4. Erwerbslosenfrühstück

Beim 4. Erwerbslosenfrühstück am 17. Januar war Sabine Dirlich, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, zu Gast. Sie sprach vor allem über die Bürgerarbeit, die am gleichen Tag in Sachsen-Anhalt ihren Anfang nahm. Die Bürgerarbeit geht zurück auf eine Idee der LINKEN, stellte sie gleich zu Beginn klar. Grundgedanke ist: Arbeitslosigkeit kostet Geld (Regelsätze, Unterkunftskosten, Sonderbedarfe…). Wenn man alle diese Gelder zusammen fasst und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im gemeinnützigen Bereich schafft, haben nicht nur die Betroffenen etwas davon, sondern auch die Gesellschaft, weil nämlich Arbeiten erledigt werden könnten, für die sonst kein Geld da wäre.

Die Kritik der LINKEN richtet sich vor allem dagegen, dass Bürgerarbeiter/innen nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Sie arbeiten bis zu 3 Jahren und fallen danach trotzdem übergangslos ins Hartz-IV-System. Nach unserer Auffassung muss Bürgerarbeit aber aus diesem System heraus führen. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die mangelnde begleitende Qualifizierung.

Ein weiteres Gesprächsthema war das neu entstandene Jobcenter im Salzlandkreis. Noch im vergangenen Jahr waren für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen 3 verschiedene Stellen zuständig. Im Bereich Aschersleben die ARGE, im Bereich Bernburg das Amt für Arbeitsförderung, im Bereich Schönebeck die Kommunale Beschäftigungsagentur. Jetzt gibt es im gesamten Landkreis das Jobcenter. Sabine Dirlich sieht darin Vorteile. So ist eine Gleichbehandlung aller Hartz-IV-Betroffenen möglich, und auch die Stellen können nun landkreisweit vermittelt werden.

In der anschließenden Diskussion ging es um konkrete Probleme der Teilnehmer/innen und es zeigte sich, dass diese Treffen vor allem dazu dienen, dass sich die Erwerbslosen untereinander austauschen, Tipps geben und zu gute Erfahrungen im Umgang mit den Ämtern weitergegeben werden.