7. Juni 2017

Das Zauberwort heißt Personal

Am 07. Juni besuchte ich die Nienburger Grundschule und traf dort auf die Schulleiterin Frau Thiele, auf die leitende Lehrkraft Frau Pabel und die Nienburger Bürgermeisterin Frau Falke.

Die Schule hatte vor einigen Wochen Alarm wegen einer unakzeptablen Versorgung mit Lehrpersonal geschlagen. Stunden konnten nicht mehr fachgerecht erteilt werden oder fielen in Größenordnungen ganz aus. Die verlässlichen Öffnungszeiten konnten nicht mehr abgedeckt werden.

Frau Thiele, die eigentlich Schulleiterin in Könnern ist und die Grundschule Nienburg mit betreut, schilderte zunächst Probleme bei der Personalpolitik und -entwicklung. So sei es kein Wunder, dass sich auf ausgeschriebene Schulleiterstellen niemand bewirbt. Zum einen sind die Anrechnungsstunden zu gering, der finanzielle Anreiz fehlt und die Qualifizierungsmöglichkeiten sind nicht ausreichend und die langfristige Vorbereitung auf diese Aufgabe lässt zu wünschen übrig.

In vielen Punkten vertrat Frau Thiele die Auffassung, dass der politische Wille, vertreten durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes, und die Bedürfnisse der Praxis auseinandergehen. Gefragt nach dem, was sich an der Schule am ehesten verändern muss um gute Arbeit leisten zu können, antwortete Frau Thiele: "Das Zauberwort heißt Personal." Wir waren uns einig: Wird die Personalausstattung nicht besser, werden wichtige Anliegen wie Inklusion oder Grundschule mit verlässlichen Öffungszeiten ruiniert. Nienburg ist kein Einzelfall. Im ganzen Land fehlt Lehrpersonal. Eine Katastrophe mit langer Ansage, denn wann wie viele Lehrerinnen und Lehrer in den wohlverdienten Ruhestand gehen – und damit ersetzt werden müssen – kann lange Zeit vorher berechnet werden. Also hätten auch seit Jahren Gegenstrategien entwickelt werden können und müssen. Die Landesregierung hingegen versucht, das Problem auszusitzen, mit statistischen Tricks schönzurechnen oder gar die Stundentafel zu kürzen. „Es müssen Signale kommen, die vor Ort das Zeichen geben: Wir sind gehört worden!“, so Frau Thiele. Schule funktioniert deshalb, weil Lehrerinnen und Lehrer mit enormem Engagement auf eigene Rechnung und auf eigenem Buckel dafür sorgen, dass die Dinge am Laufen gehalten werden. Das verdeckt den Mangel. "Machen Sie Bambule, vorher bewegt sich nichts.“, war deshalb mein Ratschlag. Außerdem konnte ich auf die Hoffnung verweisen, dass die Bürgerinitiative für mehr Lehrpersonal ein Erfolg wird und sich der Landtag im Anschluss dem Thema widmen muss.

Passend dazu nutzte ich die Bürgersprechstunde auf dem Karlsplatz dazu, Unterschriften für die Volksinitiative zu sammeln.