19. Dezember 2016

Brüchig und teuer: die Betreuung von Kindern mit Behinderung nach dem Unterricht

Bild: pixelio.de, Dieter Schütz

Eine schier unendliche Geschichte. Für behinderte Kinder mit hohem Assistenzbedarf, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, gibt es nach wie vor kein verlässliches Angebot für die Betreuung. Eltern, die voll berufstätig sein wollen, geraten in Schwierigkeiten. Das Kinderförderungsgesetz ist nicht mehr zuständig. Die Schule schließt in aller Regel 15.30 Uhr. Das reicht für Eltern, die voll berufstätig sind bei weitem nicht aus. Die Kinder hängen gewissermaßen in der Luft. Über dieses Problem hat der Landtag bereits in der vergangenen Legislaturperiode viele Male diskutiert und beraten, ohne wirklich durchschlagenden Erfolg. Nach einer in aller Regel nerven- und kraft- und ressourcenaufreibenden Tortur durch die Ämter werden den Eltern Einzelfalllösungen angeboten. Sie sind allermeistens brüchig und teuer zugleich. Obendrein sind sie schwer kontrollierbar durch helfende Dritte – so beispielsweise Abgeordnete in der Region. In vermutlich vielen Fällen haben die Eltern schon resigniert. In Zeiten geleerter öffentlicher Kassen wimmelt die Verwaltung eher ab, als dass sie unterstützt. Deshalb wird immer und immer wieder behauptet, es gäbe kein Bedarf. So auch in dieser Parlamentsdebatte. Die Mittel im Bildungsministerium dafür sind gestrichen. Ein verhängnisvoller Kreislauf, der erst immer wieder dann die Öffentlichkeit erreicht, wenn die Medien über die Bedrängnis der Eltern berichten. Bereits das dritte Mal hat die Fraktion DIE LINKE eine grundständige Lösung dafür beantragt: ausreichend pädagogische Mitarbeiter*innen an den Förderschulen! Erfolglos.