bildung offen, frei und digital

Es geht um offene Bildung (open education). Das meint was? Freie Software (open educational Ressources) erlaubt einen Blick hinter die digitalen Kulissen, auf offene Quellcodes – die digitale Quelle eines Programms oder einer App. Freie Bildungsmaterialien hat bereits die UNESO im Jahr 2015 definiert: Es sind Bildungsmaterialien, die man frei verwahren, verteilen, verändern, verbreiten, vermischen kann. Lehrkräfte und Schüler*innen erarbeiten und gestalten freie Bildungsmaterialien und stellen sie dann allen anderen frei zur Verfügung auf Bildungsservern. So geht digitale Mündigkeit, denn Schüler*innen lernen so eine souveräne Nutzung und eine kritischen Blick auf Medien zu werfen, sich damit  auseinanderzusetzen. Programmieren wird alsbald zu den Schlüsselkompetenzen gehören. Es geht also nicht darum, die Software großer Unternehmen wie Microsoft und Apple zu verbreiten, so dass junge Leute auf deren Nutzung „getrimmt“ werden. Sondern es geht darum, selbst Bildungsmaterialien zu erstellen und sie anderen zur Verfügung zu stellen, ohne Abhängigkeiten von Lizenzen und kostenpflichtigen Neuerungen (updates). Und es braucht eine neue Lernkultur: kollaboratives Lernen, Lernen im Team und in Kooperation. 

Die Bildungspolitiker*innen der demokratischen Fraktionen im Bundestag waren eingeladen, gemeinsam im Team mit anderen Engagierten Ideen zu entwickeln, wie Chancengleichheit mit digitalen Mitteln gefördert werden kann, wie die Lehramtsausbildung verbessert werden muss, wie man Künstliche Intelligenz fürs Lernen einsetzt, wo Chancen und Risiken sind. Eine Idee für mehr Chancengleichheit war, die Schulbibliotheken zu Medienzentren an Schulen auszubauen. Dazu brauchen sie Profis unterschiedlicher Professionen: Lehrkräfte, Techniker*innen, Administrator*innen und Sozialarbeiter*innen. Dazu brauchen sie aber auch Ressourcen: Geld und Zeit. Noch gibt es sowas wahrscheinlich in zu wenigen Schulen. Der Mangel ist ja in unserer Bildungswirklichkeit ein zentrales Problem. Aber eine schöne und nützliche Vision ist es allemal: Schüler*innen lernen gemeinsam und voneinander, ohne Stigmatisierungen und Ausgrenzung. Es gibt für alle den notwendigen Zugang zu leistungsfähigem Internet und zu eigenen Geräten. So denkt sich Bildung in digitaler Gesellschaft. Die Wirklichkeit an Schulen ist davon noch weit entfernt. Aber es lohnt sich, Schritt für Schritt solche Weg zu gehen. Und vor allem diejenigen zu unterstützen, die sich in diesen Fragen engagieren. So das Bündnis für freie und offene Bildung.

Hier geht’s zur Internetseite mit vielen weiteren Impulsen. (https://buendnis-freie-bildung.de)

Für Sie nachgehakt:

Für Sie nachgehakt:

Nachgehakt:

Anlässlich der Halbzeit der Koalition hakten wir nach, wie dem Stand der Umsetzung der Vorhaben der Bundesregierung im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Antwort: In einigen Bereichen tut sich etwas, in einigen gibt es noch nicht einmal einen Plan, etwa für die Ausgestaltung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler*innen. Lesen Sie selbst:

Freie Bildung für mehr Gerechtigkeit

Zum zweiten Mal war ich zu Gast beim Forum open education (#FOE19). Es geht um freie Bildung und deren Möglichkeiten für gerechtere Bildung. Was meint eigentlich freie Bildung, was sind deren Standards? Es geht zunächst um offene Quellcodes um, frei zugängliche Software, die verändert und mitgestaltet werden. Es geht um neue Lernkulturen wie das kolaborative Lernen – das Lernen miteinander an gemeinsamen Problemen und Gegenständen – die traditionell Lernformen wie Frontalunterreicht mindestens ergänzen und schrittweise ablösen. Bildung in digitaler Gesellschaft braucht eine völlig neue Lernkultur, sonst geht´s schief. Weg vom Nürnberger Trichter, hin zu selbsttätigem und gemeinsamem Lernen. Immerhin wissen wir aus vielen Forschungen, dass junge Leute am meisten voneinander lernen, in eigener Auseinandersetzung mit Problemen auf der Suche nach Lösungen. Informationen und Kenntnisse abzufragen, dass ght mit Maschinen besser.

Das Bündnis freie Bildung lädt einmal im Jahr viele Akteur*innen, Praktiker*innen aber auch Politiker*innen ein, um miteinander best practice auszutauschen, zu diskutieren, wie sich Bildung in Kita, Schule, Berufsschule und Hochschule verändern muss, um nachhaltig zu sein. Es ist immer wieder ein lebendiger und anschaulicher Austausch zwischen denen, den Bildung in digitaler Gesellschaft am Herzen liegt. Eine Frage, die ich zum Weiterdenken mitgenommen habe: Wo konkret soll die (bessere) Zusammenarbeit zwischen Schule und Kinder- und Jugendhilfe eigentlich stattfinden - in externen Räumen, Makerspaces und Werkstätten oder in Schule, zum Beispiel im Rahmen eines Ganztagsschulkonzeptes? (bbb)

Jugend und Parlament

Jede und jeder Abgeordnete hat jährlich die Möglichkeit, einen interessierten jungen Mann oder eine interessierte Junge Frau ins Parlament einzuladen. Dort findet ein Planspiel statt, "Jugend und Parlament". Mitten in der Sitzungswoche gibt es gewissermaßen ein paralleles Parlament – eines für ganz junge Menschen. Es war demnach recht quirlich in der vergangenen Woche. Eric Stehr, Mitglied des Weißenfelser Stadtrates für DIE PARTEI besuchte mich in Berlin und beschäftigte sich, ähnlich wie ich, mit parlamentarischen Beratungen und Auseinandersetzungen. Wir trafen uns am Montag zum Käffchen. Also ich ein Käffchen, er eine Cola (so weit ich das noch richtig in Erinnerung habe). So tauschten wir uns aus über die Mühen und Tücken der parlamentarischen Demokratie. Zwei Expert*innen also. Und dann hat der Eric mal was aufgeschrieben, was Sie oder ihr gern lesen könnt. Wir werden uns wieder sehen, in den Mühen der Basisdemokratie – in der Kommunalpolitik.

Shell Jugendstudie 2019

©deagreez - stock.adobe.com

Bildung in digitaler Gesellschaft hat nicht nur mit Geld zu tun

Auch und gerade in digitaler Gesellschaft geht es immer noch um Bildung an sich. Bildung hat viel mit Unabhängigkeit und mit Selbstbestimmung zu tun. Deshalb sind uns die Standards offener Bildung sehr viel wert. Das schließt Barrierefreiheit und die Sensibilität für Geschlechterfragen ein. Das schließt quellcodeoffene Bildungsmaterialien, Open Educational Resources, ein. Das klingt in dem Antrag der FDP ja auch an. Was öffentlich gefördert wird, muss öffentlich zugänglich bleiben. Es geht um eine Kultur des Tauschens und Teilens und eher nicht um eine Kultur des Kaufens, und – nicht zuletzt – geht es um Datenschutz. Was wir nicht brauchen, sind sogenannte Lock-in-Effekte. Das heißt, dass große Internetunternehmen Soft- und Hardware finanzieren und sich so zukünftige Kundinnen und Kunden generieren und, wenn es ganz schlimm kommt, auch noch Einfluss auf die Schulbildung nehmen. Schulen landen auf diese Art und Weise in Abhängigkeit; denn eine Neuanschaffung oder Umorientierung wäre dann eben teurer als die Finanzierung von Updates. Schulen bilden keine Kunden, sondern Schulen bilden junge Menschen.

Gute Räume für gute Bildung!

Da die Abende während der Sitzungswochen endlich sind, hat sich ein morgendliches Format der parlamentarischen Begegnung etabliert: das parlamentarische Frühstück. Gemeinsam mit der GEW diskutierten Bildungspolitiker*innen am vergangenen Dienstag morgens um 7.30 Uhr über den aufgelaufenen Investitionsstau in öffentlichen Schulen der vergangenen Jahre. Seit 2012 stieg der Investitionsbedarf dort von 128 Mrd. Euro auf 159 Mrd. Euro in 2017 – so das Kommunalpanel der KfW. Jede und jeder kennt Geschichten von unhaltbaren Zuständen in Bildungseinrichtungen, von Schultoiletten, die nicht nutzbar sind, von durchgenässten Decken. Räume sind der dritte Pädagoge. Sie haben erheblichen Einfluss darauf, ob Lernen Spaß macht und gelingen kann. #GuteRäumefürguteBildung heißt deshalb die Forderung der GEW, die DIE LINKE nach Kräften unterstützt und deshalb seit langem eine #GemeinschaftsaufgabeBildung fordert. Das Land Sachsen-Anhalt ist leider auch hierbei Schlusslicht, gemessen an den Investitionen pro Schüler*in. (bbb)

#frag_die_bpb

In dieser Woche trafen sich die Mitglieder des Beirates der Bundeszentrale für politische Bildung. Als Vertreterin für die Linksfraktion habe ich so Einblicke in das, was geplant und gedacht wird. Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale berichtet über die zurückliegend und künftige Aktivitäten, Strategien und Schwerpunkte. Vor allem geht es darum, junge Leute zu erreichen. Verschiedene twitter-Accounts und Aktionen zeigen sich dabei sehr erfolgreich. Frag die Bundeszentrale (#frag_die_bpb) ist ein Format, bei dem in ca. 240 Zeichen komplexe politische Fragen beantwortet werden. Junge Influencer diskutieren mit ebenso jungen Leuten auf youtube zum Beispiel schwierige Fragen des politischen Islamismus. Peer Learning ist ohnehin eine sehr zeitgemäße Form politischer Bildung. Es scheint, als hätte die Bundeszentrale die Zeichen der Zeit erkannt. Lediglich der Name der Institution kommt im Vergleich mit dem, was die Einrichtung so veranstaltet doch recht altbacken daher. 

Unterwegs in Sachen digitales Lernen

Einige Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgeabschätzung des Deutschen Bundestages sind für vier Tage unterwegs in Estland und Lettland. Beide Länder gelten als Spitzenreiter in Sachen Digitalisierung. Das ist unbestritten so. Der Zugang zu leistungsfähigem Internet ist dort ein soziales Grundrecht. Jede noch so kleine Gemeinde, jedes allein stehende Haus im Wald verfügt darüber. Das ermöglicht viele digitale öffentliche Dienstleistungen. In Estland besitzt jeder Mensch eine ID-Card, auf der die Daten zur Person gespeichert sind. Der Punkt in Sachen Datenschutz ist: Menschen sind Eigentümer ihrer Daten und haben die Regie darüber, wem sie warum zugänglich gemacht werden und wem eben nicht. Transparenz ist eine der Prämissen, die Vertrauen schafft. Hier zumindest. Und dennoch haben die Leute immer auch die Chance, zum Bürgeramt zu gehen. Die meisten tun das jedoch nicht mehr. Und sparen so nicht selten Zeit, Geld und Nerven. Deutschland liegt in dieser Frage leider noch "weit hinter der Kurve".

Bildungspolitiker*innen zu Gast im Baltikum

bbb

Lebenslanges Lernen im digitalen Zeitalter!

Der Verband der Internetwirtschaft Bitcom hatte eingeladen zum Policy Pitch. Politiker*innen der demokratischen Fraktionen im Deutschen Bundestag hatten die Chance, exakt vier Minuten ihren Plan zu präsentieren. Es ging um eine Kultur der Weiterbildung im digitalen Zeitalter. Welche Vorstellungen treibt die einzelnen Parteien an? Welche Leitplanken und Prämissen braucht es. Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, warb für vier Prämissen: Digitale Mündigkeit meint, dass Lernende nicht nur Nutzer- und Bedienkompetenzen benötigen. Dafür brauchen sie informatische Bildung, Medienkompetenzen und so genannte Zukunftskompetenzen: Probleme zu lösen, Konflikte zu managen, zu reflektieren und letztlich auch in schwierigen Situationen entscheiden zu können. Dafür braucht es frei zugängliche Bildung, offene Software, offene Quellcodes, vielfältige Betriebssysteme. Um Bildung für alle zu ermöglichen ist ein inklusives System beruflicher Bildung nötig, lebensweltorientiert und barrierefrei. Letztlich braucht es soziale Sicherheit und angemessene Rahmenbedingungen - darunter ein guter Lohn - für Lehrende. Das Thema der Soloselbständigen hatte DIE LINKE bereits mehrmals im Deutschen Bundestag zum Thema gemacht. Es gab vieles, worin sich die Bildungspolitiker*innen einig waren. Aber auch Kontroversen schienen durch, wenngleich sie auf einem solchen Podium in iher moderater Weise ausgetragen werden. Herzlichen Dank für die Einladung!

Bildungspolitiker*innen unterwegs