20. Mai 2016

Dass muss drin sein - mehr Personal im Krankenhaus

Am 12. Mai ist der Tag der Pflegeberufe. Aus diesem Anlass wollte DIE LINKE in Bernburg auf den Personalmangel in Krankenhäusern und Pflegeheimen aufmerksam machen. Das verbanden wir mit unserer Kampagne "Dass muss drin sein". Derzeit fehlen 100.000 Pflegekräfte. Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Patientinnen und Patienten versorgen. Das zerrt an den Kräften, so dass dreiviertel aller Pflegekräfte fürchten, unter diesen Arbeitsbedingungen nicht bis zur Rente durchhalten zu können. Ursache: viele Krankenhäuser wurden in den letzten Jahren privatisiert und wollen als Unternehmen Rendite erwirtschaften. Personalkürzungen ergeben nunmal erhebliche Kosteneinsparungen. Wir fordern deshalb eine gesetzliche Festlegung von Personalbemessungen. Wir brauchen klare Regeln dafür, wie viele Patientinnen und Patienten eine Pflegekraft im Höchstfall versorgen darf. Auch die eingeführten Fallpauschalen sorgen für erheblichen Kostendruck. Hier muss die Politik handeln und dafür sorgen, dass Krankenhäuser das Geld bekommen, das für eine fach- und bedarfsgerechte  Versorgung der Kranken notwendig ist. Außerdem finden wir: Krankenhäuser gehören in die öffentliche Hand und müssen bedarfsgerecht ausfinanziert werden. Damit der Staat das kann, muss er seine Einnahmen erhöhen, z.B. durch eine Steuer auf Vermögen ab 1 Million Euro. Außerdem wollen wir, dass die Einnahmen der Kranken- und Pflegekassen dadurch gesteigert werden, dass alle einzahlen. Auch die Besserverdienenden, Beamten, Abgeordnete usw., die derzeit allzuoft privat versichert sind und deren hohe Einkommen durch Beitragsbemessungsgrenzen geschützt werden.

Mit einem Augenzwinkern wurden am Stand „Startersets zur Selbstbehandlung“ verteilt. In den Gesprächen mit Passantinnen und Passanten wurden zahlreiche Erfahrungen geschildert und auch Dankbarkeit geäußert, dass viele Pflegekräfte trotz dieser schwierigen Bedingungen ihrer Arbeit mit viel Herz nachgehen und sich trotz Dauerstress' aufopferungsvoll um ihre Patientinnen und Patienten bemühen. Diesem Dank schließen wir uns an. Das verdient Hochachtung.