22. Februar 2017

Von Schulbezirken, Bodenpreisen und Denkmälern

Am 22. Februar war ich in meinem Wahlkreis unterwegs. Die Regenbogenschule, der Bauernverband und die Zukunft des Lohelandhauses waren die Stationen.

In einem Gespräch mit zwei Kolleginnen der Regenbogenschule ging es um Schuleinzugsbereiche. Die Regenbogenschule leidet unter den Anträgen zur Abweichung von Schulbezirken, die aus Angst vor Klagen vom Landesschulamt in Größenordnungen genehmigt werden. Schulbezirke werden von Kommunen eingerichtet, um die Schülerströme einigermaßen gleichmäßig auf die Schulen der Stadt zu verteilen. D.h., je nach Straßenzug wird festgelegt, in welche Schule ein Kind gehen soll. Die Regenbogenschule hat ein Imageproblem, das mit den pädagogischen Angeboten nichts zu tun hat: sie liegt in einem sogenannten sozialen Brennpunkt. Die Fenster könnten neue Farbe gebrauchen, aber geht man hinein, trifft man auf eine liebevoll gestaltete Lernumgebung und auf ein engagiertes Kollegium, die alle Herausforderungen der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen, oder mit fehlender deutscher Sprache durch viel individuelle Förderung meistern. Eltern, die ihre Kinder in dieser Schule hatten, zeigen sich sehr zufrieden – und dennoch: knapp die Hälfte aller Eltern künftiger ABC-Schützen stellen einen Antrag auf Ausnahmeregelung. Dies hat zur Folge, dass die Regenbogenschule nur eine 1. Klasse eröffnen kann und andere Schulen aus allen Nähten platzen. Unsere Gesprächspartnerinnen warnten vor einer gänzlichen Aufhebung der Schulbezirke. Eine dann drohende soziale Entmischung an Schulen nimmt in Kauf, das viele Lernerfahrungen nicht mehr stattfinden. Wenn man schon im Kindesalter nur noch mit seinesgleichen unterwegs ist, wie soll dann der Blick auf die Stärken und Probleme anderer gelingen? Eine Aufwertung des Wohngebietes, an der die Wohnungsgesellschaft schon arbeitet, ist dringend geboten und wird von unserer Stadtfraktion begleitet.

Beim Bauernverband ging es um wirtschaftliche Probleme, in denen die landwirtschaftlichen Betriebe geraten. Sei es durch steigende Pachten, durch Lebensmittelpreise, die kaum noch Gewinnspannen zulassen, oder – als eines der jüngsten Probleme – durch den heimisch werdenden Wolf. Problematisch wird auch gesehen, dass Boden inzwischen eine rentable Geldanlage ist. Er wird von einigen Fonds aufgekauft, nicht um ihn zu bewirtschaften, sondern um Rendite zu erzielen. Auch das führt zu steigenden Pachten. Hier empfiehlt Herr Sauhof, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, einen Blick zu unseren französischen Nachbarn. Dort entscheidet eine Kommission, in der auch die Landwirte vertreten sind, wie zum Verkauf stehendes Land aufgeteilt wird.

Das Lohelandhaus entwickelt sich zu einer neverending-story. Frau Reichmann machte mich mit der Bedeutung des Lohelandhauses als denkmalgeschütztes Haus bekannt. Dieses Thema kam nicht zum ersten Mal auf den Tisch. Das Haus ist baufällig, kann aber laut Gutachten nicht so einfach weggerissen werden. Mehrere Bernburger*innen haben sich die Rettung und die Entwicklung neuer Nutzungsmöglichkeiten des Hauses auf die Fahnen geschrieben. Hier wird es demnächst eine Kleine Anfrage im Landtag geben.