27. Juni 2013

Zur Zukunft der Berufsschullandschaft im Salzlandkreis

Im April hatte ich ein Gespräch mit dem Berufsschullehrer und Vorsitzenden der GEW im Salzlandkreis zur Zukunft der Berufsbildenden Schulen im Salzlandkreis. Er äußerte die Kritik, dass durch die Fusion der Standorte Bernburg mit Schönebeck und Staßfurt mit Aschersleben Bildungsgänge wegbrechen, weil Schülerinnen und Schüler die Ausbildungsstandorte mit dem ÖPNV schlicht nicht rechtzeitig erreichen. Um mir ein Bild von den Plänen des Salzlandkreises zu machen, habe ich mich heute mit der zuständigen Dezernentin Frau Czuratis zu einem Gespräch getroffen.

 

Die Schwierigkeit bei der Berufsschullandschaft im Salzlandkreis liegt vor allem in der geografischen Lage des Kreises zwischen 3 Oberzentren begründet. Der Salzlandkreis war in zwei verschiedenen Regionalverbünden der Berufsschulen organisiert (Regionalverbund Anhalt und Regionalverbund Magdeburg). In diesen Verbünden gab es eine Schieflage. So entsandte der Salzlandkreis im Jahr 2011/12 235 Schülerinnen und Schüler an kreisfremde Berufsschulen und konnte nur 14 aus anderen Bereichen aufnehmen. Inzwischen sind so viele Schülerinnen und Schüler „verloren gegangen“, dass es zu Standortschließungen im Salzlandkreis kommen musste. „Wir waren immer nur der Juniorpartner“, so Frau Czuratis. Um sich Gehör zu verschaffen und wahrgenommen zu werden, trat der Salzlandkreis aus diesen Verbünden aus und versucht nun in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur zu erreichen, dass bestimmte Berufe in der Region gehalten werden. Die Ausbildungsbetriebe hat sie dabei auf ihrer Seite, sind diese doch daran interessiert, die theoretische Ausbildung ihrer Azubis möglichst betriebsnah zu ermöglichen.

 

Es ist nicht so, dass Schülerinnen und Schüler mit den Füßen abstimmen, welche Berufsschule sie besuchen, sondern das Land trifft Entscheidungen über die Klassenbildungen und legt auch fest, welche „Bestandsklassen“ gefüllt werden müssen, bevor Klassen an einem anderen Standort ebenfalls aufgemacht werden können. Frau Czuratis fordert im Sinne eines ausgewogenen Berufsschulnetzes, entweder die Verwaltung der Berufsschullandschaft komplett auf die Landesebene hochzuziehen, oder zumindest die Berufsschulplanung aufzumachen und anhand der konkreten Bedingungen festzulegen, welche Berufsschule sich auf welche Ausbildungsrichtungen spezialisiert. Die Profilierungen sollen letztendlich dazu führen, dass ggf. auch Schülerinnen und Schüler aus Oberzentren an einer Berufsschule in einem Flächenlandkreis ihre Ausbildung absolvieren.