Regionale Bildungslandschaft Salzlandkreis

 – um dieses Thema drehte sich ein Gespräch mit der Dezernentin für Bildung, Kultur und Soziales im Salzlandkreis, Frau Czuratis und mit der Leiterin des Regionalen Übergangsmanagement, Frau Meyer.

Mich trieben Fragen an wie: Wie hat der Salzlandkreis es geschafft, die verschiedenen Akteure zur Zusammenarbeit zu motivieren, welche Stolpersteine gab es auf dem Weg, welche guten Erfahrungen hat man gemacht?

Frau Czuratis stellte zunächst fest, dass Bildungslandschaften an der Verwaltungsarbeit zunächst nichts ändern. „Es gibt über 60 Schulen im Landkreis, die brauchen ihr Geld und ein warmes Haus. Dafür hat Verwaltung zu sorgen.“ Dass sie und ihre MitarbeiterInnen ihre Arbeit nicht so eng begrenzt sehen, sondern über das notwendige Maß hinaus engagiert ausführen, wurde im Laufe des Gespräches schnell klar. Ideen entwickeln, Denkanstöße geben, Überzeugungsarbeit leisten, andere auf den Weg bringen und sich wieder zurücknehmen, wenn es läuft, das zeichnet die Verwaltungsarbeit im Dezerneat IV der Kreisverwaltung aus.

Trotz knapper Kassen ist im Salzlandkreis gewährleistet, dass Schulen über ein Schulbudget abgesichert sind. So können Projekte, Exkursionen usw. auch dann statt finden, wenn der Landkreis noch keinen Haushalt hat.

 

Nach der Gebietsreform gab es 3 Altkreise mit unterschiedlichen Hausphilosophien, die unter einen Hut zu bringen waren. Es ist gelungen, gleich in der 1. Kreistagssitzung einen Bildungs- und Kulturplan zu verabschieden. Darin ist Bildung als breit gefächerte Aufgabe dargestellt und beschränkt sich nicht auf Schulen, sondern beginnt in der Kita, geht über die Schulen in die Berufsausbildung über und wird mit der Erwachsenenbildung weiter geführt. Der Bildungsbegriff beinhaltet dabei viele Facetten wie z.B. die kulturelle, musische, museale Bildung. Der Salzlandkreis hat also viele verschiedene Akteure, die in der Bildung unterwegs sind, die auf Grund der Zusammenlegung der Kreise teilweise noch nichts voneinander wussten. In Bernburg entstand zu dieser Zeit gerade die Ganztagsschule Campus Technicus. Das hatte zwei Auswirkungen: zum einen hatte dieses Konzept eine derart komplexe Herangehensweise an Bildung, dass man sich fragte, wie alle Schulen davon profitieren könnten, zum anderen war es durch die Förderung des Campus Technicus durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung  möglich, eine Plattform zu schaffen, wo sich diese Akteure vernetzen können. Dafür ist das Bildungsmanagement zuständig. Ziel ist es, eine Kooperation aller an Bildung Beteiligten anzustoßen und zu dauerhaften Strukturen zu verfestigen. Auch über die Förderdauer hinaus.

 

Ein weiteres Teil in der Bildungslandschaft war die Gründung der Bildungsakademie Salzlandkreis. Hiermit wurde ein weiterer Schritt getan, um Kultur und Bildung enger zusammenzubringen. Die Kreisvolkshochschulen, Musikschulen, das Kreismuseum und die Kreisbibliothek sind unter dem Dach der Bildungsakademie zusammengefasst und sollen nach und nach gemeinsame Angebote entwickeln, die sich nach den Bedürfnissen vor Ort richten.

 

Frau Czuratis und Frau Meyer sprachen auch Probleme an. So gibt es z.B. viele verschiedene Fördertöpfe, verteilt auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Auf jeder der Ebenen gibt es verschiedene Ministerien, die daran beteiligt sind. Das bedeutet im besten Fall „nur“ einen unglaublich hohen Aufwand, im schlimmsten Fall laufen die Informationen am Salzlandkreis vorbei. Auch, dass diese Förderprogramme selten nachhaltig ausgelegt sind, wurde von den Gesprächspartnerinnen kritisiert. Nach Ende der Förderperiode laufen die meist sehr guten Projekte aus, weil Kommunen sie nicht weiter finanzieren können.

Wahrscheinlich hilft da nur die Konzentration auf wenige Projekte. Ein weiterer Ausweg wäre, den Kommunen eine Art Bildungspauschale zukommen zu lassen, mit der sie selbst entscheiden können.