25. Oktober 2011

Frauen in Führungspositionen - Ziel muss moderne Geschlechterpolitik sein

Zu den Äußerungen der Ministerin Prof. Dr. Kolb, mehr Frauen in Führungspositionen bringen zu wollen

Das Ansinnen der Justiz- und Gleichstellungsministerin in allen Ehren: Es ist grundsätzlich zu begrüßen, den Frauenanteil in Führungspositionen der Landesverwaltung erhöhen zu wollen. Ebenso wichtig ist die geplante Wiederbelebung der interministeriellen Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming. Weshalb hatte sie eigentlich die Arbeit eingestellt? Die angekündigte Interministerielle Arbeitsgruppe kann jedenfalls nicht als eine Art „Gender-Geheimwaffe“ betrachtet werden, schon seit mehreren Jahren wurden in den verschiedenen Ressorts Gender-Praxisprojekte erarbeitet - das ist nicht neu.

Zudem wird der Erfolg der Maßnahme sehr stark davon abhängen, ob und wie es gelingt, auch die Männer in den Blick zu nehmen. Abteilungsleiter-, Referatsleiterposten und Amtsleitungen sind in der Regel über Jahre hinweg besetzte Stellen. Gelingt es hier nicht, mittels eines modernen Gleichstellungsgesetzes auch speziell älteren Männern Angebote zu unterbreiten, beruflich „etwas lockerer“ lassen zu können, um mehr Zeit für sich, die Familie, ihre Kinder oder die Pflege ihrer Eltern zu haben, wird eine signifikante Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen ein frommer Wunsch bleiben.

DIE LINKE wird die von Ministerin Kolb genannten fünf Maßnahmebestandteile im Auge behalten und kündigt schon jetzt eine konsequente Kontrolle der angekündigten Schritte an.