Kita und Grundschule - zwei verschiedene Lernkulturen

Seit etlichen Jahren widmen sich viele Kindertagesstätten in ihrem pädagogischen Konzept dem Bildungsprogramm „Bildung elementar“. Das bedeutete für viele Erzieherinnen ein Paradigmenwechsel, der mit früheren Auffassungen von Bildungsarbeit in Kindertagesstätten nur noch wenig zu tun hat. Es knüpft an die natürliche Neugier von Kindern an und verzichtet weitgehend auf Vorgaben und Pläne von außen. Die Situation selbst wird zu einer Lernsituation gestaltet. Das erfordert viel Flexibilität, Aufmerksamkeit, Beobachtungsfähigkeit und – das klingt für Außenstehende manchmal ein wenig befremdlich – Zurückhaltung.

Schule wiederum ist aus anderem Holz. Dort stehen Lehrpläne und vorgegebene Themen und Projekte im Mittelpunkt. Viele Grundschullehrkräfte haben sich in den letzten Jahren auf die so ganz andere Lernkultur, aus der ihre Schulanfänger kommen, eingelassen. Dadurch haben sich auch Unterricht und Lerngeschehen an den Schulen verändert. Dennoch gibt es Probleme:

Erzieherinnen beklagen die mangelnde Augenhöhe in der Begegnung. Grundschullehrkräften ist das pädagogische Konzept in der Kita eher fremd. Hier bedarf es sehr viel mehr Kooperation und Anschlussfähigkeit beim Übergang von Kita zur Grundschule. Das Kultusministerium sollte auf Antrag der Fraktion DIE LINKE aufgefordert werden, hierfür ein Konzept vorzulegen. Einiges wurde dafür im Antrag bereits vorgeschlagen. Aber das Anliegen wurde durch die Koalitionsfraktionen reduziert auf eine kursorische Berichterstattung im Fachausschuss. Das übliche Spiel, in dem das Parlament auf eine eigene Position, auf eigene konzeptionelle Überlegungen verzichtet. Die Berichterstattung in den Fachausschüssen ist ohnehin nicht öffentlich. Leider.

Den Redebeitrag im Landtag finden Sie hier.