Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Schriftliche Frage: Zahl der Ausbildungsverträge auf Tiefstand

Der Ausbildungsmarkt ist durch die Pandemie schwer getroffen. So gab es im Jahr 2020 47.600 oder 9,3 Prozent weniger Ausbildungsplätze als 2019. Es ist leider zu befürchten, dass die Zahlen in diesem Jahr nicht besser aussehen werden. Ein Grund mehr, die Bundesregierung nach ihren Plänen zur fragen. Die Antwort findet Ihr hier. Leider hat die Bundesregierung zu lange gezögert, bis endlich Maßnahmen im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung aufgestellt wurden. Viele davon sind auch wichtig. Doch gegen weitere dringend notwendige Forderungen sperrt sich die Bundesregierung. Wir brauchen jetzt ein Recht auf vollqualifizierende Ausbildung finanziert durch eine solidarische Umlagefinanzierung, damit Jugendliche eine Zukunftsperspektive in der Arbeitswelt bekommen, um Ausbildung für alle zu ermöglichen. Vorübergehend sind mehr außerbetriebliche Ausbildungsplätze nötig. Daneben fordert DIE LINKE die unbefristete Übernahme nach Ausbildungsende und den Wegfall der Probezeit bei Übernahme im selben Betrieb. Und wir brauchen mehr Elan bei der Digitalisierung und Finanzierung von Berufsschulen.

Adobe InDesign 16.2 (Macintosh)

Die Digitalisierung stellt große Herausforderungen an Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitswelt, bietet aber auch enorme Chancen. Drei Jahre lang untersuchte deshalb im Bundestag die Enquête-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“, wie dieser Modernisierungsprozess von der Politik gestaltet werden kann und welche Anforderungen sich dabei für die berufliche Aus- und Weiterbildung ergeben. Für die Fraktion DIE LINKE arbeitete ich zusammen mit unserer Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung, Jutta Krellmann. Am 22.06.2021 wurde der Abschluss-Bericht der Kommission der Öffentlichkeit vorgestellt. In unserem Sondervotum "(Aus-)Bildungsgerechtigkeit jetzt umsetzen" fordern wir unter anderem:

  • ein Recht auf eine vollqualifizierende, qualitative hochwertige Berufsausbildung 
  • einen gesetzlich geregelten Ausbildungsfonds
  • Umlagefinanzierung

Alle unsere ausführlichen Positionen, Reden und Anträge haben wir auf der Seite unserer Fraktion in einem Dossier zu "Ausbildungsgerechtigkeit" aufbereitet. Ein Blick lohnt sich!

Ausbildung in der Krise! - die Auswirkungen der Coronakrise auf den Ausbildungsmarkt

Montags trifft sich einmal im Monat die Enquetekommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ des Deutschen Bundestages, nunmehr schon seit fast zwei Jahren. Auch dieses Gremium kommt um einen Blick auf den Ausbildungsmarkt während und nach der Coronakrise nicht umhin. Im Plenum der Enquetekommission nahmen deshalb am 29. Juni 2020 Vertreter*innen der Kammern, der Wissenschaft, der Berufsschulen, der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände aus ihrer Perspektive zu wichtigen Fragen Stellung: Wie wirkt sich die Krise auf den Ausbildungsmarkt perspektivisch aus? Wie viele Unternehmen werden im kommenden Jahr ausbilden? Wie viele Ausbildungsplätze wird es noch geben? Wer wird davon profitieren? Wer ist besonders gefährdet? Welche kurz- und mittelfristigen Maßnahmen wären jetzt angesagt? A Es ist damit zu rechnen dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im kommenden Herbst unter die Marke von 500.000 fällt. Auch die Zahl der ausbildenden Betriebe wird vermutlich weiter sinken. Haben Schüler*innen mit mittlerem Schulabschluss oder Hochschulreife möglicherweise noch einige Alternativen, so werden vor allem junge Leute mit Hauptschulabschluss oder keinem Schulabschluss in schwieriges Fahrwasser geraten. Aus Sicht der LINKEN müssen hier Anreize geschaffen werden, dass Unternehmen auch in Zukunft ausbilden bzw. ausbilden können. Die Maßnahmen im Konjunkturprogramm der Bundesregierung sind dafür ein Anfang. Prinzipiell muss aber ausbildenden Unternehmen bei der dauerhaften und verlässlichen Finanzierung geholfen werden. Eine solidarische Umlagefinanzierung, wie es DIE LINKE seit vielen Jahren fordert, wäre nunmehr eine richtige Entscheidung. Auch die vorübergehende Öffnung der außenbetrieblichen Ausbildung in frei gemeinnützigen Unternehmen wäre ein notwendiger Schritt. Die Diskussion darüber, wie der Ausbildungsmarkt künftig krisenfester gemacht werden kann, muss im Parlament fortgesetzt werden. Eine erste Gelegenheit wird nach der Sommerpause sein: Dann wird der Berufsbildungsbericht im Plenum des Deutschen Bundestages debattiert. Die Fraktionen legen in diesem Zusammenhang ihre Vorstellungen zur Zukunft der Ausbildung vor. DIE LINKE wird vor allem die Zukunft der schulischen Ausbildung in den Mittelpunkt rücken. Hier gibt es bei der Ausbildung in den Gesundheits- und Pflegeberufen erheblichen Refombedarf. (bbb)

Enquete-Kommission "berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt"

Thema in der Enquete-Kommission "berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt": "Neue Wege in neue Berufe? – Chancen und Risiken atypischer Bildungswege".
Daneben übernimmt heute DIE LINKE den Vorsitz der Enquete-Projektgruppe, die sich mit Herausforderungen für individuelle Wege in den Beruf befasst. DIE LINKE: Risiken und Ausgrenzung abbauen, Vielfalt und Zugangschancen sichern!
Unter https://www.bundestag.de/aussc.../weitere_gremien/enquete_bb können sich Interessierte die Anhörungen ansehen und weitere Infos zur Arbeit der Enquete-Kommission erhalten.

Für Sie nachgehakt:

GEW Herbstakademie:

Nationale Weiterbildungsstrategie ist erst der Anfang, die Arbeit fängt ja jetzt erst an! Wir brauchen eine Weiterbildungskultur und die politische Motivation, die alle in den Blick nimmt und nicht nur auf die Verwertbarkeit am Arbeitsmarkt gerichtet ist. Endlich Stärkung und Absicherung der Beschäftigten in der Weiterbildung, mehr Bildungsberatung, Mut zur Umsetzung von Konzepten zur Bildungszeit, Rechtsanspruch auf Weiterbildung ...!

Berufsbildungsqualitätsgesetz ausbauen

Die Linksfraktion will die Qualität und die Rahmenbedingungen der dualen Ausbildung verbessern. Dazu gehören u. a.:
- das Recht auf Teilzeitausbildung,
- eine echte Mindestausbildungsvergütung,
- der verbindliche Durchstieg von zwei- in dreijährige Berufe,
sowei Standards zur Qualitätssicherung der Ausbildung und klare Regelungen für die dualen Studiengänge.

Für Sie nachgehakt:

Nachgehakt:

Anlässlich der Halbzeit der Koalition hakten wir nach, wie dem Stand der Umsetzung der Vorhaben der Bundesregierung im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Antwort: In einigen Bereichen tut sich etwas, in einigen gibt es noch nicht einmal einen Plan, etwa für die Ausgestaltung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler*innen. Lesen Sie selbst:

"Das BBiG und die Ausbildung von morgen“

Es hat Spaß gemacht. Munter und entschlossen, die jungen Gewerkschafter*innen! Und jetzt nicht zufrieden geben. Wir brauchen ein Berufsausbildungsqualitätsgesetz! Und wir brauchen euch!

Für Sie nachgehakt:

"Mit dem so genannten „Meister-BaföG“ wird berufliche Fortbildung gefördert. Auch Erzieher*innen haben die Möglichkeit, Meister-BaföG zu erhalten. Zumindest diejenigen, die eine Ausbildung nach dem Modell „2 plus 1“ absolvieren – zwei Jahre schulische Ausbildung mit einem anschließenden praktischen Jahr in einer Kita. Ich habe die Bundesregierung gefragt, wie viele Erzieherinnen in den einzelnen Bundesländern in diesen Genuss der Förderung kommen. Hier ist die Antwort, mit der man sich einen Überblick verschaffen kann.“

Berufliche Bildung für Menschen mit Behinderungen

Gestern Abend zu Gast beim parlamentarischen Abend der Berufsbildungswerke. Die Firma Schmaus (Büromaterialien) beschäftigt mehr als 20% von Menschen mit Behinderungen. Unterstützt durch digitale Arbeitsumgebungen und Assistenzen. Ein Gewinn für alle. Echt coole Sache! So kann's gehen mit inklusive Arbeitswelt

Berufliche Bildung in Klausur

Fast ein Jahr lang beschäftigt sich nunmehr eine Enquetekommission im Deutschen Bundestag mit vielfältigen Facetten beruflicher Bildung in Deutschland und international. Unser Auftrag ist, herauszuarbeiten, wie die Zukunft des Systems der dualen Berufsausbildung gesichert werden kann mit Blick auf die Digitalisierung der Gesellschaft und der Arbeit. Viele Impulse von Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Vertreter*innen von Verbänden liegen hinter uns. Die Projektgruppe "Digitalisierung" beschäftigte sich mit Begriffen, mit Erscheinungsformen und den Schlussfolgerungen für Arbeit 4.0 und für die berufliche Bildung. Wir haben diskutiert, welche Kompetenzen nötig sind, um junge Leute digital mündig zu machen. Wir haben uns ausgetauscht über den Zusammenhang zwischen den Zielen der Nachhaltigkeit und der Digitalisierung. Viel Stoff also, der nunmehr in einen Zwischenbericht münden soll. Deshalb war Klausur angesagt. Über vier Stunden haben alle Beteiligten zusammengesessen und einen ersten Entwurf für eine solche Zusammenfassung diskutiert. Eine der wenigen Möglichkeiten, in einen substanziellen, aufeinander bezogenen Diskurs zu treten. Allein deshalb war es ein Gewinn. (bbb)

Berufliche Weiterbildung für Geringverdiener*innen unter Druck

Es war der fünfte parlamentarische Abend des Verbandes der Privatschulen gemeinsam mit der Landtagsfraktion DIE LINKE  – also schon eine gute Tradition. In größeren Abständen tauschen wir uns aus über die jeweiligen Positionen in Sachen Lehrkräftemangel, in Sachen digitaler Bildung und in den Angelegenheiten der beruflichen Weiterbildung, die ja hauptsächlich von freien Trägern angeboten und von der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Natürlich ist das Anliegen der Fraktion DIE LINKE ist zunächst, das Angebot in den öffentlichen Schulen zu sichern und qualitativ weiterzuentwickeln. Keine Frage. Unter dem eklatanten Lehrkräftemangel und der permanenten Unterfinanzierung von Bildung in unserem Land leiden jedoch öffentliche und freie Schulen gleichermaßen. Abwerbungsstrategien und bürokratische Barrieren gegenüber den freien Schulen lösen dieses Problem im Sinne der öffentlichen Schulen nun ganz und gar nicht.  Insofern mag es verwunderlich erscheinen, dass ausgerechnet DIE LINKE als Anwalt der freien Schulen engagiert ist. Das ist sie generell, wenn es um gute Bildung geht. In besonderem Maß ging es an diesem Abend um die Finanzierung der beruflichen Bildung für Menschen mit geringer Qualifikation, für Erwerbslose und Migrant*innen.  Auch hier zeigt sich ein weiteres Mal: Wenn es um die Bedürfnisse von Menschen mit Benachteiligungen geht, werden Gelder beschnitten und hohe Barrieren aufgebaut. So auch für die freien Träger beruflicher Bildung. Die Bundesdurchschnittskostensätze sind ein Symbol und ein Indiz gleichermaßen. Zur Finanzierung der Angebote sind sie das Maß der Dinge. Freie Träger müssen sich zertifizieren lassen und ihre Finanzierung richtet sich nach den Kosten der jeweils zurückliegenden Jahre. Daran orientiert werden die Bundesdurchschnittskostensätze errechnet und verkündet. Sie berücksichtigen nicht den gestiegenen Mindestlohn in der Weiterbildungsbranche, keine Steigerung der Miet- und Gebäudekosten und ebenso nicht das erforderliche Personal für Sozialarbeit und begleitende Hilfen. Berufliche Bildung für benachteiligte Menschen gerät so unter enormen Kostendruck. Nicht etwa die Qualität ist entscheidend bei der Vergabe, sondern möglichst niedrigste Kosten. Das ist alles andere als zukunftsweisend. Denn in einer Wissensgesellschaft und in einer Arbeitswelt, die sich durch die Digitalisierung stark verändern wird, können wir auf kein Talent verzichten. Auch Menschen mit geringer Qualifikation - möglicherweise besonders stark betroffen von digitalem Wandel - brauchen lebenslange Weiterbildung. Gemeinsam mit Monika Hohmann stand ich rede und Antwort, was die Zukunft der beruflichen Bildung braucht und in welcher Verfassung sie sich derzeit befindet. Und auch hier gibt es einiges an Gemeinsamkeiten zwischen den Interessenvertreter*innen der freien Schulen und der Fraktion DIE LINKE. Es braucht sichere Finanzierung durch eine Reform der Bundesdurchschnittskostensätze. Vor allem aber brauchen wir ein Recht auf Weiterbildung und sehr viel mehr Ressourcen dafür, dass sich auch benachteiligte Menschen lebenslang ohne Barrieren weiterbilden können. (Bbb)

Gäste aus Zeitz und Droyßig

Nach einem pannenreichen Besuch der Wittenberger*innen in der vergangenen Woche, war ich in der Tat ein wenig aufgeregt, ob die Gäste aus Zeitz und Droyßig gut in Berlin gelandet waren und alles geklappt hatte mit dem Zugang zu den Hallen des Bundestages. Umso mehr geriet ich in Aufregung, als ich am Dienstag morgen auf dem Bahnhof in Halle las: "Dieser Zug entfällt." Die pünktliche Abfahrt misslang schon mal. Der nächste Zug sollte planmäßig 40 Minuten später fahren und verspätete sich wiederum um acht Minuten. Also kam ich leider 20 Minuten zu spät in Berlin bei meinen Gästen im Raum A2 auf der Besucher*innenebene des Bundestages an. Begrüßt wurde ich dennoch mit einem sehr herzlichen Beifall. Das hob die allgemeine Stimmung sehr. Und so fanden wir miteinander einen guten Draht. Wie immer ging es um Bildungspolitik, um die Arbeit einer Abgeordneten im Allgemeinen, um Fachkräftemangel in der Pflege und in vielen anderen Berufen. Einen Wodka und russisches Konfekt hatte ich mitgebracht. Schon allein deshalb, weil die Reiseleiter*in meine ehemalige Russischlehrerin ist. Und ich kenne ihre Leidenschaften. Es war ein heißer Tag, der aber glücklich verlief. Nicht nur wegen des schönen Wetters. Die Reise nach Berlin war geglückt. Bis zum nächsten Mal. (bbb)

Jugend und Parlament

Jede und jeder Abgeordnete hat jährlich die Möglichkeit, einen interessierten jungen Mann oder eine interessierte Junge Frau ins Parlament einzuladen. Dort findet ein Planspiel statt, "Jugend und Parlament". Mitten in der Sitzungswoche gibt es gewissermaßen ein paralleles Parlament – eines für ganz junge Menschen. Es war demnach recht quirlich in der vergangenen Woche. Eric Stehr, Mitglied des Weißenfelser Stadtrates für DIE PARTEI besuchte mich in Berlin und beschäftigte sich, ähnlich wie ich, mit parlamentarischen Beratungen und Auseinandersetzungen. Wir trafen uns am Montag zum Käffchen. Also ich ein Käffchen, er eine Cola (so weit ich das noch richtig in Erinnerung habe). So tauschten wir uns aus über die Mühen und Tücken der parlamentarischen Demokratie. Zwei Expert*innen also. Und dann hat der Eric mal was aufgeschrieben, was Sie oder ihr gern lesen könnt. Wir werden uns wieder sehen, in den Mühen der Basisdemokratie – in der Kommunalpolitik.

Bildung in digitaler Gesellschaft hat nicht nur mit Geld zu tun

Auch und gerade in digitaler Gesellschaft geht es immer noch um Bildung an sich. Bildung hat viel mit Unabhängigkeit und mit Selbstbestimmung zu tun. Deshalb sind uns die Standards offener Bildung sehr viel wert. Das schließt Barrierefreiheit und die Sensibilität für Geschlechterfragen ein. Das schließt quellcodeoffene Bildungsmaterialien, Open Educational Resources, ein. Das klingt in dem Antrag der FDP ja auch an. Was öffentlich gefördert wird, muss öffentlich zugänglich bleiben. Es geht um eine Kultur des Tauschens und Teilens und eher nicht um eine Kultur des Kaufens, und – nicht zuletzt – geht es um Datenschutz. Was wir nicht brauchen, sind sogenannte Lock-in-Effekte. Das heißt, dass große Internetunternehmen Soft- und Hardware finanzieren und sich so zukünftige Kundinnen und Kunden generieren und, wenn es ganz schlimm kommt, auch noch Einfluss auf die Schulbildung nehmen. Schulen landen auf diese Art und Weise in Abhängigkeit; denn eine Neuanschaffung oder Umorientierung wäre dann eben teurer als die Finanzierung von Updates. Schulen bilden keine Kunden, sondern Schulen bilden junge Menschen.

Azubis sind keine Billigarbeitskräfte

Nur dem Druck von Gesellschaft, Gewerkschaften und der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag ist es zu verdanken, dass Union und SPD endlich in die Gänge gekommen sind. Doch wie immer steckt die Tücke im Detail. Die Linksfraktion fordert eine gesetzlich festgelegte Mindestausbildungsvergütung, die einheitlich bei 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen aller Branchen des jeweiligen Ausbildungsjahres liegt. Dies wären mit Stand 2018 nach Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des DGB 660 Euro (brutto) im ersten Ausbildungsjahr, 720 Euro im zweiten Jahr, 795 Euro im dritten Jahr und 826 Euro im vierten Jahr. Von diesen 660 Euro brutto pro Monat im ersten Ausbildungsjahr würden über 125.000 Jugendliche profitieren. Nach dem Gesetzentwurf der Bundesbildungsministerin wären es im Jahr 2020 lediglich etwa 26.190 junge Menschen (DGB-Kalkulation). Das sind zu wenige Azubis, zumal die vollzeitschulischen Ausbildungen außen vor sind, da sie außerhalb des Geltungsbereichs des Berufsbildungsgesetzes liegen. Azubis sind schließlich keine Billigarbeitskräfte.

Berufliche Bildung für junge Menschen, die benachteiligte werden

Die Bertelsmannstiftung hatte am Mittwoch eingeladen, um ein Konzept vorzustellen, mit dem junge Leute, die in vielfacher Hinsicht benachteiligt sind und nicht so einfach Anschluss an eine duale oder vollzeitschulische Ausbildung finden, eine Chance auf vollqualifizierende berufliche Ausbildung erhalten sollen. Nach erfolgloser Bewerbung in Unternehmen oder an Berufsfachschulen erhalten sie die Möglichkeiten, eine solche Ausbildung in öffentlich geförderter Weise zu absolvieren. Je nachdem, welche Berufsbilder in der Region gebraucht werden, bieten freie Bildungsträger, finanziert durch die öffentliche Hand, vollqualifizierende Berufsausbildungen an. Gedacht ist, dass möglichst bald ein Wechsel in Unternehmen vollzogen wird. In jedem Fall aber können die jungen Menschen ihre Ausbildung so vollenden und haben eine Chance, auch im Erwerbsleben Fuß zu fassen. (bbb)

Strukturwandel aus Sicht der Gewerkschaften

#auswärtsfrühstücken mit dem DGB. Am Mittwochmorgen hatten die Mitglieder der so genannten "Kohlekommission" darunter Michael Vassiliadis – den Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) eingeladen, um mit den Bundestagsabgeordneten über wichtige Prämissen und den Stand der Dinge nach den Ergebnissen des "Kohlekompromisses" zu bereden. Der Strukturwandel wird kein Ponyhof sein. Mit anderen Worten: Die gewerkschaftlichen Prämissen werden eine Herausforderung bleiben. Gute Arbeit in den Regionen muss ein Maß der Dinge sein, Beschäftigte dürfen "nicht ins Bergfreie fallen", die Einhaltung der Klimaziele bleibt auch auf Seiten der Gewerkschaften fest im Blick, der Erhalt der Versorgungssicherheit für Unternehmen ist gerade für das Mitteldeutsche Revier mit der benachbarten chemischen Industrie ein wichtiges Anliegen. Auch bezahlbarer Strom für Familien bleiben eine Herausforderung. (bbb)

Berufliche Bildung vor Ort – unterwegs in Stendal

Die Tour der Bildungspolitiker*innen der LINKEN war am Mittwoch zu Gast in Stendal. Birke Bull-Bischoff, Matthias Höhn, beide Mitglieder der Bundestagsfraktion, Wulf Gallert, Vizepräsident des Landtages und Rosemarie Hein, einst bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion machten sich ein Bild von zwei Lernorten beruflicher Bildung. Zunächst waren wir Gast in einem der größten Berufsbildungswerke Sachsen-Anhalts. Seit 1991 werden dort in Trägerschaft des Sozialverbandes Deutschland junge Menschen mit Lernbeeinträchtigungen und psychischen Problemen in verschiedenen Berufen ausgebildet. Derzeit sind es 190 junge Menschen, die von Berufspädagog*innen, von Sozialarbeiter*innen, von Psychologen und verschiedenen Therapeuten in ihrer Ausbildung begleitet werden. Voraussetzung dafür ist ein anerkannter Rehabilitationsstatus durch die Agentur für Arbeit. Oftmals sind es eine ganze Reihe von negativen Erfahrungen, die die schulische Biografie der jungen Leute prägen und belasten. Hier erhalten sie die Chance, eine gute und vor allem nachgefragte Ausbildung zu erhalten und gleichzeitig sozialpädagogisch begleitet zu werden. Insgesamt 25 Berufsfelder stehen zur Auswahl. Entweder eine vollqualifizierende Ausbildung oder eine Ausbildung zum Fachpraktiker*innen können die jungen Leute aus Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und vielfach aus den westlichen Bundesländern. (bbb)

Gesundheits- und Pflegeberufe aufwerten

Regelmäßig treffen sich die Bildungspolitiker*innen der Bundestagsfraktion mit dem geschäftsführenden Bundesvorstand der GEW. Bei diesem Treffen diskutierten wir darüber, wie die Pflege- und Gesundheitsberufe aufgewertet werden können. Auch die Zukunft des ErzieherInnenberufes war Gegenstand der Debatte. Zum einen ist es eine Frage gerechter Entlohnung. Immer noch werden diese so genannten Frauenberufe gemessen an ihrer Bedeutung für die Gesellschaft viel zu mager entlohnt. Auch die Arbeitsbedingungen sind oftmals so schlecht, dass es gerade für junge Leute wenig attraktiv ist, sich für diese Berufe zu entscheiden. Der Beruf der ErzieherInnen gilt als Weiterbildungsberuf. Deshalb müssen Bewerber*innen zunächst einen einschlägigen anderen Beruf erlernen, was die Ausbildungszeit insgesamt sehr verlängert. Einig waren wir uns beispielsweise darin, dass eine einfache Übernahme in das Berufsbildungsgesetz aller Wahrscheinlichkeit nach nicht viele dieser Probleme lösen würde. Hier gibt es auf beiden Seiten Diskussionsbedarf. (bbb)

DGB-Jugend auf Draht in Sachen berufliche Bildung

Zehn junge Gewerkschafter*innen auf einen Streich - und alle sehr fit in Sachen berufliche Bildung. Es passte also gut, sich gemeinsam zu verständigen, denn die Novelle des Berufsbildungsgesetzes ist seit Wochen angekündigt und immer wieder verschoben worden. Eines der zentralen Themen war die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung. Hier hat der DGB bereits Anfang letzten Jahres einen Vorschlag gemacht: 80% der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung soll die Untergrenze sein. Derzeit sind das ca. 660 Euro für das erste Ausbildungsjahr. Vielen jungen Leuten liegen auch die Kosten für die eigene Mobilität auf der Tasche. Die Kostenfreiheit für alle Lernmittel, die für die Ausbildung nötig sind, muss rechtlich geregelt werden. Auch die Kritik an den Übergangssystemen teilen wir.  Es muss für alle jungen Leute ein Recht geben, von einer zwei- auf eine dreijährige - und damit vollqualifizierende –Berufsausbildung zu wechseln. Es gab viele Gemeinsamkeiten und nur wenige Differenzen. Vereinbart haben wir einen regelmäßigen Austausch zu diesen Fragen. Wir werden vorschlagen, die DGB-Jugend für die im Bildungsausschuss des Bundestages geplante Anhörung zum Berufsbildungsgesetz als Sachverständige zu benennen. Sie können am besten darüber Auskunft geben, was sie für eine gute berufliche Bildung brauchen. (bbb)

"Wie tickt die Jugend in punkto Beruf?"

Die Enquetekommission "Berufliche Bildung in digitalisierter Arbeitswelt" nahm gestern vor allem die Perspektive junger Leute in den Blick. Eingeladen waren dazu Matthias Weingärtner von der Bundesschüler*innenertretung, selbst Absolvent einer Berufsausbildung und Frau König, eine Abiturientin, die eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe beendet hatte. Dazu waren die Autor*innen einer IHK-Studie zu diesen Fragen zu Gast und ebenso Prof. Klaus Hurrelmann, bekannter Jugendforscher. Es ging um die Frage, welche Ansprüche die jungen Leute an eine Berufsausbildung haben, was ihre Sicht auf die Dinge ist. Es ging um die Chance, Aufgaben selbständig und in eigener Verantwortung lösen zu können, sich auszuprobieren. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiger Gradmesser. Flache Hierarchien und ein freundliches Arbeitsklima sind jungen Leuten wichtig. Nicht zuletzt sind es die Rahmenbedingungen der Ausbildung. In den großen Städten sind die Mieten vielfach zu teuer, um sich eine eigene Wohnung leisten zu können. Auch Mobilität ist ein starker, kaum zu bewältigender Kostenfaktor für Azubis. Letztlich erhielten die Bundestagsabgeordneten eine Reihen von Forderungen, die auch an die Novelle des Berufsbildungsgesetztes gerichtet sind. Gute Gelegenheit also: Denn das BBiG ist planmäßig am Mittwoch im Bundeskabinett, um dann im Parlament beraten zu werden.

Ausbildung mit guten Perspektiven

Am Mittwoch waren einige Mitglieder zu Gast bei der Bayer AG. Am Standort Berlin werden ca. 250 Azubis ausgebildet. Wir hatten die Gelegenheit, mit künftigen Chemielaborant*innen ins Gespräch zu kommen. Darunter auch junge Frauen und Männer aus Syrien, aus Afghanistan und Indien. Sie bekamen vor zwei Jahren die Gelegenheit, ein Praktikum im Unternehmen zu machen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass sie sehr motiviert und leistungsfähig sind. Ihre Ausbildung im Unternehmen betrachten sie als Chance, sich hier einzubringen und eine eigene Zukunft zu gestalten. 
Mit der Jugendausbildungsvertretung (JAV), mit Azubis, mit Dual-Studierenden diskutierten wir im Anschluss über ihre Sicht auf die eigenen Möglichkeiten: die Rolle sozialer Medien, über die digital Natives, über Mitbestimmung und weshalb kleine und mittelständische Unternehmen mehr Unterstützung brauchen, um auszubilden.