Besuch beim Regionalen Übergangsmanagement

Der Salzlandkreis beteiligt sich seit 2008 am Bundesprogramm „Perspektive Berufsabschluss“. Ich informierte mich in einem Gespräch mit der Projektleiterin, Frau Meyer, und der Verantwortlichen für die Bernburger Außenstelle, Frau Laube, über das Projekt „Regionales Übergangsmanagement“. Ausgangspunkt des Projektes ist die demografische Entwicklung. Immer weniger Jugendliche verlassen die Schule, manche davon mit äußerst ungünstiger Startposition.  Unternehmen haben immer größere Schwierigkeiten, Lehrstellen zu besetzen und klagen darüber, dass zu viele junge Menschen nicht ausbildungsreif seien. Es gibt viele Programme zur Unterstützung von Jugendlichen, aber kaum jemand kennt sie. Ziel des Regionalen Übergangsmanagements ist es, eine Plattform zu schaffen, wo Informationen zusammenlaufen und für Jugendliche, Schulen und Wirtschaftsunternehmen aufbereitet werden. Das Zusammenbringen von Schule und Wirtschaft in verschiedenen Arbeitskreisen, die Koordination aller Akteure ist ein wichtiges Mittel, um zu erreichen, dass einerseits die Unternehmen ihren Fachkräftebedarf decken können und das Schüler/innen rechtzeitig durch gezielte Berufsorientierung die richtige Entscheidung für ihr Leben treffen und es so zu einer Senkung der Zahl der Lehrabbrüche kommen kann. Sowohl Schulen als auch Unternehmen nehmen das Projekt sehr gut an. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen entstanden. Schulen öffnen sich für die Praxis, Unternehmen bieten Praktika an und helfen bei der Berufsorientierung, die gar nicht früh genug beginnen kann. Lobend hervorgehoben wurde das Campus Technikus mit der Initiative „Berufsdetektive“.

Als Problem bezeichnete Frau Meyer, dass die Struktur der Landkreise nicht mit den Strukturen der Akteure übereinstimmt. So gehört der Salzlandkreis z.B. 3 verschiedenen Arbeitsagentur-Bereichen an, 3 unterschiedlichen Handwerkskammerbezirken, 3 unterschiedlichen Agenturen für die Betreuung der Hartz-IV-Empfänger/innen usw.. Das bedeutet jedes Mal, verschiedene Ansprechpartner, die überzeugt werden müssen, verschiedene „Hausphilosophien“, auf die man sich einstellen muss u.ä. Dringender Handlungsbedarf besteht auch in der vertikalen und horizontalen Abstimmung in den Ministerien. So berichtete Frau Meyer über Programme verschiedener Ministerien, die den gleichen Auftrag beinhalten, aber von verschiedenen Trägern bearbeitet werden. So kommt es zu Dopplungen in der Arbeit. Das macht die Sache nicht nur unnötig ineffizient, sondern führt auch zu gewissen Ermüdungserscheinungen bei den Ansprechpartnern.

Bis 2012 wird das Projekt noch weiterlaufen. Danach hoffen die Gesprächspartnerinnen darauf, dass auf Grund der Erfolge alle Beteiligten ein Interesse daran haben, die Aufgaben weiter zu erledigen und dass sich dann in der Kreisverwaltung eine Stelle findet, die die Koordinierung übernimmt.

Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.jumpersnet.de