20. Januar 2016

Neujahrsempfang

Drei Wünsche in drei Minuten war in diesem Jahr die Vorgabe für die Reden auf dem Neujahrsempfang der LINKEN im Salzlandkreis. Da die Liste der anwesenden Abgeordneten durch Krankheit, Autopanne oder anderer wichtiger Termine dezimiert war, war für meinen Kollegen Jan Korte und für mich etwas mehr Zeit drin.

Wir wünschten beide den Anwesenden Gesundheit, Glück und Lebensfreude. Humor und Gelassenheit in politischen Auseinandersetzungen sowie Respekt und Wertschätzung gegenüber Andersdenkenden. So verwies Jan Korte auf die Verrohung in der Sprache, die so vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre. Wenn man bedenkt, dass Sprache ein Gradmesser für gesellschaftliche Stimmungen ist, ist der Wunsch nach einem grundlegend anderen Jahr als 2015 verständlich. Dazu braucht es eine breite Bewegung, die für unsere Grundwerte einsteht und sowohl dem Stammtisch, als auch zündelnden Politiker*innen die Grenzen zeigt. „Die Lage in den unterfinanzierten Kommunen war vor den Flüchtlingen katastrophal und sie ist mit den Flüchtlingen katastrophal“, widerlegte Jan Korte eine gern genutzte Kausalkette, die nicht richtiger wird, je öfter man sie wiederholt.

Wir als LINKE dürfen es nicht zulassen, dass die Schwachen gegen die Allerschwächsten ausgespielt werden. Dazu braucht es andere Mehrheiten im Land, um die wir in Sachsen-Anhalt gerade kämpfen. Wir wollen das Land gerechter, solidarischer und wohlhabender.

Ich wünsche mir darüber hinaus ein weltoffenes Land, in dem Begegnungen zwischen Einheimischen und Geflüchteten Unsicherheiten abbauen. Hingehen, ansprechen, ausfragen – aus Unsicherheit muss Neugier werden. Deshalb freute ich mich besonders, drei  junge Menschen, die aus Syrien geflüchtet sind und nun im Salzlandkreis eine neue Heimat gefunden haben begrüßen zu können. Sie waren beliebte Gesprächspartner*innen an diesem Abend und mischten sich mit einem eigenen Redebeitrag auch in die Diskussion. Sie erzählten von der Flucht und wie froh sie sind, in Neundorf so herzlich aufgenommen worden zu sein.

Die Volkssolidarität Staßfurt erhielt eine Spende für ihr Engagement für Deutschkurse für Flüchtlinge, danach war das Buffet eröffnet und an den Tischen kamen zahlreiche Vertreter*innen aus Vereinen, Verbänden, aus der Verwaltung und aus anderen Parteien miteinander ins Gespräch.