20. September 2016

Gemeinschaftsschule mit Berufsorientierung

Am 19. September führte mich mein Wahlkreistag zunächst an das Schulzentrum Könnern. Die Schule hat in diesem Jahr den Weg einer Gemeinschaftsschule eingeschlagen. Das heißt, alle Abschlüsse können an der Schule erworben werden. Für die Abiturphase in der 11. – 13. Klasse wurde eine Kooperation mit der Albert-Schweitzer-Schule in Aschersleben – selbst eine Gemeinschaftsschule -  beschlossen.   In einem Gespräch mit der Schulleiterin, Frau Rößler, ging es um den Weg, der schon seit einigen Jahren vorbereitet wurde. Es gab für das Kollegium Weiterbildungen, Methodentraining und Hospitationen in anderen Schulen. Auch Eltern und Schülerschaft wurden frühzeitig in die Planungen einbezogen, so dass das Projekt auf sicheren Füßen steht. Gute Erfahrungen wurden mit zwei zusätzlichen Fächern mit den Namen POT (Praktischer Orientierungstag) und KIP (Kompetenzen in Projekten) gemacht. Während der Praxistage erhalten die Kinder in enger Zusammenarbeit mit Betrieben in der Umgebung die Möglichkeit, alle zwei Wochen einen Tag in der Produktion zu verbringen. Das dient zu einen der Berufsorientierung, zum anderen ist es Lebenspraxis. Außerdem werden Fähigkeiten geschult, die in der Schule keinen oder zu wenig Platz haben. Oft entstehen aus diesen Kooperationsbeziehungen direkt Lehrverträge, weil Betrieb und künftiger AZUBI sich ausgiebig kennenlernen konnten. Im KIP-Unterricht bekommen die Kinder Gelegenheit, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Thema zu beschäftigen. Es werden Informationen dazu gesammelt und verarbeitet, und am Ende steht eine Präsentation der Ergebnisse. Auch hier werden zusätzlich wertvolle Kompetenzen geschult.

Zufällig konnte ich noch die Eröffnung des Sponsorenlaufes miterleben. Die Schülerinnen und Schüler drehten auf dem Sportplatz ihre Runden, um von selbst organisierten Sponsoren Geld für die Errichtung eines „grünen Klassenzimmers“ auf dem Schulhof zu „erlaufen“. Eine tolle Initiative!

Ein wenig passte der Nachmittagstermin thematisch. Dr. Scherbath, ehemaliger Leiter der DEKRA-Akademie, stellte uns zwei Projekte vor. Das erste dient der Berufsorientierung im Bereich Verkehr und Logistik. Hier möchte er praxisnah über weitgehend unbekannte Berufsbilder und deren Zugangsvoraussetzungen informieren. Das zweite ist ein mobilitätsbezogenes Projekt, mit Inhalten wie: wie komme ich zum Führerschein oder was muss ich beim Halten und Führen von KFZ beachten. Das alles soll in Zusammenarbeit mit Fahrschulen, Werkstätten oder KFZ-Betrieben von Experten außerhalb der Schule praxisnah beigebracht werden. Beide Projekte richten sich an ältere Jugendliche ab 14 oder 15 Jahren und sind so für den Einsatz an Ganztagsschulen hervorragend geeignet. Sollte sich jemand für eines dieser Prjekte interessieren, kann über mein Wahlkreisbüro gern der Kontakt zu Herrn Scherbath hergestellt werden.