19. Juni 2013

Das Bohren dicker Bretter - Wahlkreistag in Bernburg und Plötzkau

Drei Termine waren an meinem Wahlkreistag am 19. Juni zu absolvieren: Nach einer Scheckübergabe für die Kinderstadt Bärenhausen ging es nach Plötzkau. Die Elternvertretung der Grundschule bat um ein Gespräch. Hintergrund ist die Verordnung zur Schulentwicklungsplanung, nach der die Grundschule Plötzkau geschlossen werden muss. Während des Gespräches stellte sich heraus, dass Schule, Eltern und Bürgermeister schon sehr konkrete Vorstellungen für eine Lösung des Problems hatten. In der Verbandsgemeinde gibt es derzeit 4 Grundschulen, von denen eine – die in Güsten – dauerhaft Bestand hat. Die Frage ist, ob es sinnvoll ist, alle Schüler/innen nach Güsten zu ziehen, oder ob es sinnvoller ist, zwei Schulen zu sichern, indem Güsten mit Giersleben fusioniert und Alsleben mit Plötzkau. Die Schülerzahlen würden diese Möglichkeit hergeben. Die Plötzkauer favorisieren letztere Lösungsmöglichkeit. Dafür muss nun der Schulausschuss der Verbandsgemeinde überzeugt werden, der eine Stellungnahme an den Kreistag schreiben muss. Der Kreistag entscheidet dann im September.  

Beim anschließenden Gespräch in der Arbeitsagentur lernte ich den neuen Geschäftsführer Herrn Holtz kennen. Die Agentur wurde in Bernburg zum Januar 2013 neu gegründet, um den Salzlandkreis von einem Haus aus zu betreuen. Bis dahin gehörten Bernburg, Schönebeck und Aschersleben zu jeweils anderen Arbeitsamtsbezirken. Die Vorteile der jetzigen Organisationsform ist die einfachere Zusammenarbeit mit Wirtschaft,  Jobcenter, Berufsschule, Landkreisverwaltung und anderen Partner/innen. Herr Holtz gab einen ausführlichen Überblick über die Arbeitsmarkt-, Sozial- und Wirtschaftsdaten des Salzlandkreises und über die Strategie der Arbeitsagentur, die sich daraus ergibt. Spezielle Ansprechpartner/innen arbeiten an den neuralgischen Stellen in Biografien, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind: Berufseinstieg, Berufsaufstieg, Berufsumstieg. Die Strategien zur Vermittlung sind jeweils unterschiedlich, aber Ziel ist es immer, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, oder zeitlich möglichst kurz zu halten, sei es durch Berufsorientierung und Ausbildungsvermittlung, Weiterbildung, Umschulung oder dem Abbau von Vermittlungshemmnissen. Großen Wert legt Herr Holtz darauf ein Bewusstsein in den Betrieben zu schaffen, dass auch sie eine Verantwortung haben, dem Fachkräftemangel zu begegnen, indem sie rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitsfähigkeit und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter/innen zu erhalten. Hier wird die Arbeitsagentur einen „Vorsorgecheckup“ anbieten, bei dem festgestellt wird: braucht der oder die Arbeitnehmer/in eine Nachqualifizierung, sind modifizierte Arbeitszeiten nötig, z.B., weil Eltern gepflegt werden müssen, was kann auf Arbeitgeberseite, was auf Arbeitnehmerseite getan werden, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.  Großen Wert legt Herr Holtz auch auf die Zusammenarbeit mit den Schulen, sowohl durch die Organisation von Berufsmessen, als auch durch die Nutzung des Berufsinformationszentrums.

Es sind viele dicke Bretter, die gebohrt werden müssen. Und das werden sie: mit Ideen, Geduld und Hartnäckigkeit. Gut so!