Hochschulpolitik Linksherum

Die Hochschulpolitik in Sachsen-Anhalt stand am Dienstag im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde in unserem Wahlkreisbüro. Organisiert und eingeladen hatte diese Veranstaltung die Linksalternative Jugend Bernburg.

 Als Referenten und Experten hatte ich meinen Landtagskollegen Hendrik Lange aus Halle, in der Fraktion der LINKEN für Hochschulpolitik verantwortlich, mitgebracht. Gleich zu Beginn des Abends gab es aber erst einmal Geschenke für Jugendlichen. Sie begingen nämlich mit der Veranstaltung den ersten Geburtstag der Gruppe, die seit kurzen zum bundesweiten Jugendverband der LINKEN, der Linksjugend [´solid] gehört. Ich hate deshalb mit meinem Kollegen aus dem Bundestag, Jan Korte, zusammengelegt und einen Satz T-Shirts mit dem Gruppenlogo gesponsert.

 Hendrik Lange ging in seinem anschaulichen Vortrag vornehmlich auf die Entwicklung der Bachelor-und Masterstudiengänge ein und konzentrierte sich somit auf eine immer noch aktuelle Debatte. Von der sogenannten „Bologna-Erklärung“ als Startschuss der europaweiten Reform vor über 10 Jahren bis zu den anhaltenden Evaluierungen der Studiengänge skizzierte er Fortschritte und Defizite des Systems. Der Kritikpunkt, dass die vollen Lehrpläne weniger Zeit für z.B. gesellschaftliches Engagement lassen, konnte an diesem Abend ganz praktisch erfahren werden: Die Zahl der anwesenden Strenzfelder Studenten war sehr überschaubar. Mit Prof. Peter Kaufmann lies sich aber ein Lehrender der Hochschule blicken.

 

Auch das Thema Studiengebühren sorgte in der anschließenden Diskussion für Gesprächsstoff. In Sachsen-Anhalt gibt es diese bisher nur für Langzeitstudenten, in anderen Ländern zahlt man ab dem ersten Tag 500 € je Semester. Von der LINKEN wird ein kostenpflichtiges Studium generell abgelehnt. Die Gebühren in Sachsen-Anhalt, so gab Prof. Kaufmann aber zu bedenken, haben auch ihr Gutes: In Strenzfeld kann man mit den ca. 70.000 € extra im Semester z.B. für eine bessere Ausstattung der Bibliothek sorgen. Weitere Themen der munteren Diskussion zwischen den Abgeordneten, Studierenden und Lehrenden waren die Mobilität, die die Bachelor- und Masterstudiengänge mit ihrer internationalen Ausrichtung ermöglichen sollen, die Finanzierung des Studiums durch BAföG und Stipendien und die Frage der Jobchancen nach erfolgreichen Abschluss.

 

Bei allen Problemen, die zur Sprache kamen, versuchte Hendrik Lange am Ende ein optimistisches Fazit zu ziehen: „Vieles ist hier immer noch in Bewegung und die Studierenden-Proteste der letzten Jahre konnten zumindest punktuell immer wieder für positive Veränderungen sorgen“ motivierte der Abgeordnete die Anwesenden weiter für Verbesserungen zu kämpfen. Er regte außerdem an, hochschulpolitische Veranstaltungen mit wechselnden inhaltlichen Schwerpunkten zukünftig regelmäßig anzubieten. Als Landesvorsitzender der Rosa-Luxemburg Stiftung bot er auch gleich die Unterstützung des Vereins an. Um die Resonanz bei den Strenzfelder Studenten zu erhöhen, sollten diese dann aber direkt auf dem Hochschulcampus stattfinden, schlug Dario Wolf, Sprecher der Linksalternativen Jugend vor.