30. November 2015

Besuch in Flüchtlingsunterkünften

Am 30. November besuchten die Abgeordneten Birke Bull, Sabine Dirlich und Petra Giest Flüchtlingsunterkünfte in Bernburg. Zunächst sahen sie sich die Gemeinschaftsunterkunft in den Mobilen Wohneinheiten in der Köthenschen Straße an. Anschließend ging es in die Notunterkunft in der ehemaligen Berufsschule in Roschwitz. Begleitet wurden sie von der zuständigen Dezernentin Reingard Stephan. Die Unterbringung der Geflüchteten bleibe eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe. Gerade wird eine zweite Notunterkunft in der Aderstedter Straße eröffnet, die kurzzeitig etwas Entlastung schaffe, so die Dezernentin. Genügend Wohnraum zu finden bleibt schwierig.

In der Köthenschen Straße sprachen sie mit Herrn Schauer vom Betreiber Flibb e.V. 32 Einzelpersonen haben dort Zuflucht gefunden. Das Aufstellen der „Container“ war eine Notlösung, nachdem sich abzeichnete, dass die zur Verfügung stehenden Unterkünfte nicht ausreichen werden. Inzwischen wird darüber nachgedacht, auf dem gleichen Gelände weitere Wohnmöglichkeiten zu errichten. Bei der Besichtigung waren alle überrascht, wie wenig man dem Bau von innen anmerkt, dass er eigentlich aus Wohncontainern besteht.

In der Notunterkunft in der ehemaligen Berufsschule, sind eine Turnhalle und ein Schulgebäude belegt. Geflüchtete sollen hier nur übergangsweise unterkommen, bleiben ein bis drei Wochen in dieser Unterkunft und werden danach auf Gemeinschaftsunterkünfte oder Wohnungen verteilt. Betreiber ist das DRK. Auch wenn die Einrichtung dort äußerst spartanisch ist und jedem Geflüchteten nur eine Klappliege und ein Campingschrank in einem mit ca. zehn Personen belegten Zimmer, oder eben in der Turnhalle zusteht, versuchen alle, das Beste aus der Situation zu machen. So nutzen Kinder die Möglichkeit, im Speisesaal, oder auf dem Hof zu spielen, zweimal pro  Woche finden Sprachkurse statt. Auch eine eigene Kleiderkammer wurde eingerichtet, die sich auf Spenden aus der Bevölkerung freut.

Bei den Terminen war interessant zu erfahren, wie beide Partner – Geflüchtete und Betreiber – Lernende sind. Interkulturelle Kompetenz erweitert sich auf beiden Seiten. Während die eine Seite nicht nur die Sprache lernen muss, sondern auch, dass Frauen hier durchaus berechtigt sind, die Bereiche der Männer zu betreten oder wie hiesige Toiletten funktionieren, lernen die MitarbeiterInnen, dass es z.B. nicht böse Absicht war, wenn anfangs das Essen aus Angst vor Schweinefleisch, verweigert wurde. Inzwischen ist durch entsprechende Aushänge in vielen Sprachen Klarheit geschaffen worden. Probleme konnte Frau Theuerkorn vom DRK eigentlich nicht benennen. Außer denen, die immer entstehen, wenn viele Menschen auf engem Raum leben müssen – da spielt die Nationalität keine Rolle.