Treffen mit der Hospizinitiative

Zwei Termine standen am vergangenen Wahlkreistag auf dem Programm. Am Vormittag besuchten uns im Büro Vertreterinnen der Hospizinitiative. Frau Angermann und Frau Börstler erzählten von der Arbeit der Initiative, die seit 2003 Sterbende auf ihrem letzten Weg begleitet. In Trägerschaft der Kanzler von Pfau’schen Stiftung arbeiten zur Zeit 18 Mitglieder in der Initiative. 108 Begleitungen wurden in dieser Zeit abgeschlossen. 2007 wurde ein Trauercafé, in dem sich zurückgebliebene Angehörige treffen können, die durch die Pflege oft von ihrem gesellschaftlichen Umfeld isoliert wurden. Wichtig ist für diese Menschen ein geschützter Raum, in dem sie unter Menschen sind, die ähnliche Probleme haben, in dem sie wieder zu sich und zurück in die Gesellschaft finden können.

 In einer einjährigen Ausbildung werden Interessierte, auf die emotional sehr schwierige, ehrenamtliche Arbeit vorbereitet. Dort geht es vor allem darum, sich selbst mit dem Tod auseinanderzusetzen, um später Sterbenden Unterstützung zu geben und zu lernen durch Einfühlsamkeit und Zuwendung Trost zu spenden.

Wendet sich jemand an die Hospizinitiative, um eine Begleitung für Sterbende zu organisieren, erfolgt zunächst ein Gespräch in seinem häuslichen Umfeld. Danach wird geschaut, wer von den MitarbeiterInnen am besten zur vorgefundenen Situation passt. Es beginnen regelmäßige Besuche, in denen auf die Bedürfnisse des Sterbenden, die sehr unterschiedlich sein können, eingegangen wird. Die Hospizmitarbeiter/innen erfahren in diesem Prozess sehr viel Dankbarkeit, aber die Arbeit

ist emotional extrem fordernd, da im Laufe der oft längeren Zeit eine große Nähe zum Sterbenden entsteht. Um dies verarbeiten zu können, treffen sich die EhrenamtlerInnen einmal im Monat, gedenken der Verstorbenen und reflektieren in der Gruppe über die Erlebnisse der letzten Zeit. Ein Notfallseelsorger ist bei Bedarf zur Stelle.

 Probleme sahen die Gäste in der Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und den Sozialstationen, die kaum in Kontakt mit der Hospizinitiative treten. Sie wünschten sich, dass jede/r, der schwerstkranke Menschen betreut, von der möglichen Hilfe der Hospizinitiative erfährt. Das ist im Moment leider noch nicht der Fall.

Auch dass pflegende Familien mit dieser schwierigen Arbeit allein gelassen werden, sehen die Mitglieder der Hospizinitiative immer wieder. Es ist weder das finanzielle Auskommen der pflegenden Familien gesichert, noch ist der Schutz vor Arbeitslosigkeit in ausreichendem Maße geregelt. Hier muss Politik handeln.

Ein weiteres Problem sah Frau Angermann darin, dass sozialen Problemen immer mehr mit dem Ehrenamt begegnet wird. Alles wird nur noch auf die Kostenfrage reduziert.

Ich empfahl, zumindest für die Betreuung des Trauercafés Mittel der Krankenkassen für Selbsthilfegruppen zu beantragen. Außerdem informierte ich über die Möglichkeit, Projekte über den Solidarfonds der Landtagsfraktion zu finanzieren.

Anschließend sprach ich mit der Leiterin des neu geschaffenen Jobcenters des Salzlandkreises, Frau Völksch. Auf Grund der unklaren Gesetzeslage (der Vermittlungsausschuss des Bundesrates hatte in der Nacht zuvor die Verhandlungen zur Neuordnung der Hartz-IV-Gesetze erneut ergebnislos abgebrochen), konnten noch keine konkreten Aussagen zurUmsetzung von Bildungspaket & Co. getroffen werden. Deshalb wurde ein neues Gespräch im Herbst des Jahres vereinbart.